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#12711 - 08/13/05 04:42 AM Re: Der Tod und das Mädchen
Ralf Offline
Archmage


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Loc: Franken
Nun, den Preis dafür, Elgi, müßtest gerade DU dir in etwa denken können ...
Außerdem ist das Thema naturgemäß ziemlich speziell und dürfte daher für die meisten hier eher uninteressant sein:
"Die Darstellung des Krieges im amerikanischen Film als Indikator für den gesellschaftlichen Wandel (seit 1960)"

Fallbeispiele sind u.a. "M.A.S.H." (eindeutige Kritik am Vietnam-Krieg, während er noch andauerte und damit Ausdruck der Haltung eines Großteils der Bevölkerung), "Taxi Driver" (der erste Hollywood-Film, der die Behandlung der Vietnam-Veteranen in der amerikanischen Gesellschaft thematisierte - in der Tat schreiben es viele Historiker gar Hollywood und Filmen wie "Die durch die Hölle gehen" oder "Apocalypse Now" zu, daß Ende der 70er Jahre in der amerikanischen Gesellschaft überhaupt eine öffentliche Aufarbeitung des zuvor jahrelang totgeschwiegenen Vietnam-Desasters stattfand), die "Rambo"-Reihe (als Spiegelbild der Reagan-Ära, wobei das natürlich v.a. auf den zweiten und den dritten Teil zutrifft) oder "Three Kings" (Popcorn-Ästhetik gepaart mit Kapitalismuskritik) und viele mehr. Insgesamt genau 100 Seiten.

Meiner Erfahrung nach müßte ich damit einer von ganz wenigen Studenten sein, denen das Schreiben ihrer Diplomarbeit richtig Spaß gemacht hat ...
(auch wenn es am Ende etwas stressig wurde)
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Der Kinogänger (Filmblog)

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#12712 - 08/13/05 05:24 AM Re: Der Tod und das Mädchen
elgi Offline
Archmage


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Dann stell das Ding mal online, damit wir auch etwas vom Glanze deines Verstandes haben.

(Allerdings habe ich momentan eh keine Zeit zum Lesen. )
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#12713 - 08/13/05 07:59 AM Re: Der Tod und das Mädchen
Ragon_der_Magier Offline
Archmage


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Da hast Du wohl nicht ganz `zugelesen´, elgi, hmm?!


Quote:

Nun, den Preis dafür, Elgi, müßtest gerade DU dir in etwa denken können ...




Hihi, spitze, Ralf !
Das war die perfekte Replik - ansatzlos und trocken abgezogen... der dürfte gesessen haben !


Ansonsten wär´ ich auch brennend daran interessiert, einen Blick auf Dein `Pamphlet´ zu erhaschen ! (ich hoffe doch, das für elgi war nur ein `Spezialpreis´ ?! )

Das Thema hört sich jedenfalls mehr als reizvoll an. Kontrovers, kritisch und mit einem nicht unwesentlichen Aktualitätsbezug.
Jaja, "im Wandel der Zeit", das erinnert mich an meine Facharbeit weiland, das hatte auch sowas ähnliches...


Gruß,
Ragon

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#12714 - 08/13/05 11:05 AM Re: Der Tod und das Mädchen
Flash Offline
Elite Orc


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Peter Lancester: Das blaue Portal (Die Chroniken der Anderwelten 1)

Peter Lancester heißt eigentlich Peter Dobrovka, und ist der, der damals Schiene&Straße programmiert hat, und seit dessen verfrühter Veröffentlichung gegen Ubisoft prozessiert. Das nur am Rande, aber wieso sich jemand der eine eindeutig deutsche Fantasy schreibt, ein englisches Pseudonym zulegt, ist mir unverständlich. Da ich lieber Origingale lese, bin ich hin und wieder ganz froh auch mal ein deutsches Buch zu lesen, wieso also so tun, als sei es eine Übersetzung, die ja meistens nicht viel taugen?

Zum Inhalt: In einer Burg in Hessen, die noch von der Origiginalfamilie von Grauenfels bewohnt wird, tauchen im Keller eines Tages kleine, sprechende Pferde auf. Hört sich im ersten Moment ziemlich nach Kinderbuch an, ist es aber nicht. Relativ schnell wird klar, daß sich unter einer bisher verborgenen, verdammt tiefen Treppe im Keller ein Portal in eine andere Welt befindet, in der die sprechenden Pferde von Menschen als Sklaven gehalten werden.
Parallel dazu beginnt eine andere Handlung, die im Mittelalter spielt, als die Existenz jenes Portals zum letzten Mal bekannt war. Anfangs ist die Sache mit der Parallelhandlung ziemlich gelungen, weil sie oftmals die Hintergründe erläutert, oder einem auch mal erlaubt, Schlüsse auf die Geschehnisse in der Gegenwart im Vorhinein zu ziehen. Später verfällt der Autor jedoch der unsäglichen Schauplatz-wechsle-dich Seuche, der schon mancher Fantasyautor zum Opfer fiel, und springt teilweise halbseitenweise zwischen Gegenwart und Mittelalter hin und her, was den Lesefluß erschwert und das Versinken in eine andere Welt gekonnt verhindert.
Schneller als man denkt, und bevor etwas wirklich Wichtiges passiert, ist das Buch dann auch schon wieder zu Ende, im Grunde genommen ist es wohl (als Band 1 von 5) nicht viel mehr als eine Einleitung. Das halte ich aber nicht für negativ, mir jedenfalls ist es lieber, die Protagonisten handeln logisch und vorsichtig, als daß ein Autor dem Vorantreiben der Handlung die Glaubwürdigkeit seiner Welt opfert.
Sprachlich habe ich absolut nichts auszusetzen, die Leistung ist nicht wirklich herausragend, aber besser als 90% dessen, was einem im Fantasybereich als Übersetzung aus dem Englischen von deutschen Verlagen zugemutet wird. Die andere Zumutung die einem hier glücklicherweise erspart bleibt, ist die der neuen Rechtschreibung.
Erfreut haben mich die kurzen mittelhochdeutschen Einlagen, und daß der Autor seine Hausaufgaben zumindest bei den äußeren historischen Fakten der Mittelalterabschnitte gemacht hat, auch wenn er einige Klischees nur allzu bereitwillig bedient. Wo die erläuternden Fußnoten bei mittelhochdeutschen oder lateinischen Sätzen durchaus noch angebracht sein mögen, fand ich sie bei einigen Fremdwörtern eher befremdlich.

Alles in allem durchaus lesenswert, ein engültiges Urteil steht jedoch aus, bis ich den Rest gelesen habe, was ich wohl tun werde.
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#12715 - 08/14/05 06:19 AM Re: Der Tod und das Mädchen
Ralf Offline
Archmage


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Loc: Franken
HIMMLISCHES FEUER von Hadmar von Wieser (2. Band der "Gezeitenwelt"):

Um überhaupt etwas über das Buch schreiben zu können, sind leichte Spoiler leider unvermeidlich - allerdings sind die auch nicht größer als die Inhaltsbeschreibung auf dem Buchrücken - dennoch, ihr seid gewarnt!

Der junge Dieb Strolch hat sich in seiner tristen Heimatstadt Maganta als blinder Passagier auf ein fremdes Schiff geschmuggelt, das in das legendäre Reich Serkan Katau (das sehr an das alte China erinnert) fährt. Dummerweise wurde er erwischt und am Ziel der Reise als Sklave versteigert.
In Serkan Katau, dem "Reich der Tugend", wurde der junge Kaiser von seinem intriganten Berater überzeugt, die leibhaftigen Blauen Götter des Reiches anzugreifen, um somit Unsterblichkeit zu erlangen. Mitten in der Schlacht trifft der Meteorit auf die Gezeitenwelt und beeinflußt den Ausgang des Kampfes erheblich.
Strolch konnte mittlerweile fliehen und findet am Rande des Schlachtfeldes eine riesige Hand. Wie sich herausstellt, wurde die einem der Blauen Götter in der Schlacht abgeschlagen. Dieser sechsarmige Gott verfolgt und findet Strolch, der sich nur damit aus der Situation retten kann, daß er dem Gott verspricht, ihn um die halbe Welt zu einem Orakel zu führen, das ihm verraten kann, wie die abgeschlagene Hand wieder anwachsen kann ...

Während Bernhard Hennen im 1. Band "Der Wahrträumer" vier unterschiedliche Geschichten erzählt hat (auch wenn diese sich teilweise überschnitten haben), präsentiert Hadmar von Wieser in "Himmlisches Feuer" im Grunde genommen nur einen Handlungsstrang, der allerdings aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet wird.
Gegen Ende des Buches trifft man zudem auch auf einige Bekannte aus "Der Wahrträumer".
Schon zu DSA-Zeiten war Hadmar von Wieser berühmt-berüchtigt (und umstritten) für seinen Hang zu bombastischen Geschichten. In der "Gezeitenwelt" kann er sich diesbezüglich nach Lust und Laune austoben und das tut er auch mit sichtlicher Freude. Ich persönlich finde Bernhard Hennens Schreibstil besser und halte ihn schlicht und ergreifend für den handwerklich besseren Autor.
Allerdings sind auch von Wiesers Bücher unterhaltsam zu lesen und "Himmlisches Feuer" ist IMHO sein bislang bestes. Denn er zeigt hier, daß er bei allem Gigantismus doch nicht vergessen hat, wie mächtig auch die kleinen, unscheinbaren Dinge in einer Geschichte sind. Und so mußte ich mit einiger Überraschung feststellen, daß mich die Story von "Himmlisches Feuer" tatsächlich tiefer im Inneren berührt hat als Hennens "Der Wahrträumer".
"Himmlisches Feuer" ist nicht so raffiniert wie "Der Wahrträumer" und IMHO auch nicht so spannend. Außerdem muß ich zugeben, daß ich bei Hadmar von Wieser schon immer gelegentlich Probleme hatte, das, was er in seinen Büchern beschreibt, vor meinem inneren Auge lebendig werden zu lassen. Das kommt auch hier leider gelegentlich vor.
Zum Glück aber nicht allzu häufig und dafür ist "Himmlisches Feuer" sehr amüsant und flüssig zu lesen und erreicht, wie beschrieben, eine erstaunliche emotionale Tiefe.
Insgesamt ein unterhaltsames Lesevergnügen und eine gelungene Fortsetzung der "Gezeitenwelt". Note 2.

P.S.: Ich wollte auch noch erwähnen, daß die Bücher der "Gezeitenwelt" mit etlichen schönen Illustrationen der bekannten DSA-Zeichnerin Caryad versehen sind. Diese Wiederbelebung einer alten Buch-Tradition finde ich sehr lobenswert.


Edited by Ralf (08/14/05 06:20 AM)
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Der Kinogänger (Filmblog)

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#12716 - 08/15/05 12:56 PM Re: Der Tod und das Mädchen
Darkmuver Offline
Warrior


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Loc: Talas-dun
R.A. SALVATORE: Echo der vierten Magie, erste Chronik von Ynis Aielle

Der Garant für Abenteuer-Fantasy auf höchstem Niveau

1 Echo der vierten Magie
2 Im Wald von Avalon
3 Bollwerk der Dunkelheit

1 Von unbekannten Kräften in die Tiefe gezogen,
sinkt Commander Mitchells Forschungs-U-Boot auf
den Meeresgrund und landet auf einer
geheimnisvollen Insel.
Im Spannungsfeld zwischen den Bewohnern -
Mutanten, Elfen und Zauberern - probt
die Mannschaft das Überleben und gerät in eine
blutige Entscheidungsschlacht zwischen den
Machtigen der düsteren Unterwelt.

R.A. SALVATORE: Im Wald von Avalon, zweite Chronik von Ynis Aielle

Der Garant für Abenteuer-Fantasy auf höchstem Niveau

1 Echo der vierten Magie
2 Im Wald von Avalon
3 Bollwerk der Dunkelheit

2 Frieden herrscht auf Ynis Ailelle, seit der schwarze
Hexer bezwungen wurde. Im Wald von
Avalon feiert Rhiannon, Tochter der Zauberin
Brielle, ihren zwanzigsten Geburtstag.
Schweren Herzens entlässt die Mutter sie auf
eine Reise in ferne Länder.

Da gewinnt der Hexer seine Kräfte zurück und
schickt ein Heer echsenhafter Talons, um grausame
Rache für die erlittene Schmach zu nehmen.
Wenn es den Zauberinnen nicht gelingt,
die Unholde zu bannen, ist Ynis Aielle für
immer verloren...

R.A. SALVATORE: Bollwrek der Dunkelheit, dritte Chronik von Ynis Aielle

Der Garant für Abenteuer-Fantasy auf höchstem Niveau

1 Echo der vierten Magie
2 Im Wald von Avalon
3 Bollwerk der Dunkelheit

3 Furcht schleicht sich in das Herz des Volkes von
Yniy Aielle, denn das Böse steigt aus den
Tiefen des Dunkels herauf. Ein Heer Untoter
marschiert gegen das Reich, unaufhaltsam
- denn Tote können nicht zweimal sterben.

Die letzte Hoffnung der Magier verbirgt sich in
den Tiefen eines Berges, bewacht von
einem uralten Drachen.

Jeder der Teile der Triologie, ist auf seine eigene Art sehr fesselnd und spannend. Es passieren immer unvorhergesehene Dinge und lässt sich gut lesen. Nur weiter zu empfehlen...
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"Man muss gut überlegen, was man haben will. Es könnte passieren, dass man es bekommt."

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#12717 - 08/20/05 05:56 AM Re: Der Tod und das Mädchen
AlrikFassbauer Offline
Elder Druid


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Loc: Rogue Squadron
Gerda Lang : "Partner gesucht". dtv Nettes Buch, seinen herabgesetzten Preis von 2.99 beim Saufhof durchaus wert, den Originalpreis von 7.50 halte ich allerdings für überteuert.

Inhalt : Kontaktanzeigen ...

Es ist unglaublich, was sich die Menschen für einen Scheiß zusammenschreiben !

Perlen neben absolutem Schrott ! Das gesamte Spektrum !

Sehr augenzwinkernd-ironisch geschrieben, wie schon gesagt, zum herabgesetzten Preis zu empfehlen, aber besser erstmal durchblättern um zu sehen, ob das Thema auch interessant genug ist.

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#12718 - 09/01/05 04:11 PM Re: Der Tod und das Mädchen
AlrikFassbauer Offline
Elder Druid


Registered: 03/10/03
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Loc: Rogue Squadron
Ich wollte mal bei der Überschwemmungskatastrophe auf mein Lieblingsbuch hinweisen : Das ist nämlich ähnlich möglicherweise auch mit Vineta passiert ... nicht durch Sturm, sondern durch (vorsätzlich) gebrochene Dämme ...

Vineta

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#12719 - 09/02/05 12:55 AM Re: Der Tod und das Mädchen
Stone Offline
Angel


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Die Saga der sieben Sonnen, von Kevin. J. Anderson Teil drei

Wie schon in den beiden ersten Teilen teilt Anderson die Geschichte in recht viele kleine Kapitel auf die jedesmal zu einem komplett anderem Geschehen führen.
Das macht das Ganze doch teilweise etwas unübersichtlich.
Aber dennoch ist die Geschichte wirklich sehr gut, und wenn man sich die nötige Zeit nimmt dann kann man der Geschichte auch gut folgen, trotz der zahlreichen Handlungsstränge die nicht unbedingt miteinander zu tun haben, denn es gibt einen roten Faden der sich quer durch alle Kapitel zieht. Dank diesem Faden behält man ständig den Überblick über das gesamte Geschehen, und merkt das wirklich alles dazu dient die Geschichte voran zu bringen und nur weniges wirklich schmückendes Beiwerk ist. Für mich eine der besten Sci-Fi Geschichten (obwohl die einstufung in Fantasy genau so gut passen würde) der letzten Zeit.
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Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile(Aristoteles)
Aber wenn man das einzelne nicht mehr beachtet, hat das ganze keinen Sinn mehr (Stone)

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#12720 - 09/03/05 10:13 AM Re: Der Tod und das Mädchen
Flash Offline
Elite Orc


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Ergebnis einer relativ Verregneten Urlaubswoche:

Robert de Boron: Merlin, der Künder des Grals
Es ist wohl schon über zwei Jahre her, daß ich hier nach verschiedenen Versionen der Arthuslegende gefragt habe, und ich habe damals auf Patarivals Empfehlung hin auch angefangen Sir Thomas Malorys Morte d'Arthur zu lesen. Leider muß ich zu meiner Schande eingestehen, daß ich irgendwo knapp über der Hälfte steckengeblieben bin. Malorys Werk stammt aus dem 15. Jahrhundert, de Borons aus dem 12., trotzdem ist letzteres erfreulicherweise einfacher und kurzweiliger zu lesen (was nicht daran liegt, daß ich für letzteres die Übersetzung bemüht habe), da es wesentlich kürzer ist, und sich auf die Hauptgeschehnisse beschränkt, wo sich Malory in nicht enden wollenden, immer gleichen Beschreibungen von Ritterduellen ergeht.
de Borons Werk ist eindeutig viel christlicher geprägt, als Malorys, weswegen ich nicht davon ausgehe, daß es das "French Book" ist, auf das sich Malory ständig bezieht. Hauptperson ist Merlin, hier der Sohn eines Inkubus und einer Nonne, der sich aber Christus unterwirft, weswegen ein Großteil noch zu Zeiten von Arthus' Großvater bzw. Vater spielt, und auch nicht mit dem Ende Arthus' sondern mit dem Ende Merlins endet.
Alles in allem ein durchaus unterhaltsamer Roman dem man sein Alter nicht unbedingt anmerkt. Einen Satz daraus muß ich hier aber doch noch anbringen: "Wer hätte denn je gehört, daß eine Frau einem Manne nicht willfährig wäre, wenn er sie allzeit mit schönen Worten umgarnt, und sie und ihre Umgebung mit Geschenken bedenkt?" *duck*


Agatha Christie: Der blaue Express
Hm, ich habe schon wieder vergessen, was da eigentlich passiert ist. Irgendwer wird im blauen Express ermordert. Sicher eines der schlechteren Bücher von Christie.

Agatha Christie: Die Büchse der Pandora
Ein Ehepaar, beide verrückte Krimileser, machen eine Detektei auf, und lösen die Fälle immer gemäß ihren literarischen Vorbildern. Eigentlich kein Roman, eher eine Sammlung zusammengehöriger Kurzgeschichten, wobei jede eine quasi-Parodie auf berühmte Detektive der Kriminalliteratur ist, seien sie von Christie selbst oder anderen erdacht.
Mal ganz nett, aber nichts besonderes. Und nebenbei das erste von mir gelesene Buch bei dem der Klappentext nicht das geringste mit dem Inhalt zu tun hatte.
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#12721 - 09/04/05 05:27 AM Re: Der Tod und das Mädchen
Ralf Offline
Archmage


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Loc: Franken
Dann hast du aber noch nie einen DSA-Roman gelesen!
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Der Kinogänger (Filmblog)

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#12722 - 09/06/05 12:27 PM Re: Bücherecke
Flash Offline
Elite Orc


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Giovannino Guareschi: Don Camillo und Peppone
Es ist schon eewig her, daß ich mal (im Reliunterricht) die Verfilmungen gesehen habe, und ohne den bereits erwähnten verregneten Urlaub wäre ich wohl auch nicht auf die Idee gekommen, Don Camillo zu lesen, aber egal.
Dieses hier jedenfalls scheint chronologisch das erste zu sein und besteht aus unabhängigen Kurzgeschichten, die zuerst in einer Zeitschrift erschienen sind und in den späten 40ern spielen. Und ich muß sagen, schon lange nicht mehr habe ich mich so prächtig amüsiert. Guareschi spielt auf allen Saiten, von leise und ironisch bis laut und derb, mal melancholisch, mal vergnügt und immer hintersinnig und treffsicher. Kommunisten, die ihre Kinder in den katholischen Kindergarten schicken, ein Priester, der den Kommunisten Maschinengewehre klaut, und in der Sakristei ein ganzes Waffenlager anlegt, und ein Christus, der diesen auffordert, Peppone "nicht die Absolution zu verweigern" d.h. ihn durchzuprügeln, was dieser in diesem Fall wirklich als solche empfindet.
Ohne Zweifel lesenswert.

Genosse Don Camillo
Wohl eher dem Spätwerk zuzurechnen, schleicht sich Don Camillo hier in die Kommunistische Partei ein um bei einem Besuch in der Sowjetunion teilzunehmen.
Längst nicht so "unschuldige" Geschichten wie oben, und das ist auch das Problem. Denn wo die Dorfkommunisten in den Geschichten trotz aller Brandreden gegen Pfaffen und Reaktion eigentlich immer genauso zu den "guten" gehören, wie Don Camillo, ist das bei den Sowjetkommunisten nicht der Fall, und das nimmt der Sache den ganzen Feinsinn. Trotzdem gibt es auch hier ein paar Highlights.

Don Camillo und die Rothaarige
Ebenfalls ein recht spätes Werk, ist es hier mit der Landruhe vorbei und die wilden 60er machen sich auch auf dem Dorf bemerkbar. Parallel dazu werden auch in der Kirche die Neuerungen durchgeführt (Latein abgeschafft, Altar umgedreht, etc.), die Don Camillo genausowenig wie den "Schäflein" passen. Und so ist dieses Buch gut geeignet, zu verstehen, was für eine Stimmung diese Änderung teilweise hervorgerufen haben, grenzt aber heute die Zielgruppe doch eher auf traditionsverbunden Katholiken ein (was z.B. beim ersten Buch überhaupt nicht der Fall ist).
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#12723 - 09/06/05 12:43 PM Re: Bücherecke
AlrikFassbauer Offline
Elder Druid


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Ich habe alle diese Bücher gelesen und fand sie - vom offensichtlichen Witz abgesehen - sehr poetisch ! Besonders das "Einführungskapitel" zum ersten Band hat mich nachhaltig verstört.

Das letzte Buch in deiner Liste habe ich übrigens irgendwie überhaupt nicht gemocht ... ob's vielleicht an der Übersetzung gelesen hat ? Jedenfalls schien es mir ein etwas anderer Stil zu sein ...



Edited by AlrikFassbauer (09/06/05 12:45 PM)
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#12724 - 09/06/05 01:07 PM Re: Bücherecke
Flash Offline
Elite Orc


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Ich würde Dir in beiden Fällen - sowohl was die Poesie angeht, als auch bezüglich des untersten Buches - recht geben.
Allerdings glaube ich, daß der veränderte Stil mit der Desillusionierung von Guareschi zu tun hat. Die Käbbeleien im Dorf waren immer nett und im Grunde genommen tasteten auch die dortigen Kommunisten nie wirklich an der Ordnung. Und als dann die 60er kamen, war das für ihn, glaube ich,ein ziemlicher Schock, so schreibt er ja im Vorwort von Genosse Don Camillo in etwa "wie glücklich war das arme Italien der 40er, als man noch ums nackte Überleben kämpfte, und wie schlecht ergeht es Italien heute, da es hinter der Fassade von Wohlstand nach Fäkalien, Geschlecht und Verwesung stinkt."
Und als dann auch noch die Kirche, der sozusagen letzte Pfeiler im Sturm der Veränderung ihre Tradition über Bord warf, da ist für ihn eine Welt zusammengebrochen. Und das merkt man "Don Camillo und die Rothaarige" an. Und wer mal bei einer alten Messe dabei war, der kann ihn da schon verstehen.
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#12725 - 09/16/05 03:47 PM Re: Bücherecke
MIB Offline
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Der ditte Band der Weitseher-Chroniken von Robin Hobb ist erschienen:

Der weiße Prophet

Mit großer Spannung und sehnsüchtig erwartet - leider endet die Geschichte wohl hiermit...
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#12726 - 09/17/05 03:58 PM Re: Bücherecke
Rei Offline
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Die Macht der magischen Steine - der erste Roman von Katharina von Pannwitz

Der Buchrücken verspricht vieles:
"Entdecken Sie die deutsche Marion Zimmer Bradley!

[...]Niam ist als Herrin der Stimme auserwählt, Brigant und die Königreiche der neuen Welt vor den feindlichen Heeren des finsteren Lord Balzôrc zu retten. Gemeinsam mit Prinz Emrys und dem Druiden Gwydón begibt sich die Tochter des Sonnengottes Lugh auf eine abenteuerliche und gefährliche Reise. Und damit beginnt ein schier aussichtsloser Wettlauf gegen die Zeit, denn Lord Balzôrc hat bereits den Schlüssel zur Herrschaft in der Hand: die Krönungssteine der neuen Welt. Doch Niam hält als Einzige eine Macht in Händen, die stärker ist als die des Bösen: das uralte, heilige Lied der Elemente...

Das grandiose Fantasy-Epos von Katharina von Pannwitz lässt die sagenhafte Welt der keltischen Mythologie lebendig werden."

Das hört sich doch gut an oder? Habe ich mir auch gedacht und Anfang 2003 gekauft und angefangen zu lesen. Bei 2/3 hatte ich aufgehört und jetzt die letzten 150 Seiten fertig gelesen.
Es spielt zwar in einer Fantasywelt mit keltischen Elementen, wie Feiertage, Rituale, Fabelwesen und Namen, aber es ist weit entfernt von einem Fantasy-Epos. De Fantasywelt ist mit all ihren Feiertagen, Ritualen, Fabelwesen und Namen komplett austauschbar. Es ist nichts besonderes. Das liegt vor allem daran, dass alles viel zu oberflächlich ist.

Angefangen, dass der gesamte Roman fast ausschließlich in Hauptsätzen, und wenn dann max. 1 Nebensatz, geschrieben wurde. Die Helden sind unfehlbar und sowas von gut und kitschig mit gar keinen Schwachstellen, dass es einem schon wieder schlecht wird. Die Liebesgeschichte zwischen Niam und Emryn ist viel zu vorhersehbar (am Anfang lehnt er sie ab und dann entdecken beide ihre große Liebe).
Im Endeffekt ist es wieder ein klassischer Gut gegen Böse Kampf mit einer prise Liebesgeschichte und viel Kitsch.

Das ganze wär ja noch zu verkraften, wenn die Geschichte selber spannend aufgebaut wäre. Aber Pustekuchen. Die Geschichte fließt einfach dahin. Es wird keine Spannung aufgebaut und wenn doch, dann wird sie spätestens 5 Sätze weiter wieder aufgelöst. Die Helden geraten nie in ernsthafte Gefahr. Und Heere von Monstern werden innerhalb von 7 Sätzen nur so dahingemetzelt. An einer Stelle wird gar ein Kampf, der über 15 Tage dauert, innerhalb von fast nur 3 Sätzen entschieden. Das geht etwa so: Kampf beginnt - Kampf dauert 15 Tage - Held gewinnt

Die versprochene abenteuerliche und gefährliche Reise sucht man leider vergebens.
Hier nor ein paar Ungereimtheiten: Die Helden Niam wird am anfang als schüchtern und scheu beschrieben, sie freundet sich auf ihrer Reise auch schon am Anfang mit jeder anderen guten Person an. Langweilig... ist aber eigentlich auch egal, da die Nebencharaktere wirklich nebensächlich sind. Sie tauchen in einer Szene auf und dann sieht man sie nie wieder (nur am Ende sind manche nochmal kurz erwähnt). Einen Nebencharakter muss ich aber noch expliziz erwähnen. Und zwar Cluricaum. Innheralb von 4 Seiten wird er erst als Gnom, dann als böser Kobold und zum Schluß als böer Zwerg beschrieben, obwohl sich die Szene sich nur um ihn dreht. Da hätte man doch mal aufpassen können.

Der Endkampf selber ist leider auch wie alle anderen Kämpfe. Kurz und knapp ohne Spannung und unsere Helden nie in Bedrängnis. Und durch eine vorherige Prophezeiung wird eh jede Überraschung zunichte gemacht. Und solch eine Prophezeiung gibt es davor schon mal, damit auch ja keine Spannung aufgebaut wird.



Tja der Buchrücken hat viel versprochen, konnte aber nichts einhalten. Selbst der Satz, dass einzig das Lied stärker als das Böse ist, wird nicht erfüllt. Nämich über dem Bösen (und dem Tod) steht die Liebe (also soviel Kitsch auf einem Haufen habe ich noch nie gesehen).

Vom Satzbau als Märchen für kleine Kinder zu empfehlen, da aber auch die Sexualität stark angedeutet wird, vom Altersniveau eher ab 12-13 geeignet.
Mein Fazit ist, dass der Roman schlecht und nicht empfehlenswert ist.
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#12727 - 09/18/05 11:32 AM Re: Bücherecke
MIB Offline
Knight


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Nachtrag zu Robin Hobbs "Der weiße Prophet":
Der Bastei Lübbe Verlag hat den Abschluss der zweiten Weitseher-Triologie anscheinend in zwei Bücher unterteilt - neben der großen Enttäuschung nur die Hälfte des letzten Teils in Händen zu halten ist auch die Preisgestaltung gegenüber den vorhergehenden Bänden eine bodenlose Unverschämtheit (eine Preissteigerung von rund 64%).
Den ganzen letzten Band gibt es übrigens in der englischen Ausgabe für 6,50€ bei Amazon. Den hätte ich schon vor einem ¾ Jahr kauften sollen .
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#12728 - 09/18/05 12:08 PM Re: Bücherecke
Rei Offline
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Loc: Feenreich
Tja sowas machen die Verlage ja nicht zum ersten mal. Hauptsache den deutschen leser abzocken, der schön brav auf die Übersetzung wartet, auch wenn er des englischen mächtig wäre. Die englisch natürlich nicht so gut können, haben darüber hinaus gar keine andere Wahl.
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#12729 - 09/18/05 12:53 PM Re: Bücherecke
AlrikFassbauer Offline
Elder Druid


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Kenne ich. Hat Goldmann mit einer Duologie von Timothy Zahn so gemacht und in eine Trilogie verwandelt.

Zur Verteidigung muß man aber auch sagen, daß Übersetzungen ins Deutsche generell mehr Worte erfordert ...

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#12730 - 09/18/05 03:45 PM Re: Bücherecke
Patarival Offline
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Loc: Liechtenstein
Stimmt schon, Alrik, deutsche Übersetzungen brauchen meist so das Eineinhalbfache der englischen Version. Und im Grossen und Ganzen finde ich die deutschen Buchübersetzungen (im Gegenteil zu Filmen) oft sehr gelungen.

Dass deutsche Verlage gerne mal ein Buch spalten, ist schon seit vielen Jahren so. Der Goldmann-Verlag ist dabei sozusagen der Oberspalter - kaum ein Fantasybuch, das nicht wild zerteilt wird (und oft mehr als nur dämliche Titel spendiert bekommt). "Das Schwert von Shannara" wurde ja sogar in drei Teile zerstückelt.

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Moderator:  ForkTong, Macbeth, Raze