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#230051 - 01/25/08 05:18 AM Re: Nix dazugelernt
Ddraigfyre Offline
Ancient Dragon


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Loc: Krynn
Genau. Der schreckt selbst davor nicht zurück.

Wenn er nur wenigstens anschliessend das Einatmen vergessen hätte....
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#230052 - 02/01/08 09:52 AM Luft raus
Ragon_der_Magier Offline
Archmage


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Naja, vielleicht ein etwas verfrühter `Schwanengesang´
- aber dennoch:


The Rise and Fall of The American Empire

Ob Bildung, Gesundheit, Wirtschaft oder Geopolitik: Die USA fallen
gegenüber fast allen Industriestaaten zurück. Zu einem großen Teil sind
diese Entwicklungen direkt auf die Politik der Regierung Bush zurückzu-
-führen.

Von Jörg Häntzschel

"Unser Land ist im Krieg, unsere Wirtschaft befindet sich in der Rezession, und
die zivilisierte Welt steht nie zuvor gekannten Gefahren gegenüber. Dennoch ist
unsere Nation stärker denn je." George Bush sagte das in seiner Rede zur Lage
der Nation. Nicht am vergangenen Montagabend, sondern vor sechs Jahren,
wenige Monate nach dem 11. September.

Seitdem ist ein zweiter Krieg hinzugekommen, die Wirtschaft steuert in die
nächste Rezession, und die Gefahren sind dieselben geblieben. Selbst Bushs
Optimismus versagt da: "stronger than ever" würde er das zerrupfte Land, das er
seinem Nachfolger hinterlässt, nicht mehr nennen.

Es braut sich etwas zusammen in Amerika, und nicht nur, weil die Banken zu
gierig und zu leichtfertig waren mit ihren Hypotheken, die Mittelklasse leidet und
der Dollar fällt. Das Land, einst das reichste, modernste und gesündeste der
Welt, fällt gegenüber anderen Nationen in fast allen Bereichen zurück.

Anzeichen dafür häufen sich seit langem.
Doch die dahindonnernde Wirtschaft
der letzten Jahre und der sagenhafte Konsum, den sie den Amerikanern erlaubte,
wirkten wie Botox in Amerikas faltigem Gesicht. Nun, da so viel Geld in die Tanks
all der übergroßen Autos fließt, und da es vorbei ist mit dem ständigen
Wertzuwachs bei den Immobilien, der für Millionen Familien eine Art zweites
Einkommen darstellte, gerät auch der Konsum ins Stocken.
Und plötzlich, ohne
die Ablenkung, die der neue Jeep, der neue Flachbildfernseher spendet, wird die
hässliche Realität sichtbar. Amerika sieht in den Spiegel - und erschrickt.

Es ist nur 15 Jahre her, da stand Amerika plötzlich als einzige Supermacht auf der
Weltbühne. Der Kalte Krieg war gewonnen, eine Ära unangefochtener
US-Hegemonie stand ins Haus. Wie inspirierend die sein konnte, illustrierte
zunächst die große Dot-Com-Euphorie. Doch die Blase platzte, dann kam der 11.
September, und Amerika vergaß über Trauer, Terrorangst und Krieg den Rest der
Welt.

Nun, da es wieder aufsieht, ist von Status und Größe wenig geblieben. Europa
steht besser da denn je. Asien feuert aus allen Zylindern. Und Amerika? Das
Cover des jüngsten New York Times Magazine zeigt das riesige Land als Winzling
zwischen zwei Fingern. Titel: "Wer hat die Supermacht geschrumpft?"

Die strategische Schwächung durch das fatale Irak-Abenteuer, die ungeschickte
Iran-Politik und das Fehlen von Erfolgen in Nahost liegen auf der Hand. Die
Wirtschaft geht durch eine Phase unglaublichen Tumults. Der fallende Dollar und
die Finanzkrise, die viele Banken nur mit Geldspritzen von Konkurrenten aus dem
Nahen Osten überlebten, die sich dabei wertvollen Einfluss sicherten, sind nur
die nachrichtenträchtigsten Symptome.

Und die Rezession wird in ein paar Monaten durchlitten sein. Doch es ist ein viel
langfristigerer und beunruhigender Trend zu beobachten: Ausgerechnet Amerika
erweist sich als der Hauptverlierer der Globalisierung, die doch bislang immer als
Homogenisierung der Welt unter amerikanischen Vorzeichen verstanden wurde.

Während die globalen Marktkräfte in Europa gezügelt werden, fehlen in Amerika
solche Schutzmechanismen - zum Schaden der Industrie und ihrer Arbeiter. Und
auch geographisch kämpfen die USA plötzlich mit einem Handicap. Der
Schwerpunkt der wirtschaftlichen Dynamik verlagert sich vom Atlantik nach
Eurasien. Die USA sehen aus der Ferne zu.
...




Nun ja, das übertriebene Lob mit der europäischen Brille ist vielleicht etwas zuviel des Guten, aber ansonsten...


Ragon, The Quiet American


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#230053 - 02/01/08 11:59 AM Re: Luft raus
Ddraigfyre Offline
Ancient Dragon


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Loc: Krynn
Nun ja, diese Erkenntnis ist nicht wirklich neu. Wie in dem Artikel richtig gesagt, zeichnet sich das schon seit etlichen Jahren ab (oder wie ich schon damals so schön formulierte: Jede Weltmacht in der Geschichte hatte irgendwann ihren Zenit erreicht und von da an ging es steil bergab. Nun sind die USA dran. ).

Dieser Thread heisst ja auch nicht ohne Grund "Gute Nacht, Amerika".
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#230054 - 02/01/08 12:55 PM Re: Luft raus
daedalus Offline
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Loc: Ruhrpott :(
Ganz abgesehen davon das der Artikel wahrscheinlich Recht hat strotzt der geradezu vor Schadenfreude, unschön sowas
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#351741 - 04/23/08 11:22 AM Re: Luft raus [Re: daedalus]
Ralf Offline
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Amnesty International schockt mit Waterboarding-Film

(für AI, versteht sich - nicht für Bush ...)
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#352044 - 05/05/08 03:25 AM Re: Luft raus [Re: Ralf]
Ralf Offline
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Das wird Ddraiggy gefallen ...

Doof sein ist cool

Wobei angemerkt werden muß, daß mir manche Folgerungen fragwürdig erscheinen (wieder mal Internet und Videospiele als Quelle allen Übels ...) und etliches mit Sicherheit auch auf andere Länder inklusive Deutschland zutrifft. Man sollte also die Sache mit dem Glashaus beachten ... ;\)
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#352047 - 05/05/08 06:49 AM Re: Luft raus [Re: Ralf]
Ddraigfyre Offline
Ancient Dragon


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Ja, der Trend zur Verblödung (und auch noch stolz darauf zu sein) ist allgemein erkennbar, auch hierzulande. Eine faszinierende Trotzreaktion - ähnlich wie bei den massiv Übergewichtigen: "Ich bin fett und fühl mich wohl dabei!" In diesem Falle heisst es dann halt: "Ich bin doof - na und?".

Gestützt wird das Ganze ja gerade dadurch, dass man nicht mehr allein dasteht und mit dem Finger auf sich zeigen lassen muss. Je mehr "Mitdoofe" man um sich herum wahrzunehmen glaubt, desto größer das neue Selbstbewusstsein. Ausgegrenzt sieht sich plötzlich die gehobenere Bildungsschicht.

Somit ist das Ziel der herrschenden Klasse erreicht: Ein Volk von uninformierten Deppen, die sich dabei auch noch wohl fühlen. Wie gesagt überall erkennbar - aber die USA sind auch hier mal wieder in der Führungsrolle.
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#352157 - 05/10/08 04:43 AM Re: Luft raus [Re: Ddraigfyre]
Ralf Offline
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Ein Berater von Barack Obama, Robert Malley, mußte nun seinen Hut nehmen, um Obamas Wahlchancen nicht zu sehr zu schmälern. Der Grund für seine Demission: Er hatte es doch tatsächlich gewagt, als Mitglied der regierungsunabhängigen "International Crisis Group" mit Hamas-Vertretern zu REDEN!!!!

Was natürlich prompt von den Republikanern ausgeschlachtet wurde.

Armes Amerika. Ich behaupte mal: Genau SOLCHE Leute wie Malley, die sich sozusagen privat und unabhängig von Regierungsorganisationen für den weltweiten Frieden engagieren, bräuchte dieses Land. Und so einer wird dann wieder weggeekelt ...
Den Republikanern wäre zu wünschen, daß Obama die Wahl gewinnt und dann Malley zum neuen Außenminister ernennt.
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#352166 - 05/10/08 12:31 PM Re: Luft raus [Re: Ralf]
Ddraigfyre Offline
Ancient Dragon


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Den Republikanern wäre zu wünschen, dass irgendjemand mal ein bisschen Hirn verteilt und sie diesmal auch was abkriegen ...
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#352169 - 05/10/08 01:17 PM Re: Luft raus [Re: Ddraigfyre]
Ralf Offline
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Da gibt es nur das Problem, daß sie mit einem herzhaften "Nein danke, brauch´ ich nich´!" ablehnen würden ...
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#352663 - 05/30/08 07:21 AM Re: Luft raus [Re: Ralf]
Ralf Offline
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Soldaten-Selbstmorde nehmen zu
US-Soldaten durch Einsätze psychisch geschädigt

Nur gut, daß sowas Bush und Co. nicht zu interessieren braucht, was?
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#352666 - 05/30/08 07:48 AM Re: Luft raus [Re: Ralf]
Ddraigfyre Offline
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Collateral damage.
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#352682 - 05/31/08 04:02 AM Re: Luft raus [Re: Ddraigfyre]
Ralf Offline
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Sorgt in Amiland momentan für Wirbel:

Enthüllungen eines Ex-Präsidenten-Sprechers

Und McClellan ist ja bei weitem nicht der erste Ex-Bush-Getreue, der mit sowas an die Öffentlichkeit tritt ...
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#352689 - 05/31/08 09:18 AM Re: Luft raus [Re: Ralf]
Ddraigfyre Offline
Ancient Dragon


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Loc: Krynn
Andererseits erzählt er uns aber auch nix, was wir nicht ohnehin schon wüssten. Von daher wohl eher Propaganda in eigener Sache und die Bemühung um einen "Persilschein" für den aufkommenden neuen politischen Wind ...
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#352690 - 05/31/08 09:20 AM Re: Luft raus [Re: Ddraigfyre]
Ralf Offline
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Unwahrscheinlich, denn bei den Republikanern ist er damit komplett unten durch (genau wie die anderen Ex-Bush-Leute, die in den letzten Monaten mit sowas gekommen sind) und die Demokraten wollen ihn trotzdem nicht.
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#353556 - 07/07/08 02:54 PM Re: Luft raus [Re: Ralf]
Ragon_der_Magier Offline
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... derweilen auf "der anderen Seite":

Wahlkampf in den USA - Obamas waghalsige Pirouetten

Der charismatische Demokrat will unbedingt Präsident werden, deshalb räumt
er nun linke Positionen und betont nun auch konservative Grundwerte. Das wirft
die Frage auf: Wo steht Obama wirklich?

Ein Kommentar von Reymer Klüver

Wenn es einen Schwur des demokratischen Hoffnungsmannes Barack Obama gibt,
dann ist es sein Versprechen, unverzüglich aus dem Irak abzuziehen.
Unumstößlich - oder? Pustekuchen.

Obama hat sich nun ausbedungen, die Abzugsstrategie zu "verfeinern", wie er
sich ausdrückt. Das heißt nichts anderes, als dass sein Versprechen eines raschen
Abzugs nicht mehr gilt. Auch wenn Obama nun angesichts des einsetzenden
Proteststurms zurückrudert und das Gegenteil behauptet.

Für rechtgläubige Linke und politische Traumtänzer mag das ein ungeheurer
Treuebruch sein. Tatsächlich ist diese Korrektur nur Teil eines breit angelegten
Strategiewechsels, eines, wie ein amerikanischer Kolumnist es ausdrückt, "langen
Marsches zur Mitte". Richtiger ist: Es ist ein Sprint. Mit atemberaubendem Tempo
hat Obama in den vergangenen Tagen und Wochen scheinbar unumstößliche linke
Positionen geräumt oder geriert sich als Anhänger von Werten, die die
Konservativen im Land schätzen.

Die Liste ist lang. Seine Vorbehalte gegen Freihandelsabkommen - schon
aufgeweicht. Sein Versprechen, der Wahlkampffinanzierung enge Grenzen zu
setzen - aufgegeben. Das lange vehement abgelehnte Abhörgesetz von Präsident
George W. Bush - hat Obamas Stimme bekommen.

Waffenbesitz generell freigeben

Die Entscheidung des Obersten Gerichts, den Waffenbesitz generell freizugeben -
begrüßt er. Aus guten Gründen hatte der Demokrat sich zuvor lange dagegen
gewandt. Den weisen Spruch des Gerichts, die Todesstrafe nicht auf
Kinderschänder auszudehnen, indes geißelt er. Er schränkt auch seine
Unterstützung für Abtreibungen ein. Und er verspricht die von Bush initiierte
staatliche Unterstützung wohltätiger religiöser Gruppen sogar zu einem
"entscheidenden Teil" seiner Politik zu machen.

In den USA rückt üblicherweise jeder Kandidat im Lauf eines
Präsidentschaftswahlkampfs in die Mitte. Im Vorwahlkampf müssen die Bewerber
bereits die Basis der Partei für sich mobilisieren, und die steht bei den
Demokraten klar links, bei den Republikanern deutlich rechts von der Mitte.

Die Präsidentschaftswahlen selbst aber werden nicht von den treuen
Wahlsoldaten der Parteien entschieden, sondern von der breiten,
unentschlossenen Mitte. Deshalb drängt Obama nun so auffällig und hastig
dorthin. Zumal die Wahl noch keineswegs gelaufen ist, wie der knappe Vorsprung
von fünf bis sechs Prozent für die Demokraten in den meisten Umfragen zeigt.

Für Obama birgt der kalkulierte Schritt zur Mitte Risiken. Sicher werden nicht
wenige enttäuscht sein. Nicht nur die Heerscharen junger Wähler, die er
mobilisiert hat, fühlen sich zu ihm hingezogen, weil er scheinbar einen neuen
Politikertypus verkörpert. Der seine Positionen nicht an politischer Opportunität
orientiert, sondern mutig für seine Überzeugungen einsteht.

Desillusionierte Idealisten und enttäuschte Linke

Der die Einflüsterungen der Lobbyisten verachtet und geradlinig seinen Weg geht.
Kurzum: der anders ist als alle anderen. Diesen Nimbus riskiert er nun. Obama
ist eben doch ein Politiker wie andere auch - nur zugegeben, ein hochbegabter.

Doch desillusionierte Idealisten und die enttäuschte Linke wird Obama verkraften
können. Sie werden ihn ohnehin wählen. Wen auch sonst? Der Kandidat der
Fundamentalopposition, Ralph Nader, ist anders als vor acht Jahren, als er Al
Gore Stimmen zum Sieg nahm, keine Alternative. Die Demokraten wollen siegen.
Nach acht langen Bush-Jahren haben sie nur ein Ziel: Die Republikaner müssen
weg. Das weiß Obama. Er nutzt es, um sich Spielraum zu verschaffen - auch in
der Frage des Irak-Kriegs.

Das ist berechtigt, und nur Schwärmer hatten dies nicht erwartet. Doch der
Umfang der Kurskorrekturen, die Zahl der politischen Pirouetten ist schon
bemerkenswert.
Das wirft eine ebenfalls berechtigte Frage auf: Wo steht Obama
wirklich? In Wahrheit gibt es darauf nur eine Antwort: Niemand weiß es genau.
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Ragon, kein "Wendehals"


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#353559 - 07/07/08 04:22 PM Re: Luft raus [Re: Ragon_der_Magier]
Ddraigfyre Offline
Ancient Dragon


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Loc: Krynn
Faszinierend, nicht? Da startet ein Mann als Kandidat der SPD, fischt dann mit entsprechenden Kurskorrekturen Stimmen bei der Union und amtiert schliesslich als Vertreter der FDP. Und so bestätigt sich, was ich immer sage: Letztlich ist es völlig egal, wo man sein Kreuzchen macht - am Ende gibt es doch immer nur den selben ausgekochten Eintopf. Westerwelle for Bundeskanzler !
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#353568 - 07/08/08 06:33 AM Re: Luft raus [Re: Ddraigfyre]
Ralf Offline
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Loc: Franken
Na, jetzt mach´ mal halblang. Daß der Wahlkampf in den USA ganz eigene Regeln hat, ist ja nichts Neues. Daß es als ungeschriebenes Gesetzt gilt, NULL Chancen zu haben, wenn man sich gegen Todesstrafe oder das Recht auf Waffenbesitz stellt, ebenfalls (auch Clinton wäre wohl nicht gewählt worden, hätte er sich nicht daran gehalten - sicherlich gegen seine wahre Überzeugung). Das bedeutet aber natürlich noch lange nicht, daß man sich nach der Wahl auch noch daran hält, was man vorher verkündet hat. Dennoch ist natürlich klar: Todesstrafe und Recht auf Waffenbesitz werden in den USA zu unseren Lebzeiten nicht mehr abgeschafft werden. Selbst Gandhi und der Dalai Lama zusammen würden DAS nicht hinkriegen ...
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#353571 - 07/08/08 09:37 AM Re: Luft raus [Re: Ralf]
Ddraigfyre Offline
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Schön, dass Du mir mal sofort recht gibst - und nicht erst wieder Jahre später... \:-D
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#353592 - 07/09/08 08:23 AM Re: Luft raus [Re: Ddraigfyre]
Ragon_der_Magier Offline
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Von ganz oben runter, einen Blick auf die Basis geworfen:


Die Krise der Trucker - Jeder Tropfen zählt

Sie verbinden Küsten und Städte, ohne sie wären die USA nicht zu versorgen,
doch gegen die Diesel-Kosten sind auch Cowboys der Straße ohnmächtig.

Von Nikolaus Piper

Lou Esposito weiß, wie man Sprit spart. Er schaltet einen Gang höher, das
Zehn-Gang-Getriebe reagiert, der 550-PS-Motor ändert kaum hörbar seine
Drehzahl. "Du musst immer untertourig fahren, 1700 Umdrehungen, nicht mehr.
Sobald du drüber bist, geht das in die Kosten."

Einmal pro Woche fährt Lou Esposito diese Strecke: Von Douanesburg im
Bundesstaat New York Richtung Süden bis Edison in New Jersey und zurück nach
Albany, ein Neun-Stunden-Trip, Ladezeiten und Tankstopps inklusive. Er schafft
auf der Strecke pro Gallone (3,78 Liter) Diesel sieben Meilen, das entspricht
einem Verbrauch von 33,6 Litern auf 100 Kilometer. Eine respektable Leistung,
denn als Branchennorm gelten 42,5 Liter. Und heute kommt es auf ein paar Liter
an. An diesem Morgen hat Lou Esposito in Mahwah, an der Grenze zwischen New
Jersey und New York, getankt, für stolze 740 Dollar. Anfang vorigen Jahres musste
er für eine Tankfüllung noch die Hälfte zahlen, und das galt schon als sehr teuer.
...

Der Freightliner rollt auf den Hof eines Lagerhauses. "Fond du Lac Cold Storage"
ist eines der größten Weindepots der Ostküste: 170.000 Kubikmeter Lagerraum,
Platz für 14.000 Paletten Wein und unzählige Kisten Käse aus Europa. Im Büro
warten Trucker aus allen Ecken des Landes, bis ihr Auftrag abgewickelt wird.
Auch bei ihnen ist die Energiekrise das wichtigste Thema. "Es ist hart, du kommst
kaum noch auf deine Kosten", sagt Chester Davis aus Richmond in Virginia.
Dennis Osborne, der 16 Stunden Fahrt von Wisconsin hinter sich hat, erklärt, wie
man ein paar Gallonen mehr aus dem Lkw herausholt: "Du musst den
Reifendruck regelmäßig kontrollieren und das Tempolimit einhalten. Du setzt
Propan zu, dann verbrennt der Diesel besser." Auf dem Hof steht sein Lkw, der ist
mit allem ausgestattet, was die neue Zeit des teuren Diesels erfordert: Die
Zugmaschine ist aerodynamisch perfekt und sieht aus wie ein Raumschiff, keine
chromblitzenden Auspufftürme mehr, aber hinten ein kleines Hilfsaggregat: ein
Dieselmotor, der das Fahrerhaus mit Energie versorgt. Der Fahrer kann dann bei
Pausen den Motor ausschalten.
...

Auch das Geschäftsmodell des Lagers Fond du Lac in Edison ist durch niedrige
Energiepreise und hohe Grundstückspreise vorgegeben. In Manhattan ist Grund
und Boden so teuer, dass sich selbst Spitzenrestaurants keine großen Weinkeller
leisten können. Also haben sie ihre Vorräte am Fond du Lac ausgelagert; jeden
Tag bringt eine kleine Armada von 38 Kleinlastern den Wein über den Hudson
nach New York. Wahrscheinlich haben die Inhaber des Lagers Glück: New York
wird auch künftig so teuer bleiben, dass sich das Modell auch noch bei sechs
oder sieben Dollar pro Gallone lohnen dürfte.

"Wir sind konservativ"

Lou Esposito bringt den Wein in den Norden, in ein Lager nahe Albany, der
Hauptstadt des Staates New York. Bei jedem Schlagloch spürt man jetzt das
Gewicht von 22 Paletten Wein hinten im Auflieger. Er hat sein Satellitenradio

eingeschaltet, keine Musik, sondern Talkradio. Glenn Beck, ein bekannter
konservativer Radio-Talker, erzählt, wie wichtig für jeden Amerikaner das Recht
ist, eine Waffe zu tragen.
"Trucker sind konservativ", sagt Lou Esposito. Er selbst
glaube auch nicht "an den ganzen Quatsch mit der Erderwärmung". "Ja, die Erde
erwärmt sich, aber das tut sie schon seit der letzten Eiszeit."

Bei der Wahl will Esposito für John McCain stimmen. "Der liebt sein Land, das
kann man von allen anderen nicht sagen." Amerikas Trucker sind ein politischer
Faktor, wegen ihrer Zahl, aber auch, weil sie ein Symbol für das durchschnittliche,
patriotische Amerika sind. Sie gehören zu jenen Kräften, die als Konsequenz aus
der Energiekrise fordern, Ölbohrungen in Alaska und in den Küstengewässern
zuzulassen. McCain hat sein früheres "Nein" zu diesen Projekten bereits
zurückgenommen.

Für die Zukunft sieht Lou Esposito schwarz: "Das Land ist auf keinem guten Weg.
Bei fünf Dollar für Diesel kann Amerika nicht überleben."





Ragon, der Magier

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Moderator:  ForkTong, Macbeth, Raze