#437518 - 01/31/11 04:02 PM
Re: Kino, Kino, Kino
[Re: Patarival]
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Druid
Registered: 11/24/04
Posts: 342
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Tja, wieder ein Fall von zu hohen Erwartungen.  Es war von vornherein klar, dass Tron Legacy nicht mehr wird, als ein audiovisuelles Spektakel, ein Musikvideo zum Daft Punk-Soundtrack, ein Werk, das vom Style lebt, oder wie immer man es nennen will. Ich wollte mich ins Kino setzen und gechillt im Sessel von Bild und Ton "wegflashen" lassen und das hat auch geklappt. Und darum finde ich den Film auch gut und werde ihn mir auch noch ein zweites Mal ansehen. Nach Logik suchen? Hallo? Falscher Film.  Selbst beim Vorgänger sucht man da vergeblich. Der ist nämlich auch nicht soooo wahnsinnig toll, wie er durch verklärte Erinnerungen gerne dargestellt wird. Revolutionär war einzig die Technik und die Idee von Persönlichkeiten in digitalen Welten. Letzteres ist auf dem Weg, Realität zu werden, aber dass dieser Punkt wegfällt, ist nicht die Schuld der Legacy-Macher. Und die Technik? Nun, nicht mehr revolutionär, aber der Stil ist einzigartig (wie ich finde), das haben sie wirklich gut hinbekommen. Ich hatte meinen Spaß und wurde unterhalten. Darauf kommts für mich an.
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#437552 - 02/01/11 02:39 AM
Re: Kino, Kino, Kino
[Re: AlphaZen]
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Warlord
Registered: 04/25/03
Posts: 2868
Loc: Liechtenstein
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Ich widerspreche dir nur ungern - aber wenn sich auch Ddraiggy nicht blicken lässt, muss es einer tun.
Ich habe den ersten Teil zwecks Vorbereitung vor ein paar Tagen noch einmal angesehen. Und er ist viel besser, als du dich erinnern magst. Tatsächlich ist die Story in sich nämlich durchaus logisch, nett erzählt aber, wie ich erwähnt habe, ist der Plot recht einfach und nicht besonders originell. Aber dafür originell erzählt.
"Tron: Legacy" hätte da einiges an Potential gehabt, wenn man nicht nur den Look upgedatet hätte - gerade auch das Internet hat bis auf den erwähnten Upload von Encom OS keinerlei Platz in der Erzählung. Wie toll wäre es gewesen, wenn Clu die Welt durch die Kontrolle der Daten bedroht hätte anstatt dem Blödsinn mit den fünfzigtausend materialisierten Code-Soldaten?
Ehrlich gesagt hatte ich fast keine Erwartungen, da ich von genügend kompetenten Leuten vorgewarnt wurde - dass ich aber ein derart lieblos hingeklatsches Stück Filmkadaver gezeigt bekomme, hat mich dann doch masslos enttäuscht.
"Star Wars - Episode 1" ist dagegen ja hohe Filmkunst!
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#437565 - 02/01/11 06:05 AM
Re: Kino, Kino, Kino
[Re: Patarival]
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Angel
Registered: 03/10/03
Posts: 556
Loc: Germany
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Ich hab mir Tron Legacy auch angeschaut. Im ersten Moment und "objektiv" gesehen fand ich ihn auch nicht so toll, subjektiv aber schon, und nach einiger Ueberlegung im Nachhinein habe ich beschlossen, dass ich ihn sogar richtig gut fand. Soundtrack und visueller Stil reichten mir schon, um mich entspannt durch den Film tragen zu lassen. Sicher haette man aus dem Material noch mehr machen koennen und vielleicht auch sollen, aber auch so habe ich sehr viele Eindruecke mitgenommen, mehr als aus so manchem normalen Blockbuster. Atmosphaerisch konnte Tron Legacy meiner Meinung nach durchaus mit Groessen wie Blade Runner, Metropolis u.a. mithalten. Optimistisch war der Film auch nicht wirklich (ueberraschend fuer Disney), und zudem sehr subtil. Und ich habe eine Schwaeche fuer derartige Endzeitstreifen.  Anspielungen gab es auch genug, wovon ich sicher nur ein paar bemerkt habe -- beim Namen vom Barbesitzer haben ich und ein paar andere im Kino sich kurz ins Faeustchen gelacht.  Wie auch immer, die Meinungen ueber Tron Legacy sind offenbar sehr gespalten, aus welchen Gruenden auch immer. Ich fand ihn jedenfalls gut.
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#437601 - 02/01/11 10:56 AM
Re: Kino, Kino, Kino
[Re: sreneer]
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Druid
Registered: 11/24/04
Posts: 342
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Der erste Tron lief ja vor ein paar Wochen/einigen Monaten im Fernsehen, den hab ich mir extra angesehen, weil ich nicht wusste, ob ich den Film davor überhaupt schon einmal am Stück gesehen hatte. So lang ist das bei mir also auch nicht her. Klar, Tron Legacy hatte das Potential, mehr zu sein. Aber welcher Film (bzw. hauptsächlich Blockbuster) hat das nicht? Im Gegensatz zu manch anderem Werk hat es mich bei Tron Legacy aber auch nicht gestört. Denn ich habe bekommen, was ich wollte. 
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#437668 - 02/01/11 11:26 PM
Re: Kino, Kino, Kino
[Re: Patarival]
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Ancient Dragon
Registered: 03/10/03
Posts: 8023
Loc: Krynn
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Ich widerspreche dir nur ungern - aber wenn sich auch Ddraiggy nicht blicken lässt, muss es einer tun. Nett, dass Du für mich eingesprungen bist. Mach das nie wieder.  Ich für meinen Teil habe anhand der Previews schon geahnt, dass das nix wird, und mir den Film deshalb gar nicht erst gegeben. Man mag es Verklärung nennen, vielleicht ist es aber auch eine Frage der Zeit, in der man aufgewachsen ist. Der originale TRON hat uns damals schwer begeistert, er war und ist Kult und ein Nachfolger aus der inzwischen zur FX-Suppenküche verkommenen Hollywoodfilmwelt unserer Tage konnte dagegen nicht anstinken. Es kann nur Einen geben.  ...und die Idee von Persönlichkeiten in digitalen Welten. Letzteres ist auf dem Weg, Realität zu werden. Als ob das noch irgendjemanden interessieren würde, außer den nerdigen Losern, die sich in Second Life rumdrücken. Umgekehrt haben wir es doch bereits, und das ist auch viiiiiiiel schicker. KLICK MICH KLICK MICH KLICK MICH KLICK MICH KLICK MICH KLICK MICH und so weiter ...
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#437900 - 02/04/11 05:55 AM
Re: Kino, Kino, Kino
[Re: Ddraigfyre]
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Archmage
Registered: 03/11/03
Posts: 9144
Loc: Franken
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HEREAFTER:
In seinem neuen Film verwebt Regisseur Clint Eastwood drei Geschichten in drei verschiedenen Ländern miteinander, die allesamt mit dem Tod zu tun haben: In den USA hat George Lonegan (Matt Damon) sehr erfolgreich als Medium gearbeitet, sich dann aber aus dem Geschäft zurückgezogen, weil er das, was sein geschäftstüchtiger Bruder Billy (Jay Mohr) als Gabe bezeichnet, vielmehr als Fluch sieht. Doch so einfach kann er sich seiner, nennen wir es mal "Fähigkeit", nicht entziehen. In England hat der junge Marcus durch einen Unfall seinen Zwillingsbruder Jason verloren und sucht fieberhaft nach einem Weg, Kontakt zu ihm aufzunehmen - womit er sich gleichzeitig immer weiter von seiner Umwelt und seinen Pflegeeltern entfernt. Und die französische Starreporterin Marie LeLay (Cécile de France) hat ein Buch über ihre Nahtoderfahrung geschrieben, die sie hatte, als sie den Tsunami im Jahr 2004 knapp überlebte. Wie bei Episodenfilmen dieser Art üblich, kreuzen sich die Wege der drei Hauptdarsteller gegen Ende scheinbar schicksalhaft ...
Clint Eastwoods neuer Film - das Projekt wurde ihm vermittelt von Steven Spielberg, der auch als Co-Produzent beteiligt ist - orientiert sich deutlich erkennbar an Vorbildern wie Robert Altmans "Short Cuts" oder Alejandro Gonzalez Inarritus "Babel". Leider erreicht er nicht deren Klasse. Zwar erzählt Eastwood die Geschichten der drei Protagonisten behutsam und einfühlsam und schafft es auch mehr oder weniger gut, die Frage offen und der Entscheidung der Zuschauer zu überlassen, ob es tatsächlich ein "Leben nach dem Tod" oder etwas in der Art gibt oder nicht. Auch gibt es einige wirklich starke und beklemmende Szenen, allen voran den Tsunami gleich zu Beginn des Films (durch den sich "Hereafter" auch seine einzige OSCAR-Nominierung erarbeitet hat: für die Spezialeffekte), aber auch ruhige, scheinbar unspektaluäre Szenen wie das Kennenlernen von George und Melanie (Bryce Dallas Howard mit der IMHO stärksten schauspielerischen Leistung des Films) in einem Kochkurs. Doch insgesamt hat mich "Hereafter" erstaunlich kalt gelassen, habe ich mich zwischendurch sogar ein klein wenig gelangweilt. Die Handlung erreicht für mein Empfinden einfach nicht die Tiefe, die nötig wäre, um das Publikum wirklich zu fesseln. Auch die Dialoge sind zu selten intelligent und einprägsam genug, um über gehobenes Mittelmaß hinauszukommen. Zudem ist das Ende erstaunlich kitschig geraten, auch wenn das dem ansonsten recht nüchtern daherkommenden Film wenigstens doch noch eine eigene Note gibt.
Fazit: "Hereafter" ist ein Film, der durchaus gefällt und in seinen besten Momenten sogar bewegt - insgesamt aber zu unentschlossen, auch zu oberflächlich bleibt, um zumindest mich begeistern zu können. Da mögen manche darüber schimpfen, daß Inarritus "Babel" zu konstruiert oder zu übertrieben sei - meiner Meinung nach ist er doppelt so gut wie "Hereafter". Für den gibt es von mir knapp 6,5 Punkte.
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#439044 - 02/17/11 06:34 AM
Re: Kino, Kino, Kino
[Re: Lurker]
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Archmage
Registered: 03/11/03
Posts: 9144
Loc: Franken
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Es gibt ja im Kinobereich immer verschiedene Jahrescharts, die angeboten werden. Konkret gibt es solche, die - wie ich es bevorzuge - alle Kinobesuche vom 1. Januar bis zum Silvesterabend zählen, und solche, die nur Filme beinhalten, die im entsprechenden Jahr in den deutschen Kinos gestartet sind (aber dann auch noch Zuschauerzahlen addieren, die von diesen Filmen NACH dem Kalenderjahr angesammelt wurden).
Deshalb ist der meistbesuchte Kinofilm in Deutschland im Jahr 2010 der im Dezember 2009 gestartete "Avatar". Die in der Öffentlichkeit meist verwendeten Jahrescharts nach Startjahr sehen hingegen wie folgt aus (etliche Filme, die 2010 gestartet sind, laufen zwar noch, aber der Abstand zwischen Platz 10 und dem Rest ist so groß, daß sich an den Plazierungen in den Top10 nichts mehr ändern sollte):
1. Harry Potter und die Heiligtümer des Todes - Teil 1: 5,65 Millionen Zuschauer 2. Rapunzel: 3,74 Mio. 3. Eclipse - Biss zum Abendrot: 3,71 Mio. 4. Inception: 3,42 Mio. 5. Alice im Wunderland: 2,97 Mio. 6. Sex and the City 2: 2,57 Mio. 7. Ich - Einfach unverbesserlich: 2,49 Mio. 8. Für immer Shrek: 2,43 Mio. 9. Kindsköpfe: 2,1 Mio. 10. Sherlock Holmes: 1,73 Mio.
Diese Zahlen zeigen auch, wie schwach das Kinojahr 2010 in kommerzieller Hinsicht war. Ohne die "Avatar"-Zahlen wäre die Gesamtbesucherzahl in fast schon historische Tiefen gesunken. Kein einziger Film, der 2010 startete, hat eine doppelte Goldene Leinwand für sechs Millionen Besucher erreicht - 2009 waren es noch deren drei! Seit der Jahrtausendwende ist 2010 das erste Jahr, das keinen Film mit doppelter Goldener Leinwand hervorgebracht hat! Natürlich lag das auch an der Qualität der letztjährigen Blockbuster, zumal waren die sonst so zuschauerträchtigen Fortsetzungen diesmal fast ausschließlich auf (zumindest hierzulande) nicht überragend beliebte Filmreihen beschränkt (einzige Ausnahme: der obligatorische Harry Potter) und zudem häufig qualitativ unter den Erwartungen bleibend (das konnten die vielen guten "kleinen" Filme dann eben auch nicht mehr ausgleichen). 2011 wird das mit u.a. einem neuen "Fluch der Karibik" und "Ice Age 4" sicher anders werden, außerdem gibt es weder eine Männer-Fußball-WM noch Olympische Spiele, daher wird es in diesem Jahr unter Garantie wieder bergauf gehen, was die Zuschauerzahlen betrifft (und hoffentlich auch in qualitativer Hinsicht).
Ich selbst habe übrigens gerade mal drei der Top10-Filme gesehen (die 1, die 4 und die 10) ...
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#439466 - 02/22/11 12:28 PM
Re: Kino, Kino, Kino
[Re: Patarival]
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Archmage
Registered: 03/11/03
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Loc: Franken
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Da am Sonntag schon die OSCAR-Verleihung stattfindet und ich bislang erst schändliche zwei der der zehn "Best Picture"-Nominierten gesehen hatte, will ich bis Sonntag eine echte OSCAR-Woche mit vier weiteren "Best Picture"-Nominees sehen (sofern mir die blöden Bahnstreiks nicht dazwischen kommen). Hier nun der erste Teil: BLACK SWAN:Nina Sayers (die große OSCAR-Favoritin Natalie Portman) ist eine sehr gute Ballerina, die aber noch keine ganz großen Rollen tanzen durfte und so langsam in ein Alter kommt, in dem eine Ballerina ihren Durchbruch schaffen muß, wenn sie zum Star werden will. Als der Ballettdirektor Thomas Leroy (Vincent Cassel) den bisherigen Star Beth Macintyre (Winona Ryder) absägt, bekommt Nina endlich ihre große Chance: Sie soll die Hauptrolle der Schwanenkönigin in Tschaikowskys "Schwanensee" spielen - obwohl Thomas Zweifel hat, ob sie auch den "bösen" schwarzen Schwan spielen kann und nicht nur den "guten" weißen. Kann die disziplinierte Nina dem zunehmenden Druck standhalten und den verruchten, lasterhaften schwarzen Schwan in sich selbst finden? Wenn jemand vor einem Jahr behauptet hätte, daß ein Ballettfilm, der noch dazu vom zwar von den Kritikern hochgelobten, aber für das Massenpublikum eigentlich zu anspruchsvollen Regisseur Darren Aronofsky ("Pi", "Requiem for a dream", "The Fountain", "The Wrestler") inszeniert wurde, alleine in den USA über $100 Millionen einspielen würde, hätte ihn wohl jeder Branchenexperte und auch jeder normale Filmfan für verrückt erklärt. Daß "Black Swan" dieses Kunststück gelungen ist, zeigt bereits, daß es sich um einen wahrlich außergewöhnlichen Film handelt. Aronofsky hat der großartigen Natalie Portman die Rolle ihres Lebens auf den zierlichen Leib geschrieben und es ist ihm gelungen, einen Film zu drehen, der als vergleichsweise konventioneller "Sportfilm" beginnt, in dem vor allem Ninas Training im Vordergrund steht, sich aber Stück um Stück zu einer Mischung aus waschechtem Psycho-Thriller und Charakterdrama mit sogar leichten Horrorelementen entwickelt. Erstaunlicherweise wirkt diese Entwicklung richtig rund, was auch darin begründet liegt, daß Aronofsky bereits in der ersten, "normalen" Filmhälfte raffiniert kleine Andeutungen des Kommenden eingebaut hat. Natürlich wird die Geschichte von Natalie Portmans toller Tour de Force-Performance getragen, neben ihrer tänzerischen Darstellung überzeugt vor allem, wie sie den immer stärker werdenden psychischen Druck von allen Seiten und die daraus folgende zunehmende Verlorenheit von Nina zum Ausdruck bringt. Sie, die von klein auf von ihrer dominanten Mutter (Barbara Hershey) zum kommenden Ballettstar gedrillt wurde; die von Thomas gleichzeitig dazu gedrängt wird, ebenjene Disziplin, die sie zu einer technisch nahezu perfekten Tänzerin gemacht hat, für die Rolle des schwarzen Schwans zu vergessen; die von ihrer leichtlebigen, mit einer ebenso natürlichen wie intensiven Ausstrahlung gesegneten Kollegin/Konkurrentin Lily (Mila Kunis) in die Versuchungen des Nachtlebens eingeführt wird; die den beißenden Neid einiger Konkurrentinen ertragen muß; sie will und muß versuchen, alles unter einen Hut zu bringen und am Premierenabend eine perfekte Schwanenkönigin zu tanzen. Besser als Natalie Portman kann man diese Figur wohl nicht spielen.  Doch wenn man ehrlich ist, ist es ja keine Überraschung, daß Natalie Portman eine tolle Schauspielerin ist. Auch Vincent Cassel und Barbara Hershey haben oft genug bewiesen, was sie können. Die eigentliche Überraschung von "Black Swan" ist deshalb Mila Kunis. Wer hätte gedacht, daß die zickige Jackie Burkhart aus der Sitcom "Die wilden Siebziger", die fehlbesetzte Mona Sax aus der "Max Payne"-Verfilmung eine richtig starke Schauspielerin ist? Ich denke und hoffe, für ihre Karriere ist "Black Swan" sogar noch wichtiger als für Portmans. Neben der raffinierten Inszenierung und den vier tollen Darstellern (Winona Ryders Rolle ist zu klein, um sie dazuzählen zu können) tragen natürlich noch mehr Elemente dazu bei, daß "Black Swan" ein sehr guter Film ist: Aronofsky hervorragender Stammkomponist Clint Mansell zeigt diesmal, daß er auch willens und fähig ist, sich selbst etwas zurückzunehmen, indem er "lediglich" Tschaikowskys weltberühmte Melodien adaptiert und im Sinne der Story leicht verändert. Dies gelingt ihm einwandfrei, auch wenn sein Soundtrack aufgrund zu wenig eigenen Inputs nicht OSCAR-berechtigt war. Kamera, Ton, Tanz-Choreographie und Spezialeffekte sind ebenfalls einwandfrei gelungen. Das einzige, was zu Kritik Anlaß gibt, ist die Handlung selbst. Zumindest wird wohl kaum jeder damit zufrieden sein, da sie erstens generell ziemlich konventionell ist, zweitens aber vor allem mit zwar starken, überzeugend dargestellten, aber doch ziemlich klischeehaften Figuren aufwartet. Die ultra-disziplinierte Ballerina, die dominante "Eislaufmutter", der verführerische Tanz-Direktor, die eifersüchtigen Konkurrentinnen - das alles wirkt zumindest sehr klischeehaft. Wie es in der echten Welt des hochprofessionellen Balletts aussieht, kann ich natürlich nicht beurteilen. Allzu sehr haben mich die Klischees auch deshalb nicht gestört, weil sie innerhalb des Films einfach hervorragend und plausibel umgesetzt wurden. Es gibt aber sicher genügend Leute, die sich daran stören. Fazit: "Black Swan" ist vor allem in der zweiten Filmhälfte ein atemberaubendes, visuell wie akustisch beeindruckendes und hervorragend gespieltes Kunstwerk, das aber zumindest ein gewisses Offensein gegenüber der Welt des Ballett erfordert. 8,5 Punkte.
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#439576 - 02/24/11 03:53 AM
Re: Kino, Kino, Kino
[Re: Ralf]
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Archmage
Registered: 03/11/03
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Loc: Franken
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Teil 2 und 3 meiner OSCAR-Woche: THE KING´S SPEECH:England, 1930er Jahre: Prinz Albert (der große OSCAR-Favorit Colin Firth), von seinen wenigen Freunden Bertie genannt, ist ein Stotterer. Im aufkommenden Zeitalter des Radios ist das durchaus problematisch, zumal sein Vater König George V. (Michael Gambon) darauf besteht, daß nicht nur er, sondern auch seine Söhne auf diese Weise vom Volk sprechen. Bertie versucht etliche Sprachtherapeuten, doch ohne Erfolg. Als er eigentlich schon resigniert hat, findet seine fürsorgende Ehefrau Elizabeth (die vermutlich wir alle nur noch als "Queen Mum" kennen, gespielt von Helena Bonham Carter) den australischen Ex-Schauspieler Lionel Logue (wie Bonham Carter ebenfalls für den OSCAR nominiert: Geoffrey Rush), dessen unkonventionelle Methoden beim zunächst unwilligen Bertie tatsächlich zu fruchten scheinen. Was auch bitter nötig ist, denn es kündigt sich an, daß sein älterer Bruder David (Guy Pearce) den Thronanspruch zugunsten der Liebe aufgeben könnte ... "The King´s Speech" vom bislang überwiegend als TV-Regisseur bekannten Briten Tom Hooper hat mit 12 die meisten OSCAR-Nominierungen in diesem Jahr erhalten und hat inzwischen auch den lange Zeit favorisierten "The Social Network" als Topfavorit in der Hauptkategorie "Bester Film" abgelöst. Worüber vor allem amerikanische Fans und Kritiker ziemlich sauer sind, die "The Social Network" für den "wichtigeren" Film halten und "The King´s Speech" für "nur" ein sehr gutes Feelgood-Movie. Quasi so ähnlich wie vor einigen Jahren, als überraschend "Shakespeare in Love" den Favoriten "Der Soldat James Ryan" besiegte. Ich persönlich muß sagen, daß beide Filme die Ehrung durchaus verdient hätten (ebenso wie "Black Swan" und der Film, den ich als nächsten rezensieren werde - es ist tatsächlich eine gute OSCAR-Saison!), würde ich jedoch zur Wahl zwischen diesen beiden Filmen gezwungen, würde ich mich ebenfalls für "The Social Network" entscheiden. "The King´s Speech" ist tatsächlich ein sehr guter Film mit einer erneut herausragenden darstellerischen Leistung von Colin Firth (die ich übrigens angesichts der Thematik bewußt in der Originalversion mit Untertiteln genossen habe) und einem ganz allgemein großartigen Schauspielerensemble (in Nebenrollen sind neben den genannten u.a. noch Sir Derek Jacobi, Jennifer Ehle und Timothy Spall zu sehen), einer schönen Musik vom ebenfalls OSCAR-nominierten Alexandre Desplat, spritzigen Dialogen und einem gelungenen Finale. Aber im Vergleich zum cineastisch anspruchsvollen "The Social Network" ist "The King´s Speech" eben doch ziemlich geradlinig und simpel gestrickt. Ein echtes Feelgood-Movie eben, definitiv mit dem Herz auf dem rechten Fleck, aber nicht besonders anspruchsvoll. Dafür vergebe ich gute 8 Punkte und drücke Colin Firth die Daumen für den eigentlich bereits letztes Jahr für "A Single Man" verdienten Hauptdarsteller-Preis. Und wenn "The King´s Speech" auch als Bester Film ausgezeichnet wird, soll es mir recht sein. Die Daumen werde ich in dieser Kategorie jedoch eher für andere drücken. 127 HOURS:Die Handlung von "127 Hours" ist sehr schnell zusammengefaßt: Aron Ralston (gleichzeitig OSCAR-Moderator und -Nominee: James Franco) geht am Wochenende auf eine Mountainbike-/Klettertour in den Canyons von Utah, ohne irgendjemandem Bescheid zu geben. In einer Felsspalte löst sich ein Felsbrocken und klemmt Arons rechten Arm so unglücklich ein, daß er komplett feststeckt. Aron versucht alles, um sich aus der Situation zu befreien und stellt sich dabei sogar ziemlich geschickt an - wird es ihm gelingen? Danny Boyle hat sich inzwischen als einer der besten und vielseitigsten Regisseure etabliert: Ob "Trainspotting", "28 Days Later", "Sunshine" oder "Slumdog Millionär" - Boyle wagt sich immer wieder an völlig neue Themen heran und meistens wissen die Ergebnisse sehr zu überzeugen. Das ist bei "127 Hours" nicht anders. Die Reihe der starken Darstellerleistungen in dieser OSCAR-Saison bereichert für viele sicherlich überraschend der bislang offensichtlich unterschätzte James Franco mit einer grandiosen Tour de Force. Wie Tom Hanks in "Verschollen" trägt er allein den Film und liefert auch dank Boyles überraschender Regie- und Drehbucheinfälle eine wunderbare One-Man-Show ab. Zwar gibt es zwischendurch immer wieder Erinnerungsfetzen und Phantasien Arons, die nahezu perfekt mit der minimalistischen Handlung verwoben sind - aber die dort auftauchenden Nebenfiguren dienen ausschließlich zur Unterstützung von Francos Leistung. Auch "127 Hours" kann zudem mit einem grandiosen Soundtrack von A.R. Rahman (OSCAR für "Slumdog Millionär") aufwarten, die vor allem den Schluß mit zu einem wahrlich denkwürdigen, aufwühlenden Erlebnis macht. Zwar wird die Musik durchaus manipulativ eingesetzt, um die Emotionen zu verstärken, was vielleicht nicht jeder mag. Aber für sich genommen ist sie grandios und im Zusammenspiel mit dem Film bewirkt sie wahre Wunder! Fazit: "127 Hours" ist eine sehr starke emotionale Erfahrung, allerdings nicht im Gegensatz zu "The King´s Speech" nicht gerade das Feelgood-Movie des Jahres, zudem nichts für schwache Nerven oder allgemein für Zartbesaitete. 9 Punkte.
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#439623 - 02/25/11 03:27 AM
Re: Kino, Kino, Kino
[Re: Ralf]
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Archmage
Registered: 03/11/03
Posts: 9144
Loc: Franken
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Teil 4 meiner OSCAR-Woche ("True Grit") muß leider entfallen, da sich wieder einmal in dieser Gesellschaft, in der alle ständig nach Solidarität schreien, eine Berufsgruppe mit ihren keinesfalls weniger hart arbeitenden Kollegen an weniger exponierter Stelle entsolidarisiert hat und zudem das Instrument des Warnstreiks durch den komplett sinnlosen doppelten Einsatz innerhalb nicht einmal einer Woche mißbraucht. Warum genau bin ich eigentlich Bahnkunde, obwohl doch irgendwie alle Beteiligten dafür sorgen, daß so gut wie nie alles nach Plan funktioniert? Mein Beileid für all jene, die durch den heutigen Streik nicht einfach nur einen Kinobesuch verpassen, sondern (wieder mal) kostbare Arbeitszeit verschwenden müssen ... Edit: Hätte ich wohl lieber zu den "Aufregern" schreiben sollen, aber was soll´s. Mußte einfach mal raus. 
Edited by Ralf (02/25/11 04:52 AM)
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#439765 - 02/28/11 05:08 AM
Re: Kino, Kino, Kino
[Re: Ralf]
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Elder Druid
Registered: 03/10/03
Posts: 19514
Loc: Rogue Squadron
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RAPUNZEL - NEU VERFÖNT Ein netter, unterhaltsamer Familienspaß, der mit ein paar Boni kommt : - eine Lektion in Schwarzer Pädagogik- der warhrscheinlich am beknacktesten aussehendste Zwerg (?) der gesamten Filmgeschichte ! - eine Szene, die mich an eine Szene in Indy Jones - Tempel des Todes erinnert - eine Szene, die mich an Star Wars - Rückkehr der Jedi-Ritter erinnert - ein Hinweis auf Blade Runner Alles in allem sehr unterhaltsam ... - der 3D-Effekt war aber imho nicht den Aufpreis wert, er wurde sehr "behutsam" eingesetzt.
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When you find a big kettle of crazy, it's best not to stir it. --Dilbert cartoon
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#439799 - 02/28/11 02:25 PM
Re: Kino, Kino, Kino
[Re: Ralf]
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Druid
Registered: 11/24/04
Posts: 342
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Ich hab mir in den letzten Tagen einiges an Filmen im Kino angesehen: The King's Speech (leider nicht auf Englisch, weil ich eigentlich in Tron (auf englisch) wollte, aber bei 3D-Filmen die Rabattkarte nicht gilt und King's Speech um die Zeit nicht auf englisch lief; umsonst wollte ich aber auch nicht in die Stadt gefahren sein), Tron Legacy (zum zweiten Mal, und diesmal auf englisch) und 127 Hours (auf englisch). Die sind alle auf ihre Weise wirklich sehr gute Filme.  Tron ist in meiner "mag ich"-Wertung sogar nochmal gestiegen, denn beim zweiten Sehen fielen mir einfach viel mehr Details und Zusammenhänge auf, die mir beim ersten Mal entgangen waren. Aus dem Grund kann ich einige Kritikpunkte, die an manchen Stellen geäußert wurden, nur noch bedingt nachvollziehen, teils auch gar nicht mehr.
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#439814 - 02/28/11 04:00 PM
Re: Kino, Kino, Kino
[Re: Ralf]
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Elder Druid
Registered: 03/10/03
Posts: 19514
Loc: Rogue Squadron
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Mir ist gestern bei der OSCAR-Verleihung aufgefallen, daß die von "Rapunzel" gezeigten Ausschnitte sehr nach "Shrek" aussahen. Nur mal so am Rande erwähnt. Mir kommt ein Typ daraus - und zwar "Hakenhand" - unglaublich bekannt vor, aber ich komme und komme nicht darauf, woher ... Und ja, die "Stadt" und alles sieht vom Stil durchaus etwas nach Schreck aus, allerdings nicht so sehr Cartoonisch-überzogen im Schreck-Stil, sondern eher im Disney-Stil. Ausnahmen bestätigen die Regel. 
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#439982 - 03/03/11 04:37 AM
Re: Kino, Kino, Kino
[Re: AlrikFassbauer]
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Archmage
Registered: 03/11/03
Posts: 9144
Loc: Franken
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POLL:Estland, 1914: Die vierzehnjährige Oda von Siering (Paula Beer), die nach der Scheidung ihrer Eltern viele Jahre lang mit ihrer Mutter in Berlin lebte, überführt nach deren Tod ihre Leiche per Zug nach Estland, wo ihr Vater mit seiner neuen Familie lebt. Ebbo von Siering (Edgar Selge) ist ein Professor der Medizin, der aber seinen Lehrstuhl verloren hat, da er mit ethisch fragwürdigen Experimenten an den Leichen von Kriminellen nachweisen will, daß sich das Böse im Menschen in einer bestimmten Drüse im Gehirn lokalisieren läßt. Oda soll nun ebenfalls bei ihrem Vater leben, hat aber verständlicherweise gewisse Eingewöhnungsprobleme, zumal sie selbst sich sehr verschlossen gibt und auch nicht übermäßig begeistert empfangen wird. Nur ein Halbbruder zeigt (inzestuöses) Interesse an ihr, und ihrem Vater kommt sie durch das Interesse an seinen Experimenten näher. Doch dann findet Oda einen verwundeten estnischen Anarchisten. Obwohl ihr Vater an ebenjenen Anarchisten bevorzugt seine Experimente vornimmt und zudem mit den russischen Truppen zusammenarbeitet, die gegen die Anarchisten kämpfen, versteckt Oda den Verwundeten - der sich weigert, seinen Namen zu nennen und sich von ihr nur "Schnaps" nennen läßt -, pflegt ihn gesund und verliebt sich in ihn ... "Poll" ist ein sehr ungewöhnlicher und auch ein sehr schöner deutscher Kinofilm - zumindest, was Optik und Akustik betrifft. Die stilvollen, athmosphärischen Bilder der estnischen Landschaft wirken fast wie Gemälde, die Musik von Annette Focks untermalt die Szenen ausgesprochen stimmungsvoll. Auch die Schauspieler um Edgar Selge, Richy Müller, Jeanette Hain und Newcomerin Paula Beer wissen zu überzeugen. Leider krankt der Film von Chris Kraus ("Vier Minuten") jedoch inhaltlich an einem typisch deutschen Problem: Er erzählt in seinen 140 Minuten seine simple Geschichte sehr, sehr langatmig! Es ist Regisseur Kraus anzumerken, daß er mit "Poll" ein poetisches Epos in der Tradition eines Terrence Malick (speziell in dessen Frühwerken "Badlands" und "In der Glut des Südens") schaffen wollte. Leider fehlt es dafür vor allem an der Poesie. Denn trotz der aufgezählten Stärken des Films gelingt es ihm so gut wie nie, denkwürdige Szenen oder Dialoge zu bieten. Und immer, wenn es doch mal Ansätze davon zu sehen gibt, werden diese sofort wieder abgewürgt. Schade um das unverbrauchte, mutige Szenario, denn mit einer inhaltsvolleren, aber dafür stringenter erzählten Story hätte "Poll" ein richtig guter Film werden können. So ist er nur Mittelmaß, das zudem ein gewisses Zielgruppenproblem hat, wie ich selbst erleben durften. Eigentlich zielt "Poll" eindeutig auf das Arthouse-Publikum ab - schreckt dieses dann aber vor allem mit den sehr expliziten Sezier-Szenen des Professors wieder ab, was in meiner Vorstellung zu einer nie zuvor erlebten "Abbrecher-Quote" von zwei Dritteln führte, die den Film bereits innerhalb der ersten Stunde verließen (okay, das sind vier von sechs Zuschauern, was nicht gerade repräsentativ ist, aber trotzdem bemerkenswert  ) ... 6 Punkte.
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