#7903 - 03/13/06 01:25 PM
Re: Die Geisha
|
Archmage
Registered: 03/11/03
Posts: 9122
Loc: Franken
|
UNDERWORLD: EVOLUTION:
Nach den Ereignissen aus "Underworld" (an die zu Beginn des Films zum Glück recht ausführlich erinnert wird) sind Vampirin Selene (von Regisseur und Ehemann Len Wiseman wieder sehr sexy in Szene gesetzt: Kate Beckinsale) und Vampir-/Werwolf-Hybrid Michael (Scott Speedman) auf der Flucht. Ihnen auf den Fersen ist der allererste Vampir Marcus (Tony Curran), der von Kraven - einem der Bösewichte des ersten Teils - wiedererweckt wurde (warum habe ich ehrlich gesagt nicht ganz mitbekommen) und nun seinen Zwillingsbruder William (Brian Steele), den allerersten Werwolf, aus seinem Gefängnis befreien will. Und, wie sollte es anders sein, Selene und Michael sind der Schlüssel zu diesem Vorhaben, was natürlich wieder zu jeder Menge styliger und recht gut choreographierter Action führt ...
Im Grunde genommen muß ich nicht viel mehr schreiben. "Underworld: Evolution" ist eine reinrassige Fortsetzung des ersten Teils, mit den gleichen Stärken (Kate Beckinsale, Gothic-Atmosphäre, viel Action) und Schwächen (dünne, teilweise eher albern anmutende Handlung, mangelnde Logik und Nachvollziehbarkeit). Nunja, eine Schwäche kommt doch neu dazu: Es wird zu viel gestorben! Nein, damit meine ich nicht den üblichen "Body Count" an Kanonenfutter, vielmehr sterben diesmal fast alle halbwegs interessanten Charaktere - und das ist so vorhersehbar, daß die Erwähnung an dieser Stelle nicht mal ein echter Spoiler ist ...
Das ist wirklich schade, da die Charaktere (namhafter Neuzugang unter den Darstellern ist übrigens Sir Derek Jacobi) durchaus Entwicklungspotential hätten (aufgrund des relativ großen Erfolges dürfte es sowieso eine weitere Fortsetzung geben) und so schlicht verschwendet werden.
Dennoch habe ich mich insgesamt noch gut unterhalten gefühlt. Mit einem ausgefeilten Drehbuch und neuen Charakteren, die nicht gleich sterben, könnten weitere Teile der "Underworld"-Reihe sogar richtig gut werden ...
Knappe 7,5 Punkte (der halbe Pluspunkt geht auf Ms. Beckinsales Kappe  ).
Edited by Ralf (03/13/06 01:27 PM)
|
|
Top
|
|
|
|
#7904 - 03/15/06 01:32 PM
Re: Die Geisha
|
Death Dragon
Registered: 03/11/03
Posts: 1587
|
Der Pinke Panther: Schrammt knapp an einem Gut vorbei. Teilweise besser, aber auch wieder etwas schlechter als der Vorgänger... zumindest den den ich kenne... falls es da noch mehr von der Sorte gibt. Blöd fand ich den Ball. Sehr gut gefallen hat mir "Ist der Raum wirklich Schalldicht?"  ---------------- Underworld 2: Erhält nicht ganz ein Sehr Gut. Es war aber wieder ein Film so richtig nach meinem Geschmack.  @Ralf: Spoiler : Craven will ihn nicht erwecken sondern umbringen solange er noch schläft. Dummerweise ist von dem einen der dort gestorben ist etwas Blut durch das M Siegel durchgesickert und Markus war schon erwacht... mit dem Wissen was Craven angestellt hatte.
|
|
Top
|
|
|
|
#7906 - 03/20/06 03:18 AM
Re: Die Geisha
|
Warlord
Registered: 04/25/03
Posts: 2867
Loc: Liechtenstein
|
Nach langer Zeit war auch ich wieder einmal im Kino. Aus Zeitmangel musste ich mich jedoch mit dem Kino um die Ecke begnügen, in dem nur ein Film lief und das auch noch auf Deutsch. Aber ich will mal nicht undankbar sein, denn ich war in:
V WIE VENDETTA
Ich kenne den Comic ein wenig und so war ich doch sehr gespant, wie der wirklich geniale Stil des Comics so auf die Leinwand gebracht wurde.
Das ist übrigens der Film, in dem die Leute immer sagen: "O mein Gott, da hat doch Natalie Portman extra die Haare abrasieren müssen! Sie ist ja so toll!"
Ich weiss nicht, was die Leute haben? Für das Geld, das die gekriegt hat, würde ich mir jeden Tag zweimal die Haare abrasieren lassen!
Aber zum Film:
Eine Vendetta ist ein Rachezug und genau das hat V (Hugo Weaving) auch vor: Ein teilweise persönlicher Rachefeldzug. Gleichzeitig will er allerdings das politische System zum Einsturz bringen, welches aus dem England der nahen Zukunft praktisch ein zweites drittes Reich gemacht haben (wäre das dann das vierte Reich?).
Aber von der Story möchte ich nicht mehr erzählen. Der Film aht mir ausserordentlich gut gefallen!
Eigentlich hat der Film ziemlich wenig Action. Kämpfe beschränken sich auf das Wesentliche. Wenn dann aber mal gekämpft wird, ist es ziemlich gut in Szene gesetzt.
Mehrheitlich wird im Film geredet und das meiner Meingung nach sehr gut (wenn auch manchmal das eine oder andere Argument etwas plump daher kommt). Die Dialoge sind (trotz deutscher Synchronisation) gut geschrieben und die Detektivarbeit des Polizisten sind sehr gut eingeflochten.
Was gibt es zu bemängeln?
Natürlich ist er schlussendlich ziemlich vorhersehbar. Auch denke ich, dass der Symbolismus und die zum Teil gestelzten Dialoge (vor allem von V) nicht jedermanns Geschmack sein dürfte.
Ich fand den Film äusserst spannend, gut durchdacht und vor allem gut gemacht (nicht nur technisch). Ich bezweifle, dass er allen so gut gefällt wie mir aber von mir kriegt er 9 Punkte.
EDIT: Ich habe dem Film einen halben Punkt mehr gegeben. Das verdient er einfach.
Edited by Patarival (03/21/06 02:29 AM)
|
|
Top
|
|
|
|
#7908 - 03/20/06 10:30 AM
Re: Die Geisha
|
Archmage
Registered: 03/11/03
Posts: 9122
Loc: Franken
|
Ehrlich gesagt wundert es mich schon, daß dich "Underworld 2" interessiert, Ddraiggy. Hätte eigentlich nicht gedacht, daß das deine Art von Film ist (na gut, und das von jemandem, der hintereinander "The New World" und dann eben "Underworld 2" rezensiert ...  ). Übrigens, Pat: Natalie Portman wird natürlich auch seit Monaten in jedem Interview zu ihrer fehlenden Haarpracht befragt (anfangs, als noch kaum jemand von dem Film wußte, wurden ihr von der britischen Boulevard-Presse deshalb allen Ernstes Neo-Nazi-Tendenzen unterstellt!  ) und sie hat es tatsächlich bis heute durchgehalten, jedes Mal zu betonen, wie toll und befreiend sie diese Extremrasur eigentlich fand. Allerdings fügt sie mittlerweile hinzu, daß sie es nicht unbedingt noch einmal machen würde, weil das Nachwachsen der Haare bei ihr so ewig dauere.  Dabei fand ich die gute Natalie noch nie so sexy wie mit ihrer aktuellen Kurzhaarfrisur ...  Aber genug geplaudert. Nachher werde ich in "The Producers" gehen, auf den ich mich schon seit Monaten freue wie Bolle!  Leider läuft er hier nur in der synchronisierten Fassung, aber wenigstens scheinen die Songs nur untertitelt zu sein. Kritik folgt vermutlich morgen.
|
|
Top
|
|
|
|
#7910 - 03/20/06 11:58 AM
Re: Die Geisha
|
Ancient Dragon
Registered: 03/10/03
Posts: 8022
Loc: Krynn
|
Du weisst doch, dass ich sehr vielseitig interessiert bin, Ralf. Und wer "Vampire - Redemption" zu seinen absoluten Lieblingsspielen zählt, der muss auch Underworld in der DVD-Sammlung haben, bzw. sich demnächst Underworld 2 angucken.
Und von Comic-Verfilmungen halte ich eigentlich auch nicht so sonderlich viel, aber Hugo Weaving würde ich mir auch ansehen, wenn er einen Briefkasten spielt.
Kann ja nicht immer nur tiefgründige Cineastic sein...
PS: Beim Thema "The New World" fällt mir ein - weiss eigentlich jemand, ob man irgendwo "Black Robe" auf DVD bekommt ? Ich habe ihn auf Video, aber meine Suche nach einer DVD-Fassung war bislang erfolglos.
"Black Robe" ist ein sehr empfehlenswerter Film von Bruce Beresford von 1991. Er schildert in beklemmend-schönen Bildern und sehr guter musikalischer Untermalung die Geschichte eines französischen Missionars, der mit ein paar Algonkin-Scouts einen Fluss hinauffährt um die Irokesen zu bekehren und in eine Welt gerät, die für ihn zum Albtraum wird. Der beste "Indianerfim" den ich persönlich je gesehen habe, er bringt sehr viel dieser Kultur herüber.
FILMINFO
TRAILER VIDEO
_________________________
|
|
Top
|
|
|
|
#7912 - 03/21/06 07:48 AM
Re: Die Geisha
|
Archmage
Registered: 03/11/03
Posts: 9122
Loc: Franken
|
Ddraiggy, Hugo Weaving trägt in dem Film aber eine Maske - ich weiß noch nicht, ob den ganzen Film über (schaue ihn mir wahrscheinlich morgen an), aber wohl auf jeden Fall die meiste Zeit. Nur, daß dir das klar ist ...  THE PRODUCERS: Sowas ist selbst in Hollywood nicht alltäglich: Dieser Film, eine von Mel Brooks geschriebene und produzierte Musical-Komödie, basiert auf einem gleichnamigen Broadway-Musical, das wiederum auf Mel Brooks ebenfalls gleichnamiger Satire aus dem Jahr 1968 basiert (in Deutschland allerdings "Frühling für Hitler" heißt) ... Diese neue Version ist die mit Abstand erfolgloseste - was aber keineswegs heißt, daß sie nicht gut wäre! Der glücklose Broadway-Produzent Max Bialystock (Nathan Lane), der durch den scheuen Buchprüfer Leopold Bloom (Matthew Broderick) auf eine vermeintlich grandiose Idee kommt, seine miserable Finanzlage zu retten: Indem er einen garantierten Flop produziert! Denn dann würde niemand bemerken, daß Max nur einen Bruchteil der durch gesammelten Investorengelder tatsächlich für die Produktion des Stückes verwendet hat und er und Leo (der schon immer ein Broadway-Produzent sein wollte) könnten mit dem restlichen Geld unauffällig verschwinden ... Problem: Wie bekomme ich einen garantierten Flop? Lösung: Ich engagiere den schlechtesten Regisseur, die schlechtesten Schauspieler und vor allem das mit Abstand schlechteste Drehbuch, das die Welt je gesehen hat! Und hier kommt der Alt-Nazi und passionierte Taubenzüchter Franz Liebkind (grandios gespielt von Will Ferrell) ins Spiel, dessen Drehbuch "Frühling für Hitler" unfaßbar schlecht ist. Und so nehmen die Dinge ihren Lauf ...  Natürlich ist klar, wie das Ganze enden wird - selbst wenn man weder den 68er-Film noch das Broadway-Stück kennt! Doch darum geht es ja auch gar nicht. Dies ist immerhin ein Film von Mel Brooks ("Spaceballs", "Robin Hood - Helden in Strumpfhosen"), auch wenn er die Regie Susan Stroman überlassen hat, die das Stück bereits am Broadway inszeniert hat. Anders gesagt: Es geht um Gags, Gags und noch mehr Gags! Garniert mit jeder Menge Musical-Einlagen. Während die 68er-Version eher satirisch angelegt war und keine allzu hohe Gagdichte aufwies, ist diese neue Version tatsächlich NOCH alberner! Die Hauptdarsteller Lane und Broderick haben bereits beim mit sagenhaften 12 Tonys (das Broadway-Pendant zu den OSCARs) prämierten Bühnenstück die Hauptrollen gespielt und sind dementsprechend ein eingespieltes Team. Wie alle anderen Schauspieler übertreiben sie maßlos und kein noch so offensichtlicher Gag wird ausgelassen - was aber nichts daran ändert, daß die meisten brüllkomisch sind, nicht zuletzt dank der grandiosen Mimik und Gestik von Lane und Broderick! Die Musical-Einlagen sind ebenfalls sehr gelungen und wunderbar übertrieben glamourös, auch wenn sie manchmal ein klein wenig das Tempo aus dem Film rausnehmen. Glücklicherweise sind die Songs in der deutschen Fassung nur untertitelt, dennoch gehört "The Producers" sicherlich zu den Filmen, die in der englischen Originalversion noch ein ganzes Stück besser sind - alleine Will Ferrells pseudo-deutscher Akzent oder der von Uma Thurman als sexy schwedischer Sekretärin sind so umwerfend komisch, daß man sie am liebsten die ganze Zeit im Original hören würde und nicht nur während der Gesangseinlagen! Dazu brillieren in äußerst skurrilen Gastauftritten bekannte Namen wie Jon Lovitz, Richard Kind (aus "Chaos City") oder Mel Brooks selbst - achja, und einige sehr gelehrige Tauben ...  Außerdem kommen jede Menge Schwulen-Witze dazu. Ehrlich gesagt habe ich mich während des Films schon gefragt, ob das jetzt eigentlich schwulen-feindlich ist oder nicht. Aber das ganze ist so dermaßen übertrieben und unglaubwürdig (fast noch mehr als bei Bullys "(T)Raumschiff"), daß es letztlich wohl doch einfach nur komisch ist. Insgesamt läßt sich sagen, daß ich mindestens seit "Ice Age" nicht mehr so herzlich (und ausführlich) im Kino gelacht habe wie bei "The Producers". Sobald der Film auf DVD erscheint, werde ich ihn mir sofort kaufen!  Aber: Wie gesagt, der Film ist hemmungslos albern und unglaublich politisch unkorrekt. Wer eine tiefsinnige Komödie oder Satire erwartet, der dürfte sich sehr schnell im falschen Film wähnen ... 9 Punkte für die deutsche Fassung. Für die englische mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit sogar noch mehr. Oder wie es im Film so schön heißt: "Wir erklären den Angeklagten für unvorstellbar schuldig!"  Achja, unbedingt den gesamten Abspann abwarten! Zuerst sollte man genau auf die Texte der beiden neuen Lieder achten (eines davon war immerhin für den Golden Globe nominiert), dann gibt es ein paar dreiste "Einflüsterungsversuche" und zum guten Schluß noch eine zusätzliche Szene.
|
|
Top
|
|
|
|
#7913 - 03/21/06 07:57 AM
Re: Die Geisha
|
Ancient Dragon
Registered: 03/10/03
Posts: 8022
Loc: Krynn
|
|
|
Top
|
|
|
|
#7917 - 03/21/06 01:29 PM
Re: Die Geisha
|
Elder Druid
Registered: 03/10/03
Posts: 19505
Loc: Rogue Squadron
|
http://www.sonypictures.de/landing/the-producers/Interessant ist im Download-Bereich das "Songsheet" auf der Internationalen Webseite : Es trägt den Titel "Haben Sie das gehört, das Deutsche ?" Dort kann man scheinbar auch den Spoundtrack anhören (darunter diesen gerade von mir zitierten Titel ...). Ist alles Flash-basiert, daher kann ich keinen Link angeben. P.S. : Ich höre es mir gerade an ... klingt, wie die deutsche Version des Holzfällersongs ... ähnlich grauenvoll ...
_________________________
When you find a big kettle of crazy, it's best not to stir it. --Dilbert cartoon
"Interplay….some zombiefied unlife thing going on there" - skavenhorde at RPGWatch
|
|
Top
|
|
|
|
#7918 - 03/22/06 02:01 PM
Re: McPhee
|
Elder Druid
Registered: 03/10/03
Posts: 19505
Loc: Rogue Squadron
|
EINE ZAUBERHAFTE NANNY
Boah, ich habe selten einen Film gesehen, der so sehr mit Klischees gespielt hat !
Die Geschichte : Ein absolut überforderter Familienvater mietet sich für die Erziehung seiner mißratenen Kinder Haushälterinnen bzw. Erzieherinnen, sogenannte "Nannys". Nummer 7 oder 8 hat gerade freiwillig den Job gekündigt.
Die Kinder legen es darauf an, JEDE Nanny aus dem Haus zu treiben. Sie wollen sich ganz einfach nicht erziehen lassen.
Die einzige Hoffnung, die ihm noch bleibt, ist Nanny McPhee ...
Der Film schwelgt nur so in Klischees. Das Ambiente ist leicht viktorianisch, obwohl ich mir da nicht sicher bin (ich kenne mich mit diesen Zeitepochen und Baustilen nicht großartig aus). Im Grunde zeitlos.
Es fängt mit dem Klischee der mißratenen Kinder an, dem Klischee der Köchin und des Dienstmädchens, der Beruf des Vaters (Bestatter), der Nanny McPhee sowieso, und den Farben im Allgemeinen. Alles ziemlich grell-bunt. Das setzt sich im Laufe der Geschichte fort, ist alles etwas vorhersehbar, aber nicht schlecht in Szene gesetzt.
Für wen ist dieser Film eigentlich gemacht ? Im Prinzip schon für (große) Kinder, alles deutet darauf hin. Und doch wieder nicht, denn einige Details finde ich nicht gerade für Kinder passend, ja sogar geschmacklos. Zumal die Werbung vorher auch nicht so ganz paßt.
Ja, für wen ist es denn nun eigentlich ? Ich weiß es nicht. Ich würde sagen, für Leute im Pubertätsalter. Ich denke, die können mit diesem Film noch am ehesten etwas anfangen.
Fazit : Ein netter Film, mittelmäßig in meinen Augen, der ein paar nette Gags aufweist, aber den ich mir wohl kaum noch einmal ansehen würde. Es ist alles ein bißchen sehr vorhersehbar, irgendwie.
Ich würde dem Film eine 3+ geben, in Schulnoten ausgedrückt.
P.S. : Der Abspann ist recht nett. Lohnt sich mMn zum Anschauen !
_________________________
When you find a big kettle of crazy, it's best not to stir it. --Dilbert cartoon
"Interplay….some zombiefied unlife thing going on there" - skavenhorde at RPGWatch
|
|
Top
|
|
|
|
#7919 - 03/22/06 02:43 PM
V wie Vendetta
|
Death Dragon
Registered: 03/11/03
Posts: 1587
|
M wie Musst du sehen, A wie Absolut klasse, D wie Doller film, E wie Einsamme spitze  V wie Vendetta: sehr gut, ich denke nur das die gute Natalie sich die Haare nicht hätte abschneiden lassen sollen. Wobei es war ja für einen guten Zweck... für diesen Film  Und die wachsen ja hoffentlich wieder nach. ps. so langsam sollte ich meine Bewertungsskala etwas verbreitern... der Platz zwischen Gut und Sehr gut geht mir aus.
|
|
Top
|
|
|
|
#7920 - 03/23/06 10:34 AM
Re: V wie Vendetta
|
Archmage
Registered: 03/11/03
Posts: 9122
Loc: Franken
|
Der Rachefeldzug muß bei mir doch noch etwas warten, stattdessen war ich zunächst in BROKEBACK MOUNTAIN: Das ist er also. Der Film, der als "der schwule Western" in die Kinohistorie eingehen wird. Hat so ziemlich alle Auszeichnungen gewonnen, die es gibt, darunter auch drei OSCARs - allerdings ausgerechnet die Hauptkategorie "Bester Film" sensationellerweise nicht. Ja, und wie isser jetzt, der Film? Ganz ehrlich: Ich hätte ihn auch nicht als "Bester Film" ausgezeichnet! In der Tat war ich bereits mit eher gemäßigten Erwartungen in den Film gegangen und das hat einen einfachen Grund: Ich kann einfach mit diesen epischen Lovestorys á la "Vom Winde verweht" oder "Love Story" wenig anfangen. Und wenn es dann - wie in "Brokeback Mountain" - noch nicht einmal eine bezaubernde Schauspielerin in einer der Hauptrollen gibt, dann ist das normalerweise wirklich kein Film für mich.  Trotzdem hat es sich auf jeden Fall gelohnt, daß ich ihn gesehen habe. Aber zuerst doch noch kurz etwas zum Inhalt, kann ja doch noch jemanden geben, der keine Ahnung hat, worum es eigentlich geht ... Der Süden der USA, in den 1960er Jahren. Die beiden jungen Cowboys Ennis (Heath Ledger) und Jack (Jake Gyllenhaal) ergattern beim Viehzüchter Joe Aguirre (Randy Quaid) einen Job: Sie sollen den Sommer über eine riesige Schafherde auf die saftigen Weidegründe des Brokeback Mountain führen und dort vor Wölfen, Coyoten, Menschen und ähnlichem beschützen.  Tja, es ist einsam dort oben und nachts auch mal ziemlich kalt. Und langsam entdecken Ennis und Jack, eher widerwillig, daß sie nicht nur freundschaftliche Gefühle füreinander hegen ... Nachdem der Job erledigt ist, trennen sich die beiden schweren Herzens voneinander. Beide heiraten und bekommen Kinder, doch ein paar Mal im Jahr treffen sie sich "zum Angeln". Und gerade in dieser kurzen Zeit wird beiden immer wieder klar, wie unglücklich sie in ihrem "normalen" Leben sind. Nun also zur Bewertung: Die erste Stunde des 135-Minuten-Films war ziemlich genau so, wie ich es befürchtet hatte: Sehr langatmig und mit eigentlich keiner Handlung außer der sich anbahnenden, gesellschaftlich unmöglichen Liebesgeschichte. Immerhin konnte die wunderbare, OSCAR-nominierte Kameraarbeit ebenso wie der zurückhaltende, gefühlvolle (und mit dem OSCAR prämierte) Soundtrack von Gustavo Santaolalla mich etwas darüber hinwegtrösten. Als ich dann schon zu überlegen begann, wie ich es rechtfertigen soll, einem Film, der gemeinhin als bester Film des Jahres 2005 gewertet wird, nur fünf oder sechs Punkte zu geben, kam plötzlich der Wendepunkt. Denn die zweite Hälfte von "Brokeback Mountain" ist sehr, sehr gut geworden! Endlich gibt es eine richtige Handlung, vielschichtige und interessante Charaktere. Vor allem die schwierige Beziehung von Ennis zu seiner Frau Alma (Michelle Williams) und den beiden Töchtern ist hervorragend herausgearbeitet, aber auch Jacks Probleme mit dem ihn verachtenden reichen Vater seiner Frau Lureen (Anne Hathaway) sind interessant zu beobachten. Und dazwischen immer wieder die Treffen von Ennis und Jack, die währenddessen ständig schwanken zwischen unbändiger Freude über die kurze gemeinsame Zeit und abgrundtiefer Verzweiflung darüber, daß sie nicht zusammenziehen können/wollen, wie Jack es immer wieder vorschlägt. Gerade in diesen Szenen haben sich Heath Ledger und Jake Gyllenhaal ihre OSCAR-Nominierungen redlich verdient, denn sie spielen ihre tragischen Rollen absolut glaubhaft und immer wieder mit einer geradezu beängstigenden Intensität. Etwas irritierend fand ich allerdings, daß gar nicht erst versucht wurde, die Hauptdarsteller irgendwann mal älter aussehen zu lassen (mal abgesehen von einem Schnurrbart bei Gyllenhaal), während ihre Kinder in jeder Altersstufe von anderen Schauspielern gespielt werden. Folglich sieht beispielsweise Ennis´ ältere Tochter am Ende des Films (wo sie sehr gut von Kate Mara gespielt wird) beinahe genauso alt aus wie Heath Ledger ... Fazit: "Brokeback Mountain" ist sowohl tragische Liebesgeschichte als auch Gesellschaftsbild der USA von den 60ern bis in die 80er. Nach sehr gemächlichem Beginn zeigt Regisseur Ang Lee vor allem in der zweiten Hälfte gewohnte Stärken und zieht den Zuschauer immer stärker in den Bann. Und Kameramann Rodrigo Prieto hat einige wirklich phantastische Bilder geschaffen, die man nicht so schnell vergessen wird. Insgesamt reicht das für freundliche 8 Punkte von jemandem, der das Genre eigentlich nicht sonderlich mag. An Lees frühes Meisterwerk "Der Eissturm" reicht "Brokeback Mountain" IMHO aber nicht heran.
|
|
Top
|
|
|
|
|
|