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#8122 - 10/11/06 11:12 AM Kranc
elgi Offline
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Quote:

Aber davon abgesehen ist "Crank" eine zwar sinnfreie und bisweilen übertrieben brutale, aber bis zum Schluß erfreulich konsequente und ausgesprochen unterhaltsame Action-Komödie mit einem Jason Statham in Hochform. 8 Punkte.



Ausnahmsweise stimme ich Herrn Ralle absolut zu.

Allerdings denke ich, daß der Film sogar noch besser geworden wäre, wenn nicht Statham die Hauptrolle gespielt hätte - ich habe mehr als einmal gedacht, daß Bruce Willis geradezu prädestiniert gewesen wäre für die Rolle.

Egal, auch mit Statham ein netter Film für zwischendurch. Und die Sex-Szene in Chinatown und vor allem der Kampf in der Näherei sind ganz nett anzuschauen.
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#8123 - 10/11/06 01:03 PM Re: Kranc
Ralf Offline
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Ich bitte dich, Elgi! Bruce Willis wäre doch spätestens nach fünf Minuten japsend zusammengebrochen ...
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#8124 - 10/12/06 06:24 PM Re: sommermärchen
harganaxki Offline
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war da noch niemand drin??



nun:
ich habs heute geschafft - und bin ein wenig enttäuscht!

ich hatte mir mehr "gänsehaut-momenten" gerechnet...

der film kommt allerdings ein wenig zuuu dokumentarisch daher; okay - man bekommt etliche gute einblicka auf die mannschaft als solche (in der kabine / im hotel / beim training)
ganz große momente bei den ansprachen von jürgen klinsmann an die truppe!

dennoch:
bei 2 stunden kino hätte ich mehr "stimmung" erwartet - die kam so richtig im film nicht rüber. vielleicht aber hatte ich auch zu große erwartungen an den streifen ob meiner eigenen erlebnisse in diesen 4 wochen

seis drum - mehr als ne 5 is nich drin.

ralle an die front.......

+wech
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#8125 - 10/13/06 08:43 AM Re: sommermärchen
Ralf Offline
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Ich habe ja schon weiter oben geschrieben, daß ich den Film garantiert NICHT im Kino anschauen werde. Erstens, weil er Ende Dezember bereits in der ARD ausgestrahlt wird und zweitens, weil ich eine Doku über Fußball nicht wirklich für Kino-Stoff halte ...
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#8126 - 10/17/06 11:52 AM Re: sommermärchen
Ralf Offline
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Nach langer Zeit mal wieder zwei Kritiken zum Preis von einem:

RICKY BOBBY - KÖNIG DER RENNFAHRER:
Ricky Bobby (Will Ferrell) dominiert die amerikanische NASCAR-Serie und hat alles, wovon er träumt: Eine sexy Frau (Leslie Bibb), zwei Kinder, einen besten Freund (John C. Reilly), der ebenfalls Rennfahrer ist und ihm auf der Strecke potentielle Gegner selbstlos vom Leib hält und vor allem: Jede Menge Geld!
Doch dann taucht der schwule französische Formel1-Fahrer Jean Girard (Sacha Baron Cohen alias Ali G.) in der NASCAR-Serie auf und schlägt Ricky Bobby. Ab da geht es steil bergab für ihn ...

Ein Film wie "Ricky Bobby" (einmal mehr klingt der Originaltitel wesentlich besser: "Talladega Nights") braucht keine lange Rezension: Es handelt sich um eine simple Klamauk-Comedy mit guten Rennszenen, überraschend hochkarätigen Darstellern (neben den Genannten u.a. Michael Clarke Duncan, Amy Adams und Greg Germann) und einem Nichts an Story. Ganz ehrlich: Im Vergleich zu "Ricky Bobby" ist selbst ein bereits ziemlich sinnfreier Film wie "Crank" ein intellektuelles Highlight!
Dennoch war "Ricky Bobby" in den USA ein Riesenhit, während er bei uns gerade mächtig gefloppt ist. Warum?
1. Hierzulande gibt es nunmal kaum NASCAR-Fans.
2. Will Ferrell ist in Amiland ein Superstar, in Deutschland nicht.

Aufgrund dieser beider Punkte wiegt hierzulande auch umso schwerer, daß die Gagdichte des Films zwar ziemlich hoch ist, die Trefferquote aber eher durchschnittlich. Und damit zu wenig, um einen schon im Ansatz so schwachsinnigen Film noch zu einer wirklich gelungenen Komödie zu machen. Gerade die etwa 30 Minuten vor dem großen Finale sind erschreckend langweilig. Daß "Ricky Bobby" dennoch über weite Strecken ordentlich unterhält, liegt vor allem an Sacha Baron Cohen, der seine Rolle als schwuler Franzose mit sichtlichem Vergnügen spielt und an immer noch etlichen gelungenen Gags.
Somit ist "Ricky Bobby - König der Rennfahrer" letztlich eine harmlose, etwas ZU blödsinnige und zugleich etwas zu wenig amüsante Klamauk-Komödie mit Höhen und Tiefen.
5,5 Punkte. Und der Hinweis, daß es nach dem Abspann noch eine zusätzliche Szene gibt.

EINE UNBEQUEME WAHRHEIT:
Der tatsächliche Sieger der US-Präsidentschaftswahl 2000, Al Gore, ist seiner College-Zeit ein engagierter Kämpfer für die Umwelt. Nach seiner Ausbootung bei besagter Skandal-Wahl hat er sich wieder verstärkt diesem Thema gewidmet und tingelt seitdem mit einer interessanten Diashow vor allem durch die USA, aber auch den Rest der Welt, stets in der Hoffnung, die Menschen davon zu überzeugen, daß es höchste Zeit ist, die Zerstörung der Erde zu stoppen.
Regisseur Davis Guggenheim konnte Gore schließlich überreden, einen Film zu drehen, der auf dieser Diashow basiert. Und letztlich ist es auch nicht mehr als eine gefilmte Diashow, aufgelockert durch ein paar Cartoons und einige Schnipsel über Gores Biografie.
Es ist klar, daß auch der Film primär für das von den heimischen Medien und Politikern weitgehend im Unklaren gelassene US-Publikum gedreht wurde. Somit ist für den am Thema interessierten Zuschauer im Rest der Welt das meiste grundsätzlich bekannt, dennoch ist die engagierte Aufbereitung der vielen Fakten durch den überraschend charismatischen Al Gore den Eintrittspreis auf jeden Fall wert. Nicht nur, weil es um eine gute und für uns alle ungemein wichtige Sache geht, sondern auch, weil wohl kaum jemand alle Statistiken kennt, die Gore präsentiert und die einen immer wieder zum Kopfschütteln verleiten - so war mir beispielsweise nicht bekannt, daß amerikanische Autos in China nicht verkauft werden dürfen, weil sie die dortigen Umweltstandards bei weitem nicht erfüllen!
Andererseits war mir aber auch nicht bewußt, daß zwar die USA noch immer das Kyoto-Protokoll ablehnen (das wußte ich natürlich), aber immerhin Dutzende amerikanischer Großstädte sich zur Einhaltung der Vorgaben des Protokolls bekannt haben.
Übrigens: Diverse renommierte Wissenschaftler - sowohl aus den USA als auch aus Europa - haben bestätigt, daß sämtliche von Gore präsentierten Fakten stimmen. Nach den nicht immer ganz faktensicheren Filmen eines Michael Moore ist das schon einer Erwähnung wert ...

Fazit: "Eine unbequeme Wahrheit" ist eine engagierte, bewundernswerte Dokumentation, die hierzulande vielleicht ein paar Jahre zu spät kommt - denn abgesehen von einigen Politikern dürfte bei uns inzwischen fast jeder eingesehen haben, daß die Menschheit dabei ist, ihren Lebensraum möglicherweise ununmehrbar zu vernichten. Für die USA kam der Film vielleicht gerade noch rechtzeitig, jedenfalls wurde er dort überraschend zu einer der erfolgreichsten Dokus aller Zeiten. Bleibt nur zu hoffen, daß die Zuschauer nicht so schnell vergessen - z.B. bei den anstehenden Wahlen ... -, was sie auf der Leinwand gesehen haben (und im Abspann gibt es sogar praktische Tips zum Energiesparen, die auf den europäischen Zuschauer insofern eher kurios wirken, als sie hierzulande eigentlich bereits zum Allgemeinwissen zählen - da merkt man umso mehr, wieviel Nachholbedarf die Amis immer noch haben ...). 9 Punkte.
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#8127 - 10/17/06 12:26 PM Re: sommermärchen
Ddraigfyre Offline
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In Antwort auf:

Doch dann taucht der schwule französische Formel1-Fahrer Jean Girard (Sacha Baron Cohen alias Ali G.) in der NASCAR-Serie auf




Hierbei sollte erwähnt werden, dass für die Amis grundsätzlich ALLE Franzosen schwul sind, ebenso wie alle Deutschen Lederhosen tragen....




In Antwort auf:

Al Gore, ist seiner College-Zeit ein engagierter Kämpfer für die Umwelt. Nach seiner Ausbootung bei besagter Skandal-Wahl hat er sich wieder verstärkt diesem Thema gewidmet




Um es genau zu sagen hat das Thema "Umwelt" im Wahlkampf des "Kämpfers für die Umwelt" Al Gore so gut wie keine Rolle gespielt. Erst seit seiner Zeit als "Oppositioneller" hebt er so lautstark den mahnenden Zeigefinger. Nichtsdesdotrotz ist dieser Film natürlich gut und wichtig - welche Beweggründe auch immer tatsächlich dahinterstehen mögen.



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#8128 - 10/18/06 06:08 AM Re: sommermärchen
Ralf Offline
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Es ist richtig, daß das Thema im Wahlkampf kaum eine Rolle gespielt hat - weil Gore nunmal gewinnen wollte und sich die Amis damals noch weniger für Umwelt interessierten als sie es heute tun.

Es ist jedoch NICHT richtig, daß Gore sich erst seitdem für den Umweltschutz einsetzt, denn seine Dia-Vorträge hat er bereits Jahre VOR seiner (erfolgreichen) Kandidatur zum Vize-Präsidenten gehalten. Auch als Senator hat er sich für das Thema eingesetzt, aber als Vize-Präsident hatte er halt leider nicht den ganz großen Einfluß (es ist ja bekannt, daß ein Vizepräsident eigentlich nur als Notnagel dient, falls dem Präsidenten irgendetwas passiert), wenngleich die Clinton-Administration schon ein bißchen was bewegt hat - ganz im Gegensatz zur Bush-Regierung.
Na gut, die hat auch einiges bewegt. Nur leider in die komplett falsche Richtung ...

Übrigens fällt mir da noch ein interessantes Fakt aus dem Film ein. Bush und seine Pflaumen behaupten ja immer, die Wissenschaftler seien sich uneins darüber, ob der Mensch am Klimawandel Schuld trage. Es gibt aber eine wissenschaftliche Studie, die einen repräsentativen Querschnitt von 10% aller zum Thema Klimawandel veröffentlichten wissenschaftlichen Beiträge untersucht hat (was immerhin fast 1000 Artikel bedeutet). Und davon hat KEIN EINZIGER den Einfluß des Menschen in Zweifel gezogen!

Dann gab es noch eine ähnliche Studie, die einen repräsentativen Querschnitt aller Veröffentlichungen in nicht-wissenschaftlichen Medien in den USA (also Zeitungen, populäre Zeitschriften - eben das, was die "normalen Menschen" deutlich eher lesen als wissenschaftliche Magazine) vorgenommen hat: Und davon haben 53% die Verantwortung des Menschen angezweifelt!

Da merkt man erst mal, wie gut die Lobbyarbeit in der Öffentlichkeit funktioniert. Dagegen hat die Wissenschaft einfach keine Chance ...
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#8129 - 10/18/06 07:12 AM Re: sommermärchen
daedalus Offline
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In Antwort auf:

wenngleich die Clinton-Administration schon ein bißchen was bewegt hat - ganz im Gegensatz zur Bush-Regierung.




Naja, ob Clintons Richtung auch die richtige war?

Er hat das Kyoto-Protokoll verwässert indem er durchsetze dasS Ackerland und Wälder auf den Prozentsatz angerechnet werden, um den Ami-Emissionen gesenkt werden müssen, ausserdem hat er als erster Präsident seit Nixon nicht die Autohersteller gezwungen, den Benzinverbrauch zu senken.
Das hat sogar der Vorzeige-Republikaner Reagan gemacht
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#8130 - 10/18/06 08:43 AM Re: sommermärchen
Ddraigfyre Offline
Ancient Dragon


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In Antwort auf:

Es gibt aber eine wissenschaftliche Studie, die einen repräsentativen Querschnitt von 10% aller zum Thema Klimawandel veröffentlichten wissenschaftlichen Beiträge untersucht hat (was immerhin fast 1000 Artikel bedeutet). Und davon hat KEIN EINZIGER den Einfluß des Menschen in Zweifel gezogen!




Selbst das Pentagon hat eine Studie in Auftrag gegeben, deren Ergebnis einen "hausgemachten" Klimawandel konstatierte.
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#8131 - 11/06/06 09:10 AM Re: sommermärchen
Ralf Offline
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MARIE ANTOINETTE:

Frankreich, 18. Jahrhundert: Die österreichische Prinzessin Marie Antoinette (überzeugend: Kirsten Dunst), zarte 14 Jahre alt, wird aus politischen Gründen mit dem Enkel des französischen Königs Louis XV. (Rip Torn, als Ersatz für den leider kurzfristig abgesprungenen Alain Delon) vermählt. Doch ihr neuer Gemahl, der spätere Louis XVI. (Jason Schwartzman aus "Rushmore"), zeigt sich ihr gegenüber zwar höflich, aber komplett uninteressiert und Marie Antoinette findet einfach keinen Weg, das zu ändern. Natürlich führt das Ausbleiben eines Thronfolgers zu üblem Gerede über das junge und hoffnungslos überforderte Paar und selbst Marie Antoinettes Mutter Maria Teresa (Marianne Faithfull) drängt sie immer wieder, ihren Gatten endlich dazu zu bringen, sie zu schwängern, da nur so ihre Stellung am französischen Königshof sicher sei.
Als Louis XV. plötzlich stirbt und sein reichlich untalentierter Enkel die Königswürde übernehmen muß, gehen die Dinge zusehends den Bach runter ...

"Marie Antoinette" ist Sofia Coppolas dritter Film nach dem hochgelobten "Das Geheimnis ihres Todes" (ebenfalls mit Kirsten Dunst in der Hauptrolle) und dem OSCAR-prämierten "Lost in Translation". Dementsprechend groß waren die Erwartnugen. Doch als der Film beim Festival in Cannes erstmals der Öffentlichkeit präsentiert wurde, gab es laute Buhrufe ... gefolgt von minutenlangem Applaus.
Ähnlich unterschiedlich sind letztlich auch die Kritiken zu "Marie Antoinette" ausgefallen. Die negativen Rezensionen beklagen sich hauptsächlich darüber, daß Coppola entgegen den Erwartungen die politische Dimension des historischen Themas fast komplett ausgeblendet hat und sich stattdessen auf eine bloße Zurschaustellung seiner Titelheldin und des Adels beschränkt.
Die Anhänger des Films dagegen loben die schwelgerische, detailgetreue Darstellung des Lebens auf Versailles, das sorgfältige, ehrliche Portrait des inmitten so vieler Menschen einsamen Teenagers Marie Antoinette sowie die Bloßstellung der geradezu lächerlichen Dekadenz und Rückwärtsgewandtheit der Adligen, die letztlich zu ihrem Untergang führten.

Und beide Seiten haben irgendwie recht. Die Ausstattung und die Kostüme des Films sind absolut OSCAR-verdächtig, der Adelsstand mit seinen schwachsinnigen Sitten wird nach allen Regeln der Kunst vorgeführt (beziehungsweise führt sich selbst vor ...), die zunächst kurios anmutende Mischung aus klassischer Musik und aktuellen Alternative-Songs funktioniert und die Schauspieler bis hin zu den gut besetzten Nebenrollen (u.a. Asia Argento, Danny Huston, Steve Coogan, Judy Davis, Jamie Dornan, Rose Byrne) liefern eine tadellose Leistung ab.
Gleichzeitig ist der Film mit seinen zwei Stunden Laufzeit eindeutig zu lang angesichts der Tatsache, daß er keine wirkliche Handlung hat. Und auch ich hätte mich gefreut, wenn Coppola mehr über die politischen und historischen Hintergründe gezeigt hätte - aber das hatte sie niemals vor, insofern kann man es ihr kaum vorwerfen.
Eine halbe Stunde kürzer und ich hätte den Film eindeutig als "gut" bewertet. So geht es doch eher in Richtung "mittelmäßig".
Knappe 7 Punkte.
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#8132 - 11/07/06 03:14 AM Re: sommermärchen
GlanceALot Offline
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Was mich zu einer Zwischenfrage führt, Ralf - Ist 90 min noch die 'Standardlänge', oder ist das nur noch für Fernsehfilme. Sind Filme generell zunehmend länger geworden? Oder ist das ein von den epischen Verfilmungen getrübter Trugschluß?
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#8133 - 11/07/06 03:48 AM Re: sommermärchen
Ddraigfyre Offline
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Die Kinosessel wurden immer bequemer und die Kinos haben festgestellt, dass sie mit dem Verkauf von Popcorn, Eis und Cola mehr verdienen können als mit den Kinotickets. Also wurde eine Verschwörung in Gang gesetzt, die die Produzenten veranlassen sollte in einen einzigartigen Wettstreit zu treten: Wer hat den Längsten ?


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#8134 - 11/07/06 07:47 AM Re: sommermärchen
Ralf Offline
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Im Grunde genommen ist es meiner Erfahrung nach so: Die meisten Komödien, viele Actionfilme und fast alle Familien- und Kinderfilme dauern noch immer zwischen 75 und 100 Minuten.
Bei etwas anspruchsvolleren Thrillern und vielen Independent-Produktionen kann man eher von etwa 100 bis 120 Minuten ausgehen und Abenteuer-, Historienfilme oder Epen fangen so bei 120 Minuten an.
Ausnahmen bestätigen die Regel.
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#8135 - 11/08/06 09:34 AM Re: sommermärchen
GlanceALot Offline
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danke Ralf - wobei ich die drachische These gut nachvollziehen kann...
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#8136 - 11/10/06 07:48 AM Königliches Spielhaus
elgi Offline
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Am 23. November läuft der neue Bond - "Casino Royal" - hierzulande an... ich habe früher die Entscheidung kritisiert, Daniel Craig als Nachfolger von Pierce Brosnan zu nehmen, und habe mich für Clive Owen ausgesprochen. Andere haben diese Kritik weiter- und teilweise ad absurum geführt - die dümmste davon, daß der Mann nicht richtig schießen könne.

Mittlerweile hat man ja aber einige Trailer und ein paar Szenen aus dem Film gesehen... und ich muß sagen, ich freue mich wirklich auf den Film. Ich denke sogar, daß er mein erster Bond-Film im Kino sein wird.

In dem Zusammenhang ein interessanter Artikel im Spiegel:

Quote:

DER NEUE BOND - Lizenz zum Menscheln

Neuer Mann, neuer Stil, neue Härte: Mit "Casino Royale" kehrt James Bond zu seinen Anfängen zurück. Daniel Craig erweist sich als gute Wahl: Der neue Agenten-Darsteller macht aus dem alten Salonlöwen Bond wieder eine gefährliche Bestie.

[...]

Mission: Terrorbekämpfung

Denn bevor der mit knapp 140 Minuten recht opulent geratene Thriller auf sein erstaunlich melodramatisches Ende zusteuert, muss der arme Agent ein körperlich wie psychisch äußerst anspruchsvolles Martyrium durchlaufen: Gleich zu Beginn liefert sich Bond eine Verfolgungsjagd in schwindelnder Höhe auf den Auslegern zweier Kräne. Sein Gegenspieler ist ein afrikanischer Bombenbauer, der von dem französischen Extremsportler Sébastien Foucan gespielt wird, ein Meister der halsbrecherischen Disziplin "Parkour", bei dem urbane Schluchten und Hindernisse mit reiner Körperkraft und Geschicklichkeit überwunden werden. Entsprechend atemberaubend geriet die Choreographie dieser Sequenz.

In einer weiteren gelungenen Action-Szene liefert sich Bond einen halsbrecherischen Faustkampf rund um das Führerhaus eines rasenden Jet-Betankungsfahrzeugs. Es gilt immerhin, das größte Passagierflugzeug der Welt vor dem flammenden Inferno eines Anschlags zu retten. So viel zu den neuen Einsatzmöglichkeiten des britischen Geheimdienstes: Der Flughafen-Terrorist trägt unverhohlen arabische Züge.

Bevor Bond am Ende von Le Chiffre übel gefoltert wird, wird er noch beinahe mit einem Säbel in zwei Teile zerhackt und muss sich mit einem Defibrillator selbst wieder ins Leben zurückrufen, nachdem er beim Poker vergiftet wurde. Praktisches neues Bond-Gimmick: das kleine Reanimationsgerät im Handschuhfach des Dienstsportwagens von Aston Martin.

Klar, es gibt sie, die kleinen humorigen Momente, die jeder Bond-Film braucht, aber insgesamt weht ein kühlerer, geradezu harscher Wind durch "Casino Royale". In einer undurchsichtigen Welt voller Terrornetzwerke und Doppelidentitäten, in der die globalen Machtkarten täglich neu gemischt werden, scheint der Tod, ständiger Mitspieler jedes Agentenpokers, wieder aus dem Schatten der Gewohnheit zu treten. In einer ungewöhnlich beklemmenden Szene muss Bond die völlig verstörte Vesper trösten, die zum ersten Mal in einen tödlichen Kampf verwickelt war und den Horror spürt, Blut an den Händen zu haben. Gezeichnet vom Geschäft mit dem Tod sitzen beide unter einer Hotelzimmerdusche und halten sich aneinander fest. Hier ist, im Gegensatz zu früheren Filmen der Serie, das Morden noch keine Fließbandarbeit, hier tut jeder Faustschlag noch weh, bereitet jede Kugel Höllenqualen. "Casino Royale" bohrt so tief in die Abgründe des Charakters und seines Metiers hinein wie kaum ein Bond zuvor.

Der Agent als Masochist

Daniel Craig ist bei dieser Neujustierung der entscheidende Faktor. Mit seinem wässrig-blauem Blick und seinen kantigen Gesichtszügen verleiht er dem kompromisslosen Killer mit dem Rest-Gewissen zwingende Glaubwürdigkeit. In manchen Szenen schafft er es sogar, jenes Virile, brutal Animalische zu verströmen, über das Sean Connery in seinen ersten Auftritten als Bond verfügte. In solchen Momenten ist Bond wieder der unberechenbare Schläger, der das elegante Dinner-Jackett nur zur Tarnung trägt. In der nachträglich für die Altersfreigabe entschärften Folterszene, als LeChiffre Bonds Genitalien mit einem derben Seil prügelt, wird das Finstere der Figur deutlich: Statt um Gnade zu winseln, verzieht er sein Gesicht zu einem schiefen Grinsen - und bettelt um mehr. Schlag' mich, peitsch' mich - als Geheimagent, der immer wieder freiwillig sein Leben riskiert, muss man wohl Sadist ebenso wie Masochist sein.

Aber auch in den Liebesszenen macht Craig eine mehr als gute Figur, selbst wenn das Drehbuch hier zuweilen etwas arg ins Schmalzige driftet. Aber das sei verziehen, es handelt sich bei derlei Turteleien schließlich um ungewohntes Terrain - nach all den Jahren des oberflächlichen Geballers und Gebumses. Fest steht, dass die Bond-Produzenten mit Daniel Craig über einen 007-Darsteller verfügen, der den alten Salonlöwen James Bond wieder in eine angriffslustige Raubkatze verwandelt hat. Für zwei weitere Filme hat er bereits unterschrieben.

Die neue, sehr zeitgeistige Aggressivität zeigt sich nicht nur im coolen, handwerklich soliden, fast schon reduzierten Look des Films und in den packenden, ohne viel Brimborium inszenierten Action-Sequenzen, sie dringt bis ins kleinste Detail: Auf die nett gemeinte Frage eines Kellners, ob er seinen Martini gerührt oder geschüttelt haben möchte, erwidert Bond mit gefährlichem Unterton: "Sehe ich so aus, als ob mich das interessiert?" Die alten Gags sind Geschichte. Endlich.




Und genau diese Aggressivität verströmen auch die Trailer und Szenen, die ich bisher gesehen habe. Ich bin zwar der Meinung, daß Roger Moore einen sehr guten Bond dargestellt hat, aber das Animalische von Sean Connery in den ersten Filmen ist es eigentlich, was Bond so ausgezeichnet hat. Ein recht komplexer Charakter, grobschlächtig und elegant zugleich. Es scheint mir so, daß Daniel Craig dies weiterführen könnte. Wenn dem tatsächlich so sein wollte, wäre ich froh darum, daß ich mit meiner Kritik im Vorfeld falsch lag.
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#8137 - 11/10/06 08:36 AM Re: Königliches Spielhaus
Ralf Offline
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Registered: 03/11/03
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Loc: Franken
Die britischen Medien - die ja besonders auf der Craig-Entscheidung rumgeritten sind - haben sich übrigens einhellig begeistert vom Film gezeigt (wie ja auch im Artikel erwähnt wird).
Ich selbst bin ebenfalls seit den hervorragenden Trailern davon überzeugt, daß "Casino Royale" ein echter Neustart für die Reihe sein wird. In zwei Wochen startet er bei uns.


Edited by Ralf (11/10/06 08:37 AM)
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#8138 - 11/15/06 01:04 PM Re: Königliches Spielhaus
Ralf Offline
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Loc: Franken
Mal wieder ein Doppelpack:

TIM BURTON´S THE NIGHTMARE BEFORE CHRISTMAS 3D:

Wenn ich das richtig mitbekommen habe, ist Tim Burtons kultiges Stop-Motion-Grusical von 1993 um das Halloween-Skelett Jack Skellington, das den Weihnachtsmann entführen läßt, weil er selbst Nikolaus spielen möchte, der erste "klassische" Kinofilm, der komplett überarbeitet als 3D-Film in die Kinos kommt (in Deutschland in genau zwei Stück). Nächstes Jahr soll übrigens "Star Wars" folgen, das wäre dann die wievielte Wiederaufführung der Filme? Die 17. oder so?
Jedenfalls wollte ich mir die Gelegenheit nicht entgehen lassen, da eines der beiden deutschen Kinos praktischerweise mein Stammkino ist und ich zudem noch nie einen 3D-Film gesehen habe.
Ich muß sagen, für einen Brillenträger ist das auch relativ unpraktisch, wenn man die 3D-Brille über der eigenen tragen muß, so gesehen ganz gut, daß dieser Film nur gut 75 Minuten lang ist.
Über den Inhalt werde ich mich an dieser Stelle nicht groß auslassen, da der Film ja altbekannt ist. Nur soviel: Obwohl ich großer Burton-Fan bin, bin ich mit dem "Nightmare before Christmas" (bei dem er strenggenommen auch nicht selbst Regie geführt hat) auch in 3D nicht so richtig warmgeworden. Wobei ich es durchaus für möglich halte, daß das an der deutschen Synchronisation liegt. Wenn sie wenigstens die Songs im Original belassen hätten, aber nein ... Und auch zahlreiche Wortspiele mit Namen u.ä. gehen im Deutschen ganz einfach komplett unter.
Aber davon abgesehen war es schon sehr interessant, die Wirkung eines 3D-Films zu beobachten. Zwar ist es meist in der Tat nur eine kleine optische Verbesserung, daß man alles in drei Dimensionen wahrnehmen kann, aber in einigen Szenen ist das durchaus beeindruckend - am besten gefallen hat mir dabei das beginnende Schneetreiben gegen Ende, da hatte ich wirklich das Gefühl, mich inmitten sanft gen Boden schwebender Schneeflocken zu befinden.

Insgesamt also eine nette Erfahrung, die mich aber nicht davon überzeugen konnte, daß das die Zukunft des Kinos sein könnte ... (was ja übrigens schon vor etwa 40 Jahren in Bezug auf erste Versuche mit 3D-Filmen behauptet wurde!)
7,5 Punkte für den Film.

CHILDREN OF MEN:
Vorbemerkung: Es ist schlichtweg unmöglich, eine auch nur halbwegs adäquate Rezension zu diesem Film zu verfassen und dabei auf jegliche Spoiler zu verzichten. Daher kann ich nur jedem empfehlen, der Interesse hat an einem sehr realistisch inszenierten Endzeit-Film in der Tradition von "Soylent Green", "Mad Max" oder auch "V wie Vendetta" (der natürlich wesentlich stylisher und auch zugänglicher ist) hat, sich den Film einfach anzuschauen, ohne sich vorher über ihn zu informieren. Es wird sich lohnen!

Wer nun aber doch Wert auf eine etwas ausführlichere Rezension legt oder ganz einfach kein Interesse an einem Filmbesuch hat, diesen Beitrag aber aus purer Langeweile liest , der darf natürlich gerne weiterlesen.

London, 2027. Seit über 18 Jahren ist auf der ganzen Erde kein einziges Menschen-Kind mehr geboren worden. Die Welt liegt im Chaos, lediglich in Großbritannien wird zumindest der Anschein einer gewissen Ordnung aufrechterhalten - erkauft mit dem Verlust von demokratischen und selbst elementaren Menschenrechten. Konkret heißt das vor allem, daß sämtliche Ausländer in KZ-ähnliche Lager verfrachtet werden, wo sie schnellstmöglich außer Landes gebracht werden sollen.
Theodore "Theo" Faron (Clive Owen) war einst ein engagierter Aktivist, hat sich nun aber mit den Verhältnissen abgefunden und lebt stoisch und unglücklich vor sich hin, aufgeheitert nur hin und wieder durch Besuche bei seinem alten Freund Jasper (Sir Michael Caine). Doch eines Tages ändert sich alles, als Theos Ex-Frau Julian (Julianne Moore) sich ihm als hohes Mitglied der Terror- beziehungsweise Befreiungsorganisation (je nach Sichtweise) der "Fishes" zu erkennen gibt und ihn um Hilfe bittet: Eine junge Frau namens Kee (überzeugend: Newcomerin Claire-Hope Ashitey) muß dringend aus dem Einflußbereich der britischen Behörden gebracht werden - denn sie ist schwanger!
An dieser Stelle beginnt für Theo eine regelrechte Irrfahrt, in der kaum etwas ist, wie es scheint. Freunde entpuppen sich als Feinde und Feinde als ... naja, auch als Feinde.
Und alles wird begleitet von ständigen Ausbrüchen von Gewalt und der Hoffnungslosigkeit in den englischen Straßen und Ausweisungs-Lagern. Passend zu dieser Situation der ständigen Ungewißheit ist auch die Tatsache, daß die Protagonisten wegsterben wie die Fliegen - und das betrifft nicht nur Nebenfiguren!

Regisseur Alfonso Cuarón hat mit "Children of Men" einen bemerkenswerten Film geschaffen. Obwohl die Ausgangssituation in der Tat sehr an den früher im Jahr angelaufenen und ebenfalls sehr guten "V wie Vendetta" erinnert, hat Cuarón seinen Film in einem über weite Strecken regelrecht dokumentarisch anmutenden Stil inszeniert. Auch hier ist wieder mal die Handkamera in extensivem Einsatz zu bewundern, was den Doku-Charakter nur noch verstärkt - bis hin zu einer makabren Szene, in der bei einer Schießerei "Blut"tropfen auf die Kamera spritzen und diese in der gesamten minutenlangen Sequenz im Bild sind! Ein erstaunlich wirksames Stilmittel, das ich so noch nicht erlebt habe.
"Children of Men" vibriert zwar vor Action, die geht jedoch dennoch unter in der ultra-realistisch wirkenden Darstellung der hoffnungslosen Lage in den heruntergekommenen Straßen Englands.

Wo das faschistoide England der Zukunft in "V wie Vendetta" zwar erschreckend und durchaus nicht unglaubwürdig, aber letztlich doch immer etwas comichaft wirkt, ist die zukünftige britische Gesellschaft in "Chldren of Men" stets so real, als würde sie im Hier und Jetzt stattfinden. Und abgesehen von der Prämisse der Unfruchtbarkeit der gesamten menschlichen Rasse ist das gesamte Szenario mit den vielen sorgfältig ausgearbeiteten Details auch erschreckend realitätsnah ...

Fazit: Ein beeindruckender Endzeitfilm, dessen vielleicht einzige Schwäche es ist, daß er vor lauter Realitätsnähe und Doku-Style es nicht immer schafft, den Zuschauer (oder zumindest mich) auch emotional komplett zu fesseln.
Daher eine leichte Abwertung auf immer noch sehr gute 9 Punkte.

P.S.: Das ist jetzt wirklich ein Spoiler: Manche Kritiker bemängeln die "Erlöser-Mystik" am Ende des Films, sicher geht das auch manchem "normalen" Zuschauer so. Doch wenn man versucht, sich wirklich in die Situation hineinzuversetzen, so glaube ich, daß dieses Ende nur logisch und konsequent ist.


Edited by Ralf (11/16/06 11:56 AM)
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#8139 - 11/15/06 03:43 PM Re: Königliches Spielhaus
Ragon_der_Magier Offline
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Was ein Fauxpas!!

Du hast vergessen zu erwähnen, daß die Hauptrolle durch den von mir kürzlich erst an anderer Stelle, in leicht anderem Zusammenhang genannten und selbstverständlich hochgeschätzten Clive Owen verkörpert wird !!!
Ts, ts, ts,...


Quote:

...
Ich muß sagen, für einen Brillenträger ist das auch relativ unpraktisch, wenn man die 3D-Brille über der eigenen tragen muß, so gesehen ganz gut, daß dieser Film nur gut 75 Minuten lang ist... .




Vielleicht solltest Du Dir für diese allfälligen Gelegenheiten doch mal einen Satz Kontaktlinsen zulegen...!?



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#8140 - 11/16/06 11:55 AM Re: Königliches Spielhaus
Ralf Offline
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Ups, stimmt, da habe ich doch glatt den Hauptdarsteller vergessen. Passiert mir ja öfter, aber meistens merke ich es, wenn ich die Kritik nochmal auf Tippfehler überprüfe ...
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Der Kinogänger (Filmblog)

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#8141 - 11/23/06 10:28 AM Re: Königliches Spielhaus
Ralf Offline
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CASINO ROYALE:

Nach der Ausbootung von Pierce Brosnan (welches immer die tatsächlichen Gründe dafür gewesen sein mögen ...) haben die Produzenten der James Bond-Reihe sich für einen (fast) kompletten Neuanfang entschieden: Ein neuer Hauptdarsteller - der Brite Daniel Craig ("Road to Perdition", "München", "Layer Cake"), der so ziemlich das Gegenteil von Brosnan verkörpert -, ein neuer Stil, der (ähnlich der "Bourne"-Reihe) verstärkt auf traditionelle, "handgemachte" Action anstatt der zuletzt üblichen CGI-Spektakel baut und bei der Handlung entschied man sich für Ian Flemings allerersten Bond-Roman "Casino Royale" als Grundlage. Der Film spielt allerdings in der Gegenwart und somit mußten auch ein paar inhaltliche Korrekturten vorgenommen werden (Bösewichte sind nun nicht mehr die Russen, sondern eine internationale Terrororganisation).

Und wie sieht die Handlung nun aus?
Der frischgebackene Doppel-Null-Agent (heißt: Er hat die Lizenz zum Töten) James Bond vermasselt einen Einsatz und wird daraufhin mehr oder weniger freiwillig in Urlaub geschickt. Bond hat jedoch seinen eigenen Willen und nutzt seinen Aufenthalt auf den Bahamas, um Hintermännern einer ungenannten Terrororganisation auf die Spur zu kommen. Dabei hinterläßt er eine Spur der Zerstörung, die bei seiner Vorgesetzten M (zum Glück immer noch von Dame Judi Dench verkörpert) wiederholtes verzweifeltes Kopfschütteln verursacht ...
Schließlich schafft Bond es mit seinen Harakiri-Manövern, den finsteren Le Chiffre (überzeugend gespielt vom dänischen Kino-Star Mads Mikkelsen), eine Art Geldverwalter der Terroristen, in finanzielle Schwierigkeiten zu bringen, sodaß dieser in Montenegro ein hochkarätiges Pokerturnier (Antrittsgeld: $ 10 Millionen pro Person) organisiert, bei dem er selbst als Teilnehmer sich das nötige Geld zurückholen will. Doch der MI6 schleust auch James Bond bei der illustren Pokerrunde ein ...

Zum Neustart der Bond-Reihe gehört auch, daß man sich fast allen bisherigen Darstellern getrennt hat - lediglich Judi Dench ist wie gesagt immer noch dabei, dagegen ist kein Q (bzw. Nachfolger R) und auch keine Miss Moneypenny oder andere Figuren der letzten Filme zu finden. Allerdings erfährt Bonds Kumpel Felix Leiter, der in vielen der frühen Bond-Filme mitgespielt hat, eine Wiederbelebung. Übrigens samt Hautfarbenwechsel, er wird nun von Jeffrey Wright gespielt.
Daniel Craigs James Bond ist eindeutig mehr Killer als Gentleman, ein zynischer, gefühlskalter und zielbewußter Geheimagent, der alles tut, um seine Aufträge zu erfüllen. Das ist ein erfrischender Gegensatz zu Brosnan oder Roger Moore und Craig ist als Schauspieler eindeutig talentiert genug, um diesen neuen Bond überzeugend rüberzubringen. Zumal er sich schließlich doch als bei weitem nicht so gefühlskalt erweist wie er es alle anderen glauben machen will: Denn die attraktive Schatz-Beamtin Vesper Lynd (Eva Green aus "Königreich der Himmel"), die ihn mit dem benötigten Kapital für die Pokerrunde ausstattet, verdreht ihm zusehends den Kopf.
In den Medien ist immer wieder zu lesen, in keinem bisherigen Bond-Film habe sich der Titelheld so sehr seinen Gefühlen für eine Frau ausgeliefert. Das stimmt so natürlich nicht, denn in "Im Geheimdienst Ihrer Majestät" hat Kurz-Bond George Lazenby bekanntlich sogar geheiratet (oder wollte heiraten, ich kann mich nicht mehr erinnern, ob Diana Rigg kurz vor oder kurz nach der Hochzeit stirbt). Aber dennoch zeigt auch diese Beziehung einen neuen, deutlich vielschichtigeren Bond.
Kurz gesagt: Daniel Craig ist die perfekte Besetzung für diese Reinkarnation von James Bond, Glückwunsch an die Produzenten für ihre lange kritisierte Wahl!
Auch die übrigen Darsteller, die aus der ganzen Welt zusammengeholt wurden (die Französin Green, der Italiener Giancarlo Giannini, der Däne Mikkelsen, der Ami Wright, die Italienerin Caterina Murino, der Deutsche Ludger Pistor, der Ivorer Isaach de Bankolé), fügen sich nahtlos ein.

Was nun den Film selbst betrifft: Die nicht gerade seltenen Action-Sequenzen sind absolut herausragend und atemberaubend inszeniert, wenngleich immer wieder mal etwas arg übertrieben - aber das gehört ja auch irgendwo zum Bond-Franchise dazu, nicht wahr?
Die ersten 100 Minuten des mit insgesamt gut 140 Minuten zweitlängsten Bond-Films aller Zeiten (nach "Im Geheimdienst Ihrer Majestät") sind schlichtweg ein so gut wie perfekter Bond-Film! Grandiose Action, exotische Schauplätze, schöne Frauen, trockene Sprüche - alles, was man sich wünschen kann, ist vorhanden. Mit den letzten 40 Minuten hatte ich jedoch leider ein paar Probleme.
Da wäre zum einen das arg unglaubwürdige Grande Finale der Pokerrunde in Montenegro, dazu kommt, daß in den 10 oder 15 Minuten vor dem tatsächlichen Showdown für meinen Geschmack etwas sehr viel Tempo rausgenommen wurde. Dafür werden - was ich gut finde - am Ende ein paar Handlungsstränge (wie ich hoffe: bewußt!) nicht vollständig aufgelöst, was mich auf eine direkte Fortsetzung hoffen läßt, die übrigens bereits in zwei Jahren in die Kinos kommen soll.
Insgesamt also nur ein paar kleinere Kritikpunkte, die lediglich die Bestwertung verhindern. Dennoch ist "Casino Royale" meiner bescheidenen Ansicht nach der beste Bond-Film seit vielen, vielen Jahren. Und das gleiche gilt übrigens für David Arnolds absolut genialen Soundtrack: Auch er ist der beste Bond-Soundtrack seit langer Zeit!
9 Punkte.


Edited by Ralf (11/23/06 10:29 AM)
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