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#7702 - 08/29/05 09:43 AM Re: `Stadt der Sünde´
Patarival Offline
Warlord


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In Antwort auf:

SIN CITY: 10 Punkte




Kurz und prägnant.

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#7703 - 08/29/05 10:49 AM Re: `Stadt der Sünde´
Ralf Offline
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Kommende Kinohits ... (lädt ziemlich lange!)
Meine Favoriten sind "Raylien" und "Mr. & Mrs. Smith".


Edited by Ralf (08/29/05 10:54 AM)
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#7704 - 08/29/05 04:37 PM Re: `Stadt der Sünde´
Patarival Offline
Warlord


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Die Originale stammen übrigens von der Seite www.somethingawful.com (eine meiner fast täglich besichten Seiten), die jeden Freitag ihren "Photoshop Phriday" haben, bei dem sie einmal dies hier machten.

Die Seite ist oft genial aber manchmal ziemlich ... fäkal.

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#7705 - 08/30/05 03:44 PM Re: `Stadt der Sünde´
Patarival Offline
Warlord


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Gestern hatte ich das VErgnügen, mir

CHARLIE UND DIE SCHOKOLADENFABRIK

anzuschauen. Und "Vergnügen" darf man da ruhig kursiv schreiben. Also: Vergnügen.
Der Film hat mir unheimlich viel Spass gemacht und ich fand ihn sogar so gut, dass ich mich fast nicht traue, ihn mit der Ralf-Skala zu bewerten.

Zur Story: Willy Wonka (brilliant wie immer Mr. Johnny Depp) lädt fünf Kinder in seine fantastische Schokoladenfabrik ein. Dabei "fault" immer wieder eines der Kinder weg - und zwar auf übertriebene, metaphorische und einfach lustige Art.

Der Film basiert (wenn ich das richtig verstanden habe) auf einem Kinderbuch und das merkt man ganz offensichtlich. Aber der Film ist so herrlich schräg und zuckersüss, dass ihn auch Erwachsene sehen sollten!

Schauspielerisch ist Mr. Depp gut wie immer (ich mag ihn einfach). Sein Charakter wird herrlich überspitzt dargestellt, dass es eine Freude ist!
Charlie (ist das nicht Peter aus "Finding Neverland"?) macht seine Sache ebenfalls herrvorragend (und auch die anderen Kinder bringen ihre total klischeehaften Charaktere wunderbar rüber).
Ganz toll auch der arme Kerl, der alleine die ganzen Oompa Loompas spielen musste! Herrlich!

Tim Burton hat es meiner Meinung nach wieder einmal geschafft, einen Film so speziell und einzigartig zu machen, dass man ihn einfach gesehen haben muss!

Ich auf jeden Fall habe mich köstlich amüsiert!

Der Film kriegt von mir diesmal wirklich eine 10 - ich wüsste nichts, das mich gestört hätte.

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#7706 - 08/31/05 05:53 AM Re: `Stadt der Sünde´
Ralf Offline
Archmage


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Pat: Yep, der Film basiert auf einem Kinderbuch des bekannten Autors Roald Dahl. Und yep, Charlie wird von Freddie Highmore gespielt, dank Johnny Depps Empfehlung, der ja mit ihm in "Wenn Träume fliegen lernen" gearbeitet hat.

L.A. CRASH:
Das (Kino-)Regiedebüt von Paul Haggis (der dieses Jahr als Drehbuchautor von Eastwoods "Million Dollar Baby" für einen OSCAR nominiert war) dreht sich nur um ein einziges Thema: Rassismus. Dieses Thema wird in episodenform von allen Seiten beleuchtet, wodurch Haggis unterstreicht, daß Rassismus allgegenwärtig ist. Weiße haben Vorurteile gegenüber Schwarzen und umgekehrt. Latinos haben Vorurteile gegen Asiaten und so weiter und so fort. Wie üblich bei Episodenfilmen á la "Short Cuts" haben die einzelnen Erzählstränge scheinbar nichts miteinander zu tun, werden im Laufe der knapp zwei Stunden aber kunstvoll miteinander verflochten.
Trotz der Thematik ist der Film aber nicht nur ernst und deprimierend. Vor allem zu Beginn gibt es doch zahlreiche Lacher. Allerdings größtenteils ungläubige Lacher der Marke "Das hat der jetzt doch nicht wirklich gesagt? Oder etwa doch?" Die von den Charakteren vorgebrachten Vorurteile sind schlicht und ergreifend dermaßen hanebüchen und absurd, daß man einfach darüber lachen muß - die Alternative wäre weinen, vor allem, wenn man sich darüber klar wird, wie viele Menschen den Schwachsinn tatsächlich glauben ...
Die Zusammenführung der Handlungsstränge ist virtuos gestaltet, teilweise sogar bewegend, und auch die Musik überzeugt.
Die Besetzung der Rollen ist sogar nicht weniger als hervorragend. Allgemein wird vor allem Matt Dillon in seiner Rolle als rassistischer Cop als ernsthafter OSCAR-Kandidat gehandelt (zurecht), zudem Terrence Howard und Thandie Newton. Aber auch der Rest braucht sich nicht zu verstecken: Don Cheadle ist sowieso immer großartig, Sandra Bullock sieht selbst mit inzwischen 40 Jahren und in der Rolle eines Arschlochs umwerfend gut aus , dazu kommen Jennifer Esposito, Ryan Phillippe, Brendan Fraser, Ludacris, William Fichtner, Larenz Tate, Daniel Dae Kim, Tony Danza und viele andere.
"L.A. Crash" ist ein sehr guter und ein sehr wichtiger Film, eigentlich also ein typischer 10er, oder?
Leider nicht ganz, denn ein paar Kritikpunkte gibt es: So ist der Film ein kleines bißchen zu konstruiert; ein kleines bißchen zu berechenbar; und für meinen Geschmack auch ein kleines bißchen zu inkonsequent und versöhnlich.
Gerade über den letzten Punkt kann man sicher trefflich debattieren. Ich habe den Eindruck, daß Paul Haggis ein unverbesserlicher Optimist ist.
Er zeigt zwar die Mißstände der Gesellschaft (weißgott nicht nur der amerikanischen) schonungslos auf, aber irgendwie habe ich den Eindruck, daß er wirklich davon überzeugt ist, daß die Menschen sich bessern können.
Diese Einstellung kann man bewundern. Man kann sie auch naiv finden. Das liegt wohl im Auge des Betrachters.
9 Punkte.
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#7707 - 08/31/05 12:49 PM Re: `Stadt der Sünde´
Ragon_der_Magier Offline
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Quote:

... und für meinen Geschmack auch ein kleines bißchen zu inkonsequent und versöhnlich.
Gerade über den letzten Punkt kann man sicher trefflich debattieren. Ich habe den Eindruck, daß Paul Haggis ein unverbesserlicher Optimist ist.
Er zeigt zwar die Mißstände der Gesellschaft (weißgott nicht nur der amerikanischen) schonungslos auf, aber irgendwie habe ich den Eindruck, daß er wirklich davon überzeugt ist, daß die Menschen sich bessern können.
Diese Einstellung kann man bewundern. Man kann sie auch naiv finden. Das liegt wohl im Auge des Betrachters.
9 Punkte.




An dieser Stelle hab´ ich eine Frage an Dich (die eigentlich eine Antwort ist ):
Weißt Du von welcher Serie, deren Hauptfigur quasi die Inkarnation von Gutherzigkeit repräsentierte, er der Autor war?
Der Titel des englischsprachigen Originals, welches in der Synchronfassung jahrelang, und auch gerne in mehrfachen Wiederholungen, auf Pro7 und Kabel.1 lief, wird Dir wohl weniger sagen: "Due South"?
Ich liebte jedenfalls die herrlich eigentümlichen Charaktere, die er da zeichnete und die von Ihren Darstellern auf herrlich humorvolle Art umgesetzt wurden.
Und auch, daß am Ende alles irgendwie gut ausging!


Ragon, der Magier

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#7708 - 08/31/05 02:31 PM Re: `Stadt der Sünde´
Patarival Offline
Warlord


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Und ich war schon wieder im Kino. Diesmal "kompensierte" ich für den Charlie:

THE ISLAND

Ja, ein bisschen spät aber besser spät als nie. Und das gilt für mich auch für diesen Film.
Tut hat schon alle wesentliche über die Story erzählt also lasse ich das mal und komme gleich zu meiner Kritik.

Für einen Michael Bay Film war die erste Hälfte erstaunlich ruhig aber meiner Meinung nach trotzdem sehr interessant.
Allerdings möchte ich hier einmal die Werbebranche und den Kinotrailer auf's schärfste Verurteilen. Meiner Meinung wäre der Film um einiges spannender, wenn nicht schon überall herumposauniert worden wäre, dass Herr McGregor ein Klon ist! Schade.
Ich hätte es sehr viel spannender gefunden, wenn der Zuschauer ständig mit Lincoln auf derselben Wissensstufe gewesen wäre.

Die zweite Hälfte des Films nimmt dann rapide an Geschwindigkeit und Action zu (halt, wie es sich für einen Bay-Film gehört ), lässt dann aber die Handlung ziemlich weit im Hintergrund.
Die Actionszenen sind qualitativ sehr gut, herrlich übertrieben und sehr amüsant.

Schauspielerisch kann ich ebenfalls nicht meckern. McGregor macht seine Sache sehr gut (er ist für mich in die männliche Oberliga seiner Altersgruppe aufgestiegen), Sean Bean macht den Bösewicht souverän.

Der moralische Fingerzeig lässt sich bei so einem Thema nicht vermeiden und das Ende des Films hat mich - trotz zielich klischeehaftem Showdown - als zufriedener Mensch aus dem Kinosaal gehen lassen.

Der Film kriegt nicht ganz objektive 8,5 Punkte von mir. Abzug gibt es für die verkorkste Werbung, den leichten Storyschwund ind er zweiten Hälfte und den etwas klischeehaften Endkampf.
Trotzdem: Wer Actionfilme mag darf ruhig zugreifen!

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#7709 - 09/01/05 06:05 AM Re: `Stadt der Sünde´
Ralf Offline
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Ragon: Die Serie (auf deutsch "Ausgerechnet Chicago") habe ich nie gesehen. Allerdings habe ich kürzlich gelesen, daß die demnächst im runderneuerten Sender "Das Vierte" (bislang NBC Europe) zu sehen sein soll. Falls du den Sender dann empfängst, wird dich das sicher freuen.


Edited by Ralf (09/01/05 06:07 AM)
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#7710 - 09/02/05 11:09 AM Re: `Stadt der Sünde´
Ralf Offline
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LAND OF THE DEAD:
Vor beinahe 40 Jahren hat der amerikanische Regisseur George A. Romero mit dem klaustrophobischen Schwarz-weiß-Klassiker "Die Nacht der lebenden Toten" das Subgenre des Zombie-Films erfunden. Nun hat er seinen mittlerweile vierten Zombie-Film gedreht und im Gegensatz zu damals kann er mittlerweile auch namhafte Darsteller dafür verpflichten - zumal Zombie-Filme aktuell sowieso ziemlich en vogue sind (siehe das gelungene Romero-Remake "Dawn of the dead", "28 days later" oder die beiden umstrittenen "Resident Evil"-Filme).
In "Land of the dead" haben die Zombies fast die gesamten USA "erobert", nur in einzelnen abgeriegelten Gebieten halten sich noch die Lebenden - in einer dieser Städte folgen wir der Handlung. Das Leben in dieser Stadt ist geprägt durch eine extreme Zwei-Klassen-Gesellschaft: Die Oberschicht lebt in einem luxuriösen Hochhaus und wird vom Millionär Kaufman (Dennis Hopper) geleitet, der überhaupt der Herrscher über die ganze Stadt ist. Die Unterschicht lebt in erbärmlichen Slums. Fluchtmöglichkeiten gibt es keine, weil draußen ja die Zombies warten.
Einige Söldner um Riley (Simon Baker) und Cholo (John Leguizamo) machen sich gelegentlich bis an die Zähne bewaffnet auf den Weg in das Umland, um aus entvölkerten Ortschaften Lebensmittel und Medikamente zu holen. Doch das brüchige Gleichgewicht zwischen Oberschicht, Unterschicht und Zombies beginnt an zwei Stellen zu bröckeln: Einer der Zombies (Eugene Clark) erweist sich als lernfähig (warum auch immer ...) und schwingt sich somit zum Anführer der Untoten auf.
Außerdem wachsen die Unruhen innerhalb der Stadtbevölkerung.
Schon immer lag es Romero am Herzen, mit seinen Zombie-Filmen auch auf gesellschaftliche Mißstände hinzuweisen. Nicht umsonst entstand "Die Nacht der lebenden Toten" während des Kalten Krieges und des Vietnam-Krieges und auch diesmal hat Romero nicht einfach nur einen Action-Film geschaffen.
Während die oberflächliche Symbolik mit der Zwei-Klassen-Gesellschaft in der Stadt etwas arg plump rüberkommt, kann die nicht ganz so offensichtliche Anspielung auf die USA und ihren Krieg gegen den Terrorismus mehr überzeugen.
Wer sich dafür überhaupt nicht interessiert, kann sich aber immer noch an guten Effekten, einigen innovativen Todesarten und klischeehaften, aber dank der Darsteller durchgehend unterhaltsamen Charakteren erfreuen.
Dennis Hopper ist und bleibt schlicht und ergreifend das beste Arschloch der Filmgeschichte (und Leute, die ihn kennen, meinen sogar, dafür bräuchte er sich nicht mal anzustrengen ... ), der mir bis dahin unbekannte Australier Simon Baker ("Ring 2", außerdem Hauptdarsteller der TV-Serie "The Guardian", die momentan im VOX-Nachmittagsprogramm läuft) empfiehlt sich als charismatischer Held, John Leguizamo fügt dem bunten Mix gekonnt ein wenig Machismo hinzu und Asia Argento, die wunderschöne Tochter der italienischen Horrorfilm-Regielegende Dario Argento, ist für den Östrogen-Anteil zuständig.
Die effektvolle Musik stammt übrigens von Reinhold Heil und Johnny Klimek, die seit "Lola rennt" auch international ziemlich gefragt sind.
"Land of the Dead" ist ein wirklich guter Vertreter der Zombie-Filme und Regisseur Romero zeigt dem Nachwuchs, daß er sein Handwerk noch immer versteht - leider bleibt die Handlung aber alibihaft und für meinen Geschmack gibt es etwas zu viel Action und etwas zu wenig Grusel.
8 Punkte.

P.S.: Witzigerweise hat Romero auch Simon Pegg, dem Schöpfer und Hauptdarsteller der respektlosen Zombiefilm-Verarsche "Shaun of the Dead", einen Cameo-Auftritt verschafft.


Edited by Ralf (09/02/05 12:57 PM)
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#7711 - 09/06/05 07:40 AM Re: `Stadt der Sünde´
Ralf Offline
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Heute gibt´s seit längerem mal wieder einen Doppelpack.

CHARLIE UND DIE SCHOKOLADENFABRIK:
Wie viele Filme von Tim Burton ("Big Fish", "Sleepy Hollow", "Beetlejuice") ist auch die Kinderbuchverfilmung "Charlie und die Schokoladenfabrik" vor allem eines - eine riesengroße Wundertüte: Man weiß nie genau, was als nächstes kommt; aber man kann davon ausgehen, daß es genial ist!
Der junge Charlie (Freddie Highmore aus "Wenn Träume fliegen lernen") lebt mit seinen Eltern und Großeltern in einem winzigen Haus. Sie sind arm, aber trotzdem eine zufriedene Familie. Eines Tages findet Charlie in einer Schokoladentafel eine von fünf "Goldenen Eintrittskarten" für die legendäre Schokoladenfabrik von Willy Wonka (Johnny Depp). Fünf Kinder bekommen von Wonka eine exklusive Führung durch die Fabrik und eines von ihnen wird noch einen ganz speziellen Extrapreis bekommen ...
Tim Burton scheint momentan wirklich in der Form seines Lebens zu sein. "Big Fish" ist ein Meisterwerk und "Charlie ..." kommt IMHO fast an dessen Qualität heran. Der gesamte Film sprüht nur so vor originellen Ideen und skurrilen Einfällen. Vor allem optisch hat sich Burton (und die dafür zuständigen Experten) wieder einmal selbst übertroffen. Die Bilder der winterlichen Stadt sind schon von umwerfender Schönheit, aber das knallbunte Innere der Schokoladenfabrik droht die Sinne endgültig zu überfordern.
Das kann man gar nicht wirklich beschreiben, das muß man einfach gesehen haben!
Es gibt umwerfend komische Musicalnummern (die in der Originalversion übrigens Burtons Leibkomponist Danny Elfman höchstpersönlich singt), spritzige Dialoge und sogar eine grandiose "2001"-Veräppelung.
Danny Elfmans typisch schräge Musik ist wunderbar und vor allem die Darsteller der Kinder sind perfekt gecastet. Johnny Depp spielt den Willy Wonka mit beinahe kindlicher Freude (manche Kritiker meinen übrigens, die Rolle erinnere an Michael Jackson - kann ich nicht nachvollziehen!) und in Nebenrollen brillieren bekannte Gesichter aus Burtons großem Freundeskreis wie der immer noch erfreulich frisch aussehende Christopher Lee oder Helena Bonham Carter.

Alles also wunderbar, dennoch kann ich mich Pats 10er-Wertung nicht ganz anschließen. Allerdings kann man meine Kritikpunkte eigentlich nicht Burton anlasten, sondern Roald Dahl, dem Autor der Buchvorlage. Denn v.a. die Rollen der Kinder sind sehr klischeehaft, eigentlich sogar Karikaturen. Vielleicht ist das sogar gewollt (auf jeden Fall ist es sehr amüsant anzusehen), aber eine etwas größere Differenziertheit hätte ich da schon gerne gesehen. Außerdem wird die Moral von der Geschicht´ (Familie ist viel wichtiger als Geld) regelrecht mit dem Holzhammer auf einen eingeprügelt. Da hätte man IMHO durchaus ein bißchen subtiler vorgehen können.
Aber das sind nur winzige Schwächen, die von Burtons überquellendem Einfallsreichtum fast komplett in den Hintergrund gedrängt werden!
9 Punkte.

DON´T COME KNOCKING:
Der alternde Westerndarsteller Howard Spence (Sam Shepard, der gemeinsam mit Regisseur Wim Wenders auch das Drehbuch verfaßt hat) gerät in eine Sinnkrise und verschwindet einfach auf einem Pferd vom Set des Westerns, den er gerade dreht.
Er versteckt sich bei seiner Mutter (Eva Marie Saint), die er seit 30 Jahren nicht mehr besucht hat. Dort erfährt er auch, daß er Vater eines erwachsenen Kindes ist.
Also macht sich Howard auf, um es zu suchen und schon bald wird er bei seiner früheren Geliebten Doreen (Jessica Lange) und ihrem Sänger-Sohn Earl (stark und ein ziemlich talentierter Sänger: Gabriel Mann) fündig. Doch Earl will nichts von seinem Vater wissen ...
Außerdem gibt es da noch einen Versicherungsagenten (Tim Roth), der Howard an den Filmset zurückbringen soll. Und eine hübsche junge Frau (großartig: Sarah Polley), die scheinbar keine Verbindung zur Geschichte hat und ständig mit der Urne unter dem Arm herumläuft, in der sich die Asche ihrer verstorbenen Mutter befindet.

Wim Wenders´ Karriere läßt sich in gewisser Hinsicht durchaus mit der von Woody Allen vergleichen. Beide haben in den 70er und 80er Jahren wunderbare Filme gedreht, mit denen sie weltweit berühmt wurden. In den 90ern haben beide eine Schwächephase durchlebt, doch jetzt scheinen sie langsam wieder in Fahrt zu kommen. Woody Allen wurde für "Melinda & Melinda" schon gelobt und sein neuester Film "Match Point" erhielt in Cannes sogar standing ovations. Wim Wenders konnte zuletzt mit "Land of Plenty" wieder punkten und erhielt für "Don´t come knocking" ebenfalls in Cannes sogar sensationelle 20 Minuten stehenden Applaus!
Tatsächlich ist "Don´t come knocking" ein deutlicher Fortschritt für Wenders, auch wenn er nicht an Klassiker wie "Der Himmel über Berlin" oder "Bis ans Ende der Welt" heranreicht.
Gemächlich erzählt er hier die unspekatuläre Geschichte seines Protagonisten und bezaubert das Publikum mit wunderschönen Landschaftsaufnahmen und einem mitreißenden Soundtrack. Die Schauspieler sind größtenteils gut, auch wenn ich Jessica Lange ein wenig übertrieben hysterisch fand.
Dafür zeigt Sarah Polley wieder einmal, welche phantastische Schauspielerin sie ist - jede Szene, in der sie auftaucht, dominiert sie unangefochten, da kann selbst der alte Haudegen Shepard nicht mithalten.
Es ist wirklich eine Schande, daß die meisten Filmfans diese Frau noch immer nicht kennen - und das, obwohl sie letztes Jahr mit "Dawn of the Dead" sogar erstmals eine Hauptrolle in einem typischen Sommer-Blockbuster übernommen hat.
Aber zurück zu Wenders und "Don´t come knocking". In der ersten und vor allem in der wunderbaren letzten halben Stunde gibt es einige Momente, die diese typische Wenders´sche Magie atmen, zudem gibt es - eher Wenders-untypisch - sogar richtig amüsante Szenen. Aber die 60 Minuten dazwischen sind leider etwas sehr langatmig geraten.
Wenders und Shepard bemühen sich in dieser Zeit vor allem darum, die eigentlich recht trostlose Hauptfigur Howard dem Publikum näherzubringen und zu entwickeln. Aber letztlich erfährt man eigentlich doch nicht viel mehr als daß dieser Howard an sich ziemlich unsympathisch ist. Das hätte man aber auch locker in 30 Minuten und einer gestraffteren Erzählweise vermitteln können.

Insgesamt ist "Don´t come knocking" also ein guter Wenders. Kein überragender, aber ein guter. Ein wenig Geduld sollte man als Zuschauer allerdings schon mitbringen. Dann wird man aber vor allem am Ende dafür belohnt.
8 Punkte.
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#7712 - 09/06/05 11:55 AM Re: `Stadt der Sünde´
Flash Offline
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Transporter: The Mission

Frank, der Transporter, hat sich als Fahrer für eine Familie verdingt, und bringt deren Sohn regelmäßig zur Schule. Und dann wird dieser entführt, und Frank kämpft sich durch die Gegend um ihn zu retten.
Ich muß sagen, ich habe mich gut amüsiert. Der Film ist eigentlich relativ albern, da die Actionszenen (und er besteht eigentlich nur aus Actionszenen) vollkommen übertrieben sind, komischerweise hat mich das aber nicht gestört. Teil eins, so wurde mir gesagt, sei nicht so übertrieben gewesen.
Ende.
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#7713 - 09/07/05 09:36 AM Re: `Stadt der Sünde´
Ralf Offline
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Loc: Franken
Naja, die letzte halbe Stunde des ersten Teils war leider auch sehr übertrieben. Aber ich habe schon mehrfach gehört, daß der zweite Teil noch ein Stück besser sein soll.

DIE INSEL:
Zur Abwechslung komme ich mal zu einem etwas anderen Urteil als Pat. Allerdings ist daran - wie auch schon von Pat erwähnt - zu einem Gutteil die viel zu viel verratende PR-Kampagne schuld gewesen. Denn wer vom dem Kinobesuch auch nur das geringste bißchen aufgeschnappt hat, für den sind die ersten 45 Minuten komplett vorhersehbar (und deshalb werde ich an dieser Stelle auch keine Kurzübersicht über die Handlung abgeben). Und wenn man dann auch noch Regisseur Michael Bays offensichtliche (und IMHO superiore) 70er-Jahre-Vorbilder "Logan´s Run" (auch unter dem wenig sinnvollen Namen "Flucht ins 23. Jahrhundert" bekannt) und "Coma" kennt, langweilt man sich beinahe zu Tode. Ehrlich, ich war ganz kurz davor, einfach aufzustehen und wieder heimzugehen.
Scarlett Johanssons hübsches Gesicht konnte mich allerdings davon abhalten und das war auch ganz gut so. Denn die zweite Hälfte, in der Bay wieder einmal seine üblichen Action-Orgien veranstaltet, ist deutlich unterhaltsamer. Die beiden für einen Actionfilm eigentlich überqualifizierten Hauptdarsteller Johansson und Ewan McGregor rennen, springen, fahren und fliegen durch eine rasant geschnittene Verfolgungsjagd nach der anderen, immer wieder gekürt von hübsch anzuschauenden, spektakulären Explosionen. Daß dabei Logik und Glaubwürdigkeit wiederholt mit Füßen getreten werden, wird niemanden überraschen, der schon mal einen Bay-Film (wie "Armageddon", "Pearl Harbor" oder "Bad Boys") gesehen hat.
Da die Handlung an sich also trotz anfänglicher Vorgaukelei von Tiefe wenig hergibt (außer, man geht wirklich komplett "unbelastet" in den Streifen), müssen die äußeren Werte herhalten. Dafür taugt vor allem die hervorragende Besetzung: Neben McGregor und Johansson überzeugt Sean Bean mal wieder als Schurke, Djimon Hounson darf endlich mal eine andere Rolle spielen als die des freundlichen Helfers des Filmhelden (und macht dabei eine verdammt gute Figur!), Michael Clarke Duncan hat zwar nur eine sehr kleine Rolle, liefert darin aber immerhin einen der ganz seltenen emotionalen Höhepunkte ab und Steve Buscemi ist sowieso immer gut. Außerdem hat der aus "Voyager" bekannte Ethan "Neelix" Phillips eine nette Nebenrolle.
Für etwas Erheiterung sorgen in der zweiten Filmhälfte auch einige gelungene Gags (speziell die geschickte Einarbeitung von Miss Johanssons realem "Calvin Klein"-Werbespot! ).
Dennoch konnte mich "Die Insel" insgesamt nicht überzeugen. Michael Bays Filme scheinen einfach nicht meinen Geschmack zu treffen.
6 Punkte.

P.S.: Apropos Trailer, die zuviel von der Handlung verraten: Der Trailer zu David Cronenbergs im Vorfeld als OSCAR-Kandidat gehandelten "A History of Violence" mit Viggo Mortensen und Ed Harris ist sehr vielversprechend, aber auch hier hege ich die Befürchtung, daß er bereits viel zu sehr in die Filmhandlung eintaucht. Hoffentlich irre ich mich.
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#7714 - 09/08/05 07:27 AM Re: `Stadt der Sünde´
Ralf Offline
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Loc: Franken
BROKEN FLOWERS:
Der alternde Frauenheld Don (Bill Murray) hat einen verdammt schlechten Tag: Seine Freundin Sherry (Julie Delpy) verläßt ihn und in der Post findet er einen anonymen Brief, demzufolge er Vater eines 19-jährigen Sohnes ist. Don hält das für einen Scherz, doch sein Nachbar Winston (Jeffrey Wright) überredet ihn, sich auf den Weg zu machen und die vier Frauen, die Dons Erinnerung nach als Mutter in Frage kämen (gespielt von Sharon Stone, Frances Conroy, Jessica Lange und Tilda Swinton), zu besuchen.
Die Story von Regisseur und Drehbuchautor Jim Jarmusch klingt bekannt. In der Tat, sie ähnelt der von Wim Wenders´ "Don´t come knocking", dessen Rezension in meinem vorletzten Post zu finden ist. Kurioserweise stammen beide Filme von Independent-Kultregisseuren und beide Filme liefen erfolgreich beim Filmfestival in Cannes - "Broken Flowers" allerdings noch etwas erfolgreicher, was im Gewinn des Großen Preises der Jury resultierte.
Die Besetzung ist bei beiden Filmen exzellent (Jessica Lange spielt gar in beiden eine Rolle) und die Erzählweise sehr gemächlich und detailliert.
Aber trotz aller Gemeinsamkeiten sind die Filme doch sehr verschieden.
So konzentriert sich "Broken Flowers" sich auf Dons Suche nach seinem Sohn, während "Don´t come knocking" primär Howards Versuch zeigt, Zugang zu seinem Sohn zu finden.
Während Wenders´ Film wie gewohnt auf einen starken Soundtrack setzt, gibt es bei Jarmusch überhaupt keinen, es ist nur die Musik zu hören, die auch die Figuren im Film hören.
"Broken Flowers" lebt vor allem vom wieder einmal stoisch, aber sehr ausdrucksstark spielenden Bill Murray (dessen Rolle der aus "Lost in Translation" ziemlich ähnlich ist), der auch schon als OSCAR-Kandidat gehandelt wird.
Kurios: Obwohl "Broken Flowers" insgesamt amüsanter ist und sogar vereinzelt auf Situationskomik setzt, ist der Film letztlich doch deutlich melancholischer als Wenders´ optimistischer "Don´t come knocking".
Dazu paßt auch, daß - ein in der Filmgeschichte vielleicht sogar einmaliger Clou! - die Auflösung der Geschichte in gewisser Weise erst im Abspann zu finden ist. Und damit meine ich nicht etwa zusätzliche Szenen wie in "Wild Things" (übrigens ebenfalls mit Murray), sondern tatsächlich einen einzigen Namen in der Besetzungsliste ...
8,5 Punkte.
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#7715 - 09/08/05 11:38 AM Re: `Stadt der Sünde´
Ragon_der_Magier Offline
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Interview mit Jim Jarmusch - "Ich bin mindestens so amerikanisch wie Dick Fuckin’ Cheney"

"... SZ: Sie wissen, wenn Sie ein Drehbuch schreiben, oft schon,
wer im Film spielen wird. Wie nah kommen sich dann Fiktion und
Wirklichkeit, Mensch und Rolle?

Jarmusch: Es gibt bestimmte Qualitäten in einem Schauspieler,
die ich nutzen möchte, andere will ich für meine Figur ausblenden.
Bill Murray zum Beispiel hat eine sehr große Spanne von Möglichkeiten,
er kann sehr laut und lustig sein, aber auch unglaublich leise und
minimalistisch, er kann mit einem sehr dicken Pinsel malen, aber auch
mit einem, der nur aus einem einzigen Haar besteht.

Er hat in seinem Gesicht diesen Widerspruch von Melancholie und Schalk,
und er war ein wunderbarer Verbündeter bei "Broken Flowers". Bei mir ist
alles was ein Schauspieler tut improvisiert, darum spielen wir bei den
Proben niemals direkt die Szenen aus dem Drehbuch durch, so dass die
Schauspieler dann beim Drehen auf sie reagieren können. ..."



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#7716 - 09/12/05 07:53 AM Re: `Stadt der Sünde´
Ralf Offline
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DAS COMEBACK:
Jedes Jahr bringt Hollywood ein groß angelegtes Feelgood-Movie über den "Amerikanischen Traum" in die Kinos. Letztes Jahr war das der eher durchschnittliche "Seabiscuit", dieses Jahr kann mich "Das Comeback" (ärgerlich banaler deutscher Titel, der Originaltitel "Cinderella Man" trifft es wesentlich besser) deutlich mehr überzeugen.
Starregisseur Ron Howard verfilmte die wahre Geschichte des irisch-stämmigen Boxer James J. Braddock (Russell Crowe), der vor der Weltwirtschaftskrise (ab 1929) als große Titelhoffnung im Schwergewicht gilt, dann jedoch durch Verletzungspech und Geldsorgen vor den Trümmern seiner Karriere steht. Seine liebevolle Frau Mae (Renée Zellweger) und die drei Kinder kann er nur mühsam als Hilfsarbeiter am Hafen ernähren, als sich ihm plötzlich die Chance für ein Comeback auftut: Ein Boxer mußte einen Kampf verletzungsbedingt kurzfristig absagen und Braddocks früherer Manager Joe (Paul Giamatti, dessen erste OSCAR-Nominierung lange überfällig ist) läßt ihn als Ersatz boxen. Braddock gewinnt und ist zurück im Geschäft ...
Natürlich ist "Das Comeback" ein Boxerfilm, aber die wahren Stärken entfaltet der Film IMHO vor allem in den Szenen, die sich mit den katastrophalen Folgen der Weltwirtschaftskrise auf große Teile der amerikanischen Gesellschaft befassen (da soll heute noch mal jemand behaupten, Deutschland stünde am wirtschaftlichen Abgrund ...). Das ist bewegend und zugleich authentisch inszeniert und erinnert teilweise sogar an den Klassiker "Die Faust im Nacken".
In der zweiten Hälfte steht dann das Boxen klar im Vordergrund, aber auch die Kampfszenen sind exzellent choreographiert und Russell Crowe muß sich als Boxer nicht hinter Sylvester Stallone als "Rocky", Hilary Swank als "Million Dollar Baby" oder Robert DeNiro als Jake LaMotta "Wie ein wilder Stier" verstecken.
Natürlich fehlt "Das Comeback" der Originalitätsbonus der genannten Vorgänger und überhaupt spart die Handlung nicht mit so manchem Klischee und einem gerüttelt Maß an Pathos.
Vor allem die aus dramaturgischen Gründen getätigte Darstellung von Braddocks Hauptgegner Max Baer (überzeugend gespielt von Craig Bierko) als extrem arrogantem Unsympathen ist ärgerlich, gerade wenn man weiß, daß der von Zeitzeugen als sympathischer, freundlicher Mensch beschrieben wurde.

Doch glücklicherweise weiß Ron Howard insgesamt genau, wie man aus einem Drehbuch das beste herausholen kann und die exzellenten Darsteller tragen das ihrige dazu bei. Neben den bereits genannten möchte ich an dieser Stelle vor allem Bruce McGill, der als Promoter Jimmy Johnston einmal mehr zeigt, daß er einer der verlässlichsten Nebendarsteller Hollywoods ist, und Paddy Considine als Braddocks Freund Mike lobend hervorheben.
Zudem hat Thomas Newman, einer meiner Lieblings-Filmkomponisten, wieder einmal einen sehr schönen Score geschaffen und auch der Kameramann schafft es mit ruhigen, ausgebleichten Bildern, einen überzeugenden 30er-Jahre-Look zu schaffen.
9 Punkte.
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#7717 - 09/14/05 06:36 AM "Hochzeits-Crasher"
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DIE HOCHZEITS-CRASHER:
Die beiden Anwälte John (Owen Wilson) und Jeremy (Vince Vaughn) haben es sich zum Hobby gemacht, sich auf fremde Hochzeiten zu schleichen und dort schöne Frauen aufzureißen.
Zum Abschluß und Highlight der "Hochzeits-Saison" steht die Vermählung der Tochter des Finanzministers Cleary (Christopher Walken) an und die beiden Hochzeits-Crasher haben es ausgerechnet auf dessen beide verbliebenen Töchter abgesehen.
Zunächst läuft auch alles prima, zwischen beiden potentiellen Liebespärchen funkt es gewaltig: John hat es die niedliche Claire (der "rising star" Rachel McAdams, seit letzter Woche auch als Hauptdarstellerin in Wes Cravens Thriller "Red Eye" in den deutschen Kinos zu sehen) angetan, während es Jeremy auf Gloria (Isla Fisher) abgesehen hat.
Die beiden werden prompt eingeladen, mit der Familie Cleary das Wochenende in deren Landhaus zu verbringen. Doch dann tun sich ernsthafte Schwierigkeiten für unsere beiden Casanovas auf: Gloria entpuppt sich als echtes Sex-Monster und Claire ist dummerweise verlobt ...
"Die Hochzeits-Crasher" war in den USA DER Überraschungshit des Sommers, während er hierzulande zu Unrecht ziemlich gefloppt ist. Denn es handelt sich mit Sicherheit um eine der amüsantesten Komödien der letzten Jahre. Die Gag-Dichte ist hoch, Wilson und vor allem Vaughn sind ein Comedy-Traumpaar und obwohl die Handlung per se natürlich ziemlich versaut ist, schafft es der Film stets, Geschmack- und Niveaulosigkeiten zu vermeiden. Christopher Walken ist wie immer klasse (wenn auch ein wenig unterfordert), Nebendarsteller wie Jane Seymour und Henry Gibson haben sehr unterhaltsame Szenen und Rachel McAdams ist wahrlich zauberhaft!
Leider gibt es dennoch ein paar Schwächen: Daß der Film wie die meisten Komödien nicht über volle zwei Stunden auf höchstem Unterhaltungsniveau verbleibt, ist dabei noch das geringste Problem, ebenso das typische Hollywood-Happy-End.
Richtig genervt hat mich jedoch, daß Claires Verlobter natürlich als die riesengrößte Mega-Arschloch der jüngeren Filmgeschichte dargestellt wird - dagegen wirken sämtliche "Sin City"-Figuren wie nette Nachbarn! Dieser Zack (gespielt von Bradley Cooper) ist dermaßen unsympathisch, daß man ihm am liebsten alle Zähne einzeln herausreißen würde - ohne Betäubung, versteht sich!
Und das hat mich wirklich gestört. Es ist doch wirklich witzlos, eine tolle Frau SO EINEM TYPEN auszuspannen. Da weiß ja sofort jeder, wie das enden wird. Das hätte man deutlich besser und glaubwürdiger darstellen können ...
Dazu paßt auch, daß der Film manchmal seinen eigenen Gags nicht traut. Nur ein Beispiel: Es gibt eine wunderbare Szene, in der Jeremy seinen deprimierten Kumpel John besucht. Man sieht John, wie er in einem Sessel sitzt und ein Buch liest mit dem grandiosen Titel "Don´t jump! - Life is worth it".
Ein hervorragender kleiner Gag, den man einfach für sich hätte stehen lassen sollen. Aber was passiert? Die beiden reden darüber. Und reden und reden. Sie erklären den Gag so breit und ausführlich, daß er erstens irgendwann gar nicht mehr lustig ist und ihn zweitens selbst der größte Trottel verstanden hat. Dabei wäre es soviel effektiver gewesen, das Bild für sich sprechen zu lassen! Einer der schlimmsten Fehler, die ein Film begehen kann, ist es, seine Zuschauer zu unterschätzen!
Zum Glück sind solche Szenen nur selten, aber es ist trotzdem ärgerlich und vor allem völlig unnötig.
Und schließlich wäre da noch der überflüssige Gastauftritt von Will Ferrell als Kritikpunkt zu nennen.
Aber keine Sorge, das klingt jetzt vermutlich schlimmer, als es ist. Letztlich sind es nur ein paar Ärgernisse, die aus einer potentiell perfekten Sommernachts-Komödie "nur" eine richtig gute Komödie machen, die ich dennoch guten Gewissens weiterempfehlen kann.
8 Punkte.
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#7718 - 09/14/05 06:47 AM Re: `Stadt der Sünde´
elgi Offline
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Quote:

So konzentriert sich "Broken Flowers" sich auf Dons Suche nach seinem Sohn



Diese Suche steht allerdings stellvertretend für Don's (vergebliche) Suche nach sich selbst.

Ich fand den Film hervorragend, allerdings nicht so gut wie Lost in Translation etwa (auch wenn der Vergleich etwas hinkt). Bill Murray ist wie immer (meiner Meinung nach zumindest) über jeden Zweifel erhaben und hat den Film und die Zuschauer voll im Griff. Dazu kommen noch reizende Auftritte insbesondere von Sharon Stone, ihrer Filmtochter Alexis Dziena, Chloe Sevigny und Jessica Lange (und andere natürlich).
Der ganze Film ist teilweise ziemlich zäh, was manchen stören könnte... ich fand es allerdings eine gute Art, den aktuellen Zustand von Don Johnston zu verdeutlichen... im Übrigen finde ich auch die ganze Suchaktion und auch ihr Ende in diesem Zusammenhang mehr als gelungen.

Ein sperriger, gewöhnungsbedürftiger Film, der nicht an die Perfektion von Lost in Translation herankommt und mit einem durchgängigen und zu dem Film passenden Soundtrack sogar noch besser geworden wäre... Note ebenfalls 8.5.

Quote:

Dazu paßt auch, daß - ein in der Filmgeschichte vielleicht sogar einmaliger Clou! - die Auflösung der Geschichte in gewisser Weise erst im Abspann zu finden ist. Und damit meine ich nicht etwa zusätzliche Szenen wie in "Wild Things" (übrigens ebenfalls mit Murray), sondern tatsächlich einen einzigen Namen in der Besetzungsliste ...



Da mir jetzt nicht ganz klar ist, was du meinst, und ich nicht allzuviel verraten möchte, greife ich mal auf den Spoiler-Tag zurück:
Spoiler : Meinst du damit den Jungen im Käfer, der am Ende vorbeifährt und der in Wahrheit Bill Murrays Sohn ist?
Ich hab leider nichts im Abspann gesehen, was die Geschichte auflösen würde... der einzige Hinweis ist eben erwähnter Homer Murray, aber das muß ja nicht heißen, daß er auch den Sohn im Film spielt.


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#7719 - 09/14/05 11:28 AM Re: `Stadt der Sünde´
Ralf Offline
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Genau das meine ich und ich denke schon, daß es die Auflösung ist - (ich schrieb ja auch "in gewisser Weise" oder sowas in der Art ). Ansonsten wäre das ja doch ziemlich witzlos, oder?
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#7720 - 09/14/05 12:13 PM Re: `Stadt der Sünde´
Demetaris Offline
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Seit Antikörper habe ich mich doch wieder ins Kino gewagt. Zum einen habe ich mir Mr. & Mrs. Smith angesehen. Der hat mir gut gefallen, muss ich zwar nicht nochmal sehen, aber doch lustig. Und wenn man den beiden Darstellern nicht angesehen hat, dass da etwas läuft, dann muss man schon blind oder unromantisch sein. Die Ballerei war nervig, aber zumindest endete der Streifen nicht wie Bonnie & Clyde.

Am Wochenende war mir dann nach Grusel und deshalb musste es DER VERBOTENE SCHLÜSSEL sein. Irgendwie bedrückend war, das der Film in New Orleans spielte (so wie es wahrscheinlich einmal aussah). Die Story war vorausschaubar: Eine junge Krankenpflegerin nimmt einen Job in einer verfallenen Villa, um einen alten Mann zu pflegen, der ihr immer etwas mitteilen will, aufgrund eines Schlaganfalls aber nicht mehr sprechen kann. Sie wühlt sich natürlich durchs Haus, findet ein seltsames Zimmer... Noch ein bisschen Voodoo oder Hoodoo (so wurde es im Film genannt) Mal hier und da ein paar Effekte. Aber der Schluss! Genial! Insgesamt eine 8 - der Schluss eine 10!

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#7721 - 09/14/05 12:42 PM Re: `Stadt der Sünde´
elgi Offline
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Genau das meine ich und ich denke schon, daß es die Auflösung ist - (ich schrieb ja auch "in gewisser Weise" oder sowas in der Art ). Ansonsten wäre das ja doch ziemlich witzlos, oder?



Tja, ich bin mir da nicht so sicher... ich denke, daß es ein netter Gag ist, aber sicher kann man sich ja nicht sein.
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