#7823 - 12/15/05 10:37 AM
Re: King Kong
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Archmage
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Pat: Ich fand "Serenity" auch toll (nachdem ich zuvor alle 14 Episoden von "Firefly" innerhalb von zwei Wochen angeschaut habe  ), aber zu einer "echten" 10 für den Film alleine hat dann doch ein bißchen was gefehlt. Neben dem zu erwartenden Problem des Nahebringens von sage und schreibe NEUN Hauptcharakteren innerhalb von 120 Minuten für Nicht-"Firefly"-Kenner hat mich persönlich vor allem ein klein wenig gestört, daß der Film doch deutlich düsterer war als die Serie. Außerdem fand ich, daß ein paar Szenen für den Serien-Kenner nicht hundertprozentig paßten (speziell das Verhältnis zwischen Mal und Simon), aber das ist wohl wiederum den Zugeständnissen für die reinen Kinogänger zuzuschreiben - letztlich ist "Serenity" nunmal doch irgendwie eine Art Hybrid. Und: Spoiler : Ehrlich gesagt war ich auch ziemlich sauer, daß Whedon gleich ZWEI Mitglieder der Crew umgebracht hat! Bekanntlich mag ich Filme, die düster oder zwiespältig enden, aber wenn man die Charaktere so lieb gewonnen hat wie in diesem Fall, finde ich das richtig fies ... Außerdem sieht es zwar für eine Fortsetzung im Moment nicht gut aus, aber ganz habe ich die Hoffnung dann doch noch nicht aufgegeben und eine Fortsetzung ohne v.a. Wash kann ich mir irgendwie nur sehr schwer vorstellen ...P.S.: Nein, der Eingriff war nicht wirklich groß. Aber da es innen etwas entzündet war, dauert die Heilung eventuell ein bißchen länger und ich soll mich bis Weihnachten möglichst wenig bewegen. Aber eigentlich fühle ich mich schon wieder ziemlich normal, insofern hoffe ich, daß ich vielleicht doch schon Anfang nächster Woche zumindest wieder shoppen (mir fehlen noch Weihnachtsgeschenke!) und ins Kino gehen kann.  P.P.S.: Erste Indizien deuten darauf hin, daß "King Kong" sowohl bei uns als auch in den USA trotz der euphorischen Rezensionen sowohl von Kritikern als auch normalen Kinogängern deutlich unter den (immens hohen) Erwartungen zu starten scheint. Da bleibt nur zu hoffen, daß erstens die Indizien nicht stimmen und/oder zweitens der Film dem häufig getätigten Vergleich mit "Titanic" alle Ehre macht, der ja auch verhalten gestartet ist, dann aber unglaubliches Stehvermögen bewies (im Gegensatz zum Schiff selbst, was ja schon irgendwie ironisch ist ...  ).
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#7827 - 12/19/05 12:59 PM
Re: King Kong
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Archmage
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Loc: Franken
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Heute zur Abwechslung mal eine DVD-Film-Rezension (wird nicht zur Gewohnheit, keine Angst  ):
Ich kann mich noch gut an Pats letztjährigen Verriß der Musical-Verfilmung "Das Phantom der Oper" erinnern - dennoch habe ich mir den Film jetzt angeschaut, weil meine Schwester ihn liebt und deshalb die DVD gekauft hat ...
Und was soll ich sagen? Ich (als absoluter Nicht-Kenner der Bühnenfassung oder auch nur der Geschichte an sich) stimme Pats damaliger Rezension völlig zu! Joel Schumachers "Das Phantom der Oper" ist ein echter Langweiler und eine riesengroße Enttäuschung.
Dabei fängt alles noch so vielversprechend an: Ein melancholischer Prolog in Schwarz-Weiß, dann der Beginn des eigentlichen Filmes mit pompöser Musik, beeindruckenden Bildern und schwelgerischen Kamerafahrten durch einen exzellent ausgestatteten Opernsaal. Erster Gedanke: Wow! Was muß das für ein toller Film sein!
30 Minuten später hatte ich große Schwierigkeiten, die Augen offenzuhalten ...
Die Handlung in Schumachers Inszenierung als solche zu bezeichnen, ist eigentlich schon zuviel des Lobes. Ich kann mir durchaus vorstellen, daß die tragische Geschichte des Phantoms in der Buchvorlage spannend zu lesen ist, aber in diesem Film wird sie zugunsten der Musikeinlagen sträflich vernachlässigt. Überhaupt wirkt der Film mehr wie ein Abfilmen einer Bühnenfassung, die Möglichkeiten des Mediums Film werden nur ansatzweise ausgereizt - dabei wäre da so viel mehr möglich gewesen! Aber stattdessen:
Jemand trällert ein bißchen, dann taucht mal das Phantom auf und erschreckt alle und schon wird wieder weiter geträllert. Einfach belanglos! Dazu kommt, daß ich (der ich mich sowieso nicht zu den großen Fans von Andrew Lloyd Webber zähle) mit vielen Songs nichts anfangen kann. Ein paar sind wirklich gut (v.a. das zentrale "The Phantom of the Opera"), aber der Großteil hat mich schlicht gelangweilt.
Auch nicht wirklich hilfreich ist, daß wirklich SÄMTLICHE Darsteller erschreckend blaß bleiben - höchstens Minnie Driver in ihrer allerdings auch dankbaren Nebenrolle als überkandidelte Primadonna Carlotta und vielleicht noch Patrick Wilson als edelmütiger Schönling Raoul stechen ein wenig aus der enttäuschenden Masse heraus. Ausgerechnet die Hauptdarsteller Gerard Butler und Emmy Rossum hingegen bleiben absolut austauschbar.
Zu loben sind dafür die phantastische Ausstattung und die Kostüme sowie die für den OSCAR nominierte Kameraarbeit.
Und um das noch festzuhalten: "Das Phantom der Oper" ist kein schlechter Film - er ist nur schrecklich belanglos und über weite Strecken schlicht langweilig! Einmal mehr hat es Joel Schumacher geschafft, ein vielversprechendes Projekt in den Sand zu setzen (siehe "Batman 3 & 4") ...
Allerdings soll nicht unerwähnt bleiben, daß Pat und ich (zur Abwechslung mal zusammen mit den meisten Kritikern) mit unserer Meinung eher allein dazustehen scheinen, zumindest wenn man nach dem erstaunlich hohen IMDB-Durchschnittswert von 7,4 geht!
Bei mir reicht es gerade mal für knappe 4,5 Punkte.
P.S.: Was das ganze noch schlimmer macht: Auf dieser DVD (es gibt mehrere DVD-Veröffentlichungen, vielleicht sieht es bei den anderen ja besser aus) gibt es zwar zum Glück die englische Tonspur - jedoch KEINE englischen Untertitel. Ganz ohne Untertitel geht es bei mir leider nicht (gerade bei den Songs), aber die deutschen Untertitel (die wie die Synchronisation auf der deutschen Bühnenfassung basieren - was wohl der Kern des Problems ist ...) sind so schlecht und teilweise gar sinnentstellend (wiederum speziell bei den Liedern), daß es ein echtes Ärgernis ist!
Edited by Ralf (12/19/05 01:01 PM)
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#7828 - 12/20/05 08:51 AM
Re: King Kong
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Archmage
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Loc: Franken
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Leichte SPOILER-Warnung (für diejenigen, die überhaupt nichts von der Geschichte wissen und noch nicht einmal die Trailer gesehen, sogar eher eine schwere ...)!!!
KING KONG:
New York, während der Weltwirtschaftskrise um 1930: Die Theaterschauspielerin Ann Darrow (Naomi Watts) verliert ihren Job. Gleichzeitig steht der Filmregisseur Carl Denham (hervorragend in einer ungewohnten Rolle: Jack Black) vor dem Rausschmiß bei seiner Produktionsfirma, haut aber einfach ab und will ohne Genehmigung den begonnenen Abenteuerfilm zu Ende bringen. Da die Hauptdarstellerin abspringt, engagiert er kurzerhand die blonde Ms. Darrow, als er ihr auf der Straße begegnet. Für den Film fährt das Team mit einem alten Schiff zu einer geheimnisvollen Insel, auf der Denham spektakuläre Aufnahmen zu ergattern hofft - die bekommt er auch, aber anders, als er es dachte, denn auf Skull Island gibt es unfreundliche Eingeborene, noch unfreundlichere Dinosaurier und einen gigantischen, ca. 8 Meter großen Riesengorilla ...
Yep, Peter Jackson bleibt dem Kultfilm aus dem Jahre 1933 (dessen Drehbuch u.a. von Edgar Wallace geschrieben wurde) erfreulich treu, erzählt die ganze Geschichte aber viel ausführlicher und natürlich wesentlich spektakulärer (die Technik macht´s ...  ).
Im Wesentlichen teilt sich "King Kong" klar in drei Akte auf:
1. Filmbeginn und Überfahrt (ca. 60 Minuten)
2. Skull Island (90 Minuten)
3. New York (30 Minuten)
Vor allem zu Beginn läßt sich Jackson sehr viel Zeit. Er zeigt gleich in den ersten Einstellungen schön, wie dramatisch die Situation während der Weltwirtschaftskrise für die Menschen war (das Original wollte das den Zuschauern wohl angesichts der zeitlichen Nähe ersparen, verständlicherweise), er gönnt den vielen Charakteren eine ausführliche Einführung (alleine die erste Szene mit Carl Denham bei einer Vorführung des bislang gedrehten Materials für die Studiobosse ist einfach köstlich!) und gestattet ihnen, eine Beziehung zueinander aufzubauen. Besonders wichtig ist dabei die sich andeutende Romanze zwischen Ann und dem Drehbuchautor Jack Driscoll (OSCAR-Gewinner Adrien Brody), aber auch der von Thomas Kretschmann deutlich rauer und zwiespältiger als im Original gespielte Captain Englehorn, sein erster Offizier Hayes (Evan Parke), Denhams Assistent Preston (Colin Hanks, Sohn von Tom Hanks), Schiffsjunge Jimmy (Jamie Bell), Koch Lumpy (gewohnt genial: Andy Serkis) und der männliche Hauptdarsteller von Denhams Film, Bruce Baxter ("Allein gegen die Zukunft"-Star Kyle Chandler) bekommen alle gute Szenen.
Insgesamt eine sehr gute, ausführliche Einführung, doch hätte man die Überfahrt selbst vielleicht ein bißchen kürzer gestalten können - wer sich unter "King Kong" einen reinen Actionfilm vorgestellt hatte, könnte sich zu Beginn tatsächlich ein wenig langweilen, was wohl auch der Hauptgrund für die wenigen negativen Rezensionen sein dürfte.
Akt II wird aber gerade die Actionfans mehr als genügend entschädigen für den gemächlichen Beginn: Die 90 Minuten sind tatsächlich randvoll gefüllt mit atemberaubender, unvergeßlicher Action - vor allem die unglaubliche Brontosaurus-Stampede und Kongs dramatischer Kampf (mit Ann in einer Hand!) gegen eine ganze Tyrannosaurus-Familie lassen einen mehr als einmal vor Staunen glatt das Atmen vergessen!
Auch die Eingeborenen auf Skull Island (das ist neben der komplett anderen Darstellung des Captain Englehorn die zweite große, "direkte" Veränderung gegenüber des Originals - ich halte beide für sehr gelungen!) sind schreckenerregend und erinnern eher an Jacksons "Herr der Ringe"-Orks als an Menschen ...
Jedenfalls, nach diesen 90 Minuten ist man wahrlich froh, endlich mal wieder etwas durchschnaufen zu können - es geht zurück nach New York. Doch lange dauert es nicht, dann beginnt schon zügig das große, tragische Finale.
Peter Jacksons "King Kong" ist ein Meisterwerk, doch das Erstaunlichste überhaupt ist ihm abseits des spektakulären Effekt- und Actionfeuerwerks gelungen: Die realistische, hochemotionale Darstellung des Verhältnisses zwischen Ann Darrow und Kong. Während diese "Beziehung" im Original eigentlich nur angedeutet wird, rückt Jackson sie ins gefühlsmäßige Zentrum seines Epos´. Und wie er das tut! Ehrlich gesagt war genau diese Beziehung im Vorfeld der Punkt, dem ich am skeptischsten gegenüberstand: Wie soll man etwas, das durchaus als eine Art Liebesbeziehung zwischen einer schmächtigen Blondine und einem 8 Meter großen Menschenaffen bezeichnet werden kann, inszenieren, ohne das Geschehen ins Alberne abgleiten zu lassen?
Nun, wie genau Jackson dieses Kunststück gelingt, werde ich hier nicht verraten, nur soviel: Es ist perfekt! Durch wundervolle, "kleine" Szenen und einfache Gesten legt er völlig nachvollziehbar und glaubwürdig dar, wie und warum vor allem Kong sich so unsterblich in Ann verliebt. Und hierbei gebührt ein gewaltiger Anteil des Lobes eindeutig Andy Serkis, der nicht nur den Schiffskoch spielt, sondern auch als Vorlage für Kong dient. Bereits für seine "Darstellung" des Gollum im "Herr der Ringe" hatten einige Filmexperten seine Nominierung für den OSCAR als bester Nebendarsteller gefordert, doch spätestens für diese sensationelle Leistung als Kong müßte er eigentlich sogar den OSCAR erhalten! Ohne ihn würde dieser Film in dieser Art und Weise schlicht und ergreifend nicht funktionieren!
Doch auch Naomi Watts (die tatsächlich eine Chance auf eine OSCAR-Nominierung hat) tut ihr übriges, um das Verhältnis der beiden zueinander glaubwürdig wirken zu lassen. Wahrlich: "Beauty killed the Beast" ...
Natürlich ist "King Kong" kein perfekter Film. Wenn man nachdenkt, fallen einem einige Mängel ein: die Überfahrt hätte man, wie erwähnt, etwas kürzen können und auch der große Showdown schien mir ein klitzekleines bißchen zu lang zu sein. Auch die Proportionen passen nicht immer hundertprozentig, es gibt Logikfehler (die allerdings größtenteils auf dem Original beruhen) und die Verhaltensweise der einzelnen Charaktere ist nicht durchgehend nachvollziehbar. Außerdem habe ich das Gefühl, daß einige Dinge erst in einem späteren Director´s Cut gänzlich aufgelöst werden (wohin sind die Eingeborenen verschwunden? Wie sah Jimmys geheimnisvolle Vergangenheit aus?). Wie gesagt, kein perfekter Film. Aber definitiv perfektes Unterhaltungskino für die ganz große Leinwand!
Erwähnt werden soll auch noch, daß Jackson zahlreiche subtile Anspielungen und sogar (in Form fast unveränderter Dialoge) Verbeugungen vor dem Original wie auch vor anderen Filmen und Büchern eingeflochten hat.
Fazit: Ich liebe diesen Film! 9,5 Punkte.
Edited by Ralf (12/20/05 09:03 AM)
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#7829 - 12/20/05 12:08 PM
Re: King Kong
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Elite Orc
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The Chronicles of Narnia: The Lion, the Witch and the Wardrobe
Jo, Patarival hat den Inhalt ja schon beschrieben. Der Film war einigermaßen so, wie ich ihn erwartet hatte. In Patarivals Lobeshymnen kann ich nicht einstimmen, aber es ist ein ganz netter Märchenfilm mit einer Extraportion Moral. Mein größter Kritikpunkt ist eigentlich, daß die Tiere wirklich sehr offensichtlich computeranimiert sind, das Problem ist, daß nie ganz klar wird, ob das jetzt ein absichtliches Stilmittel sein soll (dafür sind sie zu realistisch), oder ob sie realistisch sein sollen (dafür sind sie nicht gut genug). Die Bösen waren mir zu Herr-der-Ringe-mäßig. Auf einige trifft das nicht zu (wie diesen Minotaurus), das sind wahrscheinlich die, die C.S. Lewis explizit beschreibt, diese passen auch zum restlichen Stil des Films und der Welt, die Masse paßt aber gar nicht rein, und wirkt wie aus HdR rüberkopiert. Dafür sind die menschlichen Darsteller gut, insbesondere Lucy Pevensie, die Hexe und Mr. Tumnus.
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"In jedem Winkel der Welt verborgen ein Paradies"
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#7830 - 12/21/05 08:38 AM
Re: King Kong
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Archmage
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Loc: Franken
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GOOD WOMAN - EIN SOMMER IN AMALFI: New York, 1930: Die nicht mehr ganz junge Mrs. Erlynne (Helen Hunt) bestreitet ihren Unterhalt als Geliebte mehrerer reicher Männer. Als diese für sie angenehme Situation platzt, flüchtet sie mehr oder weniger nach Italien, wo sie sich gleich an den jungen Robert Windermere (Mark Umbers) heranmacht. Dessen ebenso wohlhabender Freund Lord Darlington (Stephen Campbell Moore) sieht die Gelegenheit gekommen, endlich die Liebe von Roberts unerfahrener Frau Meg (Scarlett Johnansson) zu erringen ... Man sieht, eine perfekte Konstellation für eine Beziehungskomödie. Daß diese auch noch gehobenen Ansprüchen genügt, liegt daran, daß Regisseur Mike Barkers Film auf Oscar Wildes bekanntem Werk "Lady Windermere´s Fan" basiert. Und Oscar Wildes spritzig-intelligente und dabei stets hoch-amüsante Dialoge sind ja legendär ... Wenn diese Dialoge dann noch von einem perfekten Cast vorgetragen werden, kann eigentlich nicht mehr viel schiefgehen. Hunt und Johansson spielen ihre Rollen sehr überzeugend, doch am besten hat mir OSCAR-Nominee Tom Wilkinson als wohlhabender "Tuppy" gefallen, der es auf Mrs. Erlynne abgesehen hat (um damit das Beziehungschaos perfekt zu machen ...  ). Und wie von britischen Komödien gewohnt (selbst wenn sie nicht auf Oscar Wilde basieren), sind auch die schrulligen Nebencharaktere eine wahre Freude. "Good Woman" ist nicht sonderlich originell und trotz der eher kosmetischen Änderungen bleibt es im Kern eine altmodische Komödie, die aber dank toller Besetzung und Wildes unnachahmlichen Dialogen (Tuppy: "Bigamie ist, wenn es eine Frau zu viel gibt." - Darlington: "Das gilt auch für Monogamie!"  ) gute Unterhaltung ist. 8 Punkte.
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#7831 - 12/21/05 09:23 AM
Re: King Kong
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Archmage
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Quote:
Pat: Ich fand "Serenity" auch toll (nachdem ich zuvor alle 14 Episoden von "Firefly" innerhalb von zwei Wochen angeschaut habe ), aber zu einer "echten" 10 für den Film alleine hat dann doch ein bißchen was gefehlt. Neben dem zu erwartenden Problem des Nahebringens von sage und schreibe NEUN Hauptcharakteren innerhalb von 120 Minuten für Nicht-"Firefly"-Kenner hat mich persönlich vor allem ein klein wenig gestört, daß der Film doch deutlich düsterer war als die Serie. Außerdem fand ich, daß ein paar Szenen für den Serien-Kenner nicht hundertprozentig paßten (speziell das Verhältnis zwischen Mal und Simon), aber das ist wohl wiederum den Zugeständnissen für die reinen Kinogänger zuzuschreiben - letztlich ist "Serenity" nunmal doch irgendwie eine Art Hybrid.
Ich kenne die Serie nicht und fand den Film an sich recht unterhaltsam. Die leichten Ungereimtheiten in der Story, die auf etwaiges Fehlen von Hintergrundwissen basieren, kann man verschmerzen und sich mit ein bißchen Fantasie selbst zusammendenken. Etwas langweilig fand ich die Kampfszenen, die mir zu behäbig schienen. Dafür waren die Effekte insbesondere in der letzten Weltraumschlacht wirklich gut! Düsterer... ich weiß nicht, ich denke für eine Serie ist es einfacher, einen gewissen wiederkehrenden Humor zu bieten, während dies in Kinofilmen eher dazu neigt, etwas lächerlich zu wirken. So gesehen fand ich den düsteren Touch des Films gut, und die staubtrockenen Kommentare des Captains waren dafür umso erfreulicher.  Schauspielerisch... naja, nicht wirklich brilliant, aber da es sich verständlicherweise um Klischee-Charaktere handelt, ist es auch nicht fair, von den Darstellern Übermenschliches zu verlangen. Die Charaktere bleiben in der Tat recht blaß, die Schauspieler sind gut, aber nicht immer mitreißend, alleine der Captain war meiner Meinung nach durchweg überzeugend.
Alles in allem ein netter SciFi-Film, der Lust auf mehr und vor allem auf die Serie macht. Als Note würde ich eine 8 vorschlagen - eigentlich eher 7,5, aber aufgrund des fehlenden Hypes und der Tatsache, daß mir der Film recht sympathisch ist, gebe ich generöserweise einen halben Punkt dazu. 
Quote:
Und: Spoiler : Ehrlich gesagt war ich auch ziemlich sauer, daß Whedon gleich ZWEI Mitglieder der Crew umgebracht hat! Bekanntlich mag ich Filme, die düster oder zwiespältig enden, aber wenn man die Charaktere so lieb gewonnen hat wie in diesem Fall, finde ich das richtig fies ... Außerdem sieht es zwar für eine Fortsetzung im Moment nicht gut aus, aber ganz habe ich die Hoffnung dann doch noch nicht aufgegeben und eine Fortsetzung ohne v.a. Wash kann ich mir irgendwie nur sehr schwer vorstellen ...
Spoiler : Zwei Mitglieder? Soweit ich mich erinnere sterben ja nur Wash und der Priester. Du hast in deiner ursprünglichen Bewertung geschrieben, daß der Priester zur Crew gehöre, aber das kommt ohne Kenntnis der Serie im Film überhaupt nicht vor.
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Nigel Powers: "There are only two things I can't stand in this world. People who are intolerant of other people's cultures... and the Dutch!"
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#7832 - 12/21/05 09:48 AM
Re: King Kong
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Archmage
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Loc: Franken
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Spoiler : Ich weiß, im Film wirkt Shepherd Book eher wie irgendein Nebencharakter, so wie z.B. auch Mr. Universe - im Gegensatz zu dem war Book in der Serie aber zwar auch nicht offizielles Crew-Mitglied, aber doch eine gleichberechtigte Rolle, genau wie übrigens auch Inara. Aber für einen 120-Minuten-Film wäre das wohl wirklich zu viel gewesen, wenn man alle Charaktere genauso gelassen hätte wie in der Serie.Jedenfalls: Wenn dir der Film schon für sich genommen gefallen hat, kann ich dir die Serie wirklich nur wärmstens ans Herz legen - da gibt es auch noch wesentlich mehr trockene Kommentare vom Captain und v.a. mein Lieblingscharakter Jayne kommt noch viel besser zur Geltung ... Übrigens, falls du die Kinokarte noch hast: Wenn man die "Firefly"-Box kauft und in "Serenity" war und beide Belege hat, bekommt man immerhin 5 Euro überwiesen. (natürlich muß man erstmal 55 Cent zahlen, um die Belege einzusenden ...  ) Gilt aber nicht ewig (könnte bis Ende Januar sein, bin mir aber nicht sicher).
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#7837 - 12/28/05 03:25 AM
Re: King Kong
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Warlord
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Loc: Liechtenstein
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Ganz interessant ist die Mentalität hier bei uns: "King Kong? Das mit dem Gorilla? Bist Du verrückt, sowas im Kino zu sehen? Der ist doch Uralt!" "Ähm... nein, der wurde neu gemacht. Mit viel Aufwand. Hat tolle Kritiken gekriegt." "Ach neeee, lass mal." Erinnert mich fast ein wneig an die Deutschen bei Narnia.
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#7841 - 12/29/05 02:29 PM
Re: King Kong
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Archmage
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Jeweils 2 Kritiken (ACHTUNG, teilweise *SPOILER* !!!): Steven Spielbergs "Munich": Telepolis: Spielbergs MutprobeVon konservativen jüdischen Kreisen als "naiv" und "geschichtsverfälschend" attackiert, begeistert Steven Spielbergs Film "Munich" die Kritiker in den USA als fachlich herausragender Thriller
Einen "couragierten Akt" nennt Roger Ebert, der prominenteste Filmkritiker der USA, Steven Spielbergs Film Munich. Er erzählt die Geschichte des jungen Mossad-Agenten Avner (Eric Bana), der nach dem Massaker am israelischen Olympia-Team von 1972 in München den Auftrag erhält, die palästinensischen Hintermänner des Anschlags umzubringen. Im Laufe der Racheaktion stellt Avner nicht nur die Moral der staatlichen Morde in Frage, sondern beginnt zunehmend an ihrer Wirkung zu zweifeln, als er erkennt, dass sich die Spirale der Gewalt nur noch schneller zu drehen beginnt.SZ: Der neue Spielberg-Film - Terror light"... Spielberg erkennt die Mission an, von der sein Film erzählt – als nach dem Attentat bei den Olympischen Spielen 1972 in München der israelische Geheimdienst Mossad Killerkommandos losschickte, um die verantwortlichen palästinensischen Terroristen zu töten. Aber ein Mord bleibt ein Mord, eine brutale, auch den Täter zerstörende Sache – und „Munich“ zeigt, wie sein Held Avner, gespielt von Eric Bana, versucht, bei seinem Tun „seine Seele intakt zu halten“. Den Terror mit Gegenterror zu beantworten, sagt Spielberg, führt in einen ausweglosen Sumpf. Nur Miteinanderreden kann eine Lösung bringen. Als naiven Idealismus, der die politischen Realitäten verkennt, brandmarken die Spielberg-Kritiker diese Haltung, an der Spitze Leon Wieseltier sowie David Brooks in der New York Times. Die Realität aber ist, so Brooks, „dass es eine Gewalt gibt, die konstruktiv ist, und eine, die destruktiv ist“. Spielberg aber bringt die verschiedenen Formen der Gewalt auf ein Niveau, wenn er Mossad-Leute zeigt, die an ihrem Job irre werden. Wenn er in einem merkwürdigen nächtlichen Dialog einen jungen Palästinenser Avner gegenüber von seiner Sehnsucht nach Heimat sprechen lässt – ein uramerikanisches Thema. Eine „inkorrekte moralische Gleichung“ findet Ehud Danoch, Generalkonsul in Los Angeles, wie hier das Recht des Staates Israel auf Gegenwehr verglichen wird mit dem anarchischen Terror der Palästinenser. Die Schaffung dieses Staates habe Tony Kushner als einen Fehler bezeichnet, erwähnt Leon Wieseltier in seinem Artikel – und macht so den renommierten Dramatiker und Drehbuchautor von „Munich“ als den eigentlichen Feind in der Debatte aus. ..." Woody Allens "Match Point": SZ: Woody Allens "Match Point" - Vom Zwang entflammt"... Chris Wilton (Jonathan Rhys Meyers) ist der Held des Films, ein junger Tennisspieler, der sich als Nachhilfelehrer in der Highsociety von London verdingt. Er hat eine effektive Technik bei den Netzspielen – Tennis und auch Tischtennis –, aber er weiß nicht, wie das Spiel gespielt wird. Als er bei einer Einladung aufs Land im Hobbyraum unvermutet der jungen Nola (Scarlett Johansson) an einem Tischtennistisch gegenübersteht, die ihn lässig – „Mein nächstes Opfer!“ – zu einer Partie Pingpong auffordert – „Einsatz ein Tausender?“ –, packt er den Schläger und knallt ihr ihren Aufschlag mit einem schlimmen Schmetterball zurück...." Telepolis: No purpose, no designWoody Allen kommt in "Match Point" zu ganz und gar bitteren Erkenntnissen
Es wollte schon allmählich langweilig werden. Das Licht ging aus, der Swing ertönte oder wahlweise auch etwas Klassik. Der Vorspann leuchtete weiß auf schwarz und danach war man in Manhattan, bei Anwälten mittleren Alters, Ärzten, Redakteuren oder Schriftstellern. Schöne Frauen oder kleinere Sinnkrisen sorgten für Unruhe, und der bebrillte Regisseur selbst glänzte mit Gefuchtel und One-Linern. Seit Jahrzehnten liefert Woody Allen pro Jahr einen Film, fast ausschließlich feine Boulevard-Komödien mit intellektuellem Wortschatz. Jetzt ist er Siebzig, dreht seine Filme plötzlich in England und blickt mit "Match Point" recht finster in die Welt.Ragon, der Filmemagier
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