#8162 - 12/20/06 01:10 PM
Re: Och, Ralfi...
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Archmage
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Loc: Turm des Magiers
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Edited by Pergor (12/20/06 01:11 PM)
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#8163 - 12/20/06 02:23 PM
Re: Och, Ralfi...
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Orc Chief
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#8165 - 12/20/06 04:09 PM
Re: Eragon
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Ancient Dragon
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Loc: Krynn
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Jawoll, gebt's euch richtig !
Einerseits würde ich mir den Film erstmal ansehen wollen oder noch andere Kritiken dazu lesen - andererseits ist Gibson schon ein Fan von Brutalitäten. Da muss wohl was von "Mad Max" hängengeblieben sein.... Als Schauspieler sehr gut, als Mensch ziemlich fragwürdig. Und Hollywood ist nunmal Hollywood, also sollte man da auch kein historisch korrektes Abbild jeder Zeit erwarten, so ärgerlich manches für Bewanderte auch sein mag.
In Antwort auf:
Ich sah übrigens vor ein paar Tagen in einer Dokumentation auf Pheonix, daß Wissenschaftler endlich herausbekommen haben, woran die Maya-Kultur WIRKLICH zusammengebrochen ist
Das hat so lange Bestand, bis jemand was anderes herausfindet. Bedenke, dass die neuesten Erkenntnisse über die Maya-Kultur morgen schon wieder Schnee von gestern sind. Ich verweise da wieder einmal auf das Beispiel Kolumbus. Oder ob der T-Rex ein wilder Jäger war oder doch nur ein träger Aasfresser. Immer wieder amüsant, wie Forscher sich über diverse Dinge absolut sicher sind, die kurz darauf zur Makulatur werden. Auf die Frage woran die Maya-Kultur WIRKLICH zusammengebrochen ist, werden wir wohl ebensowenig eine endgültige Antwort erhalten, wie auf die Frage, wie die Cheops-Pyramide erbaut wurde. Oder wer das Stonehenge errichtete. Oder was die Bundeslade eigentlich war und wo sie jetzt ist.
Edited by Ddraigfyre (12/21/06 02:48 AM)
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#8166 - 12/20/06 04:45 PM
Re: Eragon
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Warlord
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Loc: Liechtenstein
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Nun, jede Geschichte (und damit auch jeder Spielfilm) der auf einer wahren Begebenheit basiert, muss angepasst werden, damit er nicht strunzlangweilig ist.
Früher habe ich mich mehr mit den Kulturen der Mayas und der Incas beschäftigt als heute und soweit ich mich erinnere, scheint der Film doch recht gut gut einer der möglichen Theorien zu zeigen, wie die Mayas untergegangen sind.
Sicher, ich habe den Film selbst noch nicht gesehen (und werde mangels Zeit vermutlich im Kino nicht mehr in den Genuss kommen) und stütze mich auf den - durchwegs positiven - Kritiken, die ich gelesen habe.
Herr Gibson mag vielleicht im echten Leben ein manchmal unbeherrscht sein, als Schauspieler und Regisseur/Produzent (oder was er sonst noch ist) schätze ich ihn. Ich fand auch seine Passion Christi gar nicht schlecht und die Übertreibungen innerhalb des Filmes durchaus passend - und da ich weder Christ, noch Jude, noch Muslime bin, denke ich, sehe ich das recht neutral.
Und auch wenn sein neuestes Werk vielleicht nicht alle gängigen Theorien berücksichtigt (und ich nehme mal stark an, dass dies nicht möglich wäre, weil sie sich gegenseitig nullifizieren würden), so scheint es doch, dass die Geschichte in sich offenbar passt und richtig präsentiert wird. Weshalb sollte man dies also dem Film vorwerfen? Es ist doch absolut wurscht, ob die Gecshichte wahr ist oder nicht, solange sie in sich konsitent ist. Gerade Du, Alrik, als Hobbyschriftsteller solltest das doch eigentlich ein bisschen anders sehen können, als jemand, der eine Mayaseite im Internet betreibt, oder nicht?
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#8167 - 12/20/06 07:32 PM
Re: Och, Ralfi...
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Archmage
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Loc: Turm des Magiers
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In Antwort auf:
Eindeutig eine Aufforderung zum Oralverkehr!  Sexuelle Belästigung also!  Darauf steht eiligste Einzelhaft, mindestens 500 Jahre!
Bin ich also ertappt... 
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#8168 - 12/21/06 04:43 AM
Re: Och, Ralfi...
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Archmage
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Loc: Franken
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Wer mal an ein paar "offiziellen" Kritiken zu "Apocalypto" interessiert ist:
Sehr positive Rezensionen in der CINEMA und von Todd McCarthy in der "Variety":
CINEMA
Variety
Besonders gelungen finde ich die Kritik bei moviegod.de, die auch auf die geschickte Einarbeitung mehrerer möglicher Gründe für das Ende Maya behandelt (welche viele Kritiker schlicht übersehen haben):
Moviegod.de
Kenneth Turan von der "L.A. Times" hat durchaus lobende Worte für den Film parat, läßt sich aber ausführlich (und meiner Meinung nach etwas übertrieben) über die Brutalität aus:
L.A. Times
Eine sehr negative Kritik von der Website filmcritic.com, auch wenn ich problemlos auf alle Kritikpunkte eine Entgegnung finden könnte und gerade der letzte Absatz zeigt, daß der Autor den Film nicht wirklich verstanden haben kann:
Filmcritic.com
Und abschließend noch die negative Rezension von Richard Schickel in der "TIME", dessen Interpretation am ehesten an die von Alrik (zusammengefaßte) herankommt und sogar recht schlüssig argumentiert ist, wie ich zugeben muß:
TIME
Dennoch bleibe ich dabei: Man muß schon gezielt nach Anzeichen dafür suchen (was Schickel sogar implizit mit der Erwähnung des "Gibson-Kontextes" zugibt), um auf so eine Interpretation zu kommen. Einem (positiv wie negativ) unvoreingenommenen Betrachter dürfte das kaum passieren ...
Edited by Ralf (12/21/06 04:50 AM)
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#8170 - 12/27/06 06:22 AM
Re: Och, Ralfi...
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Archmage
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Loc: Franken
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Eigentlich wollte ich mir heute noch "Babel" anschauen, aber aufgrund einer mittelschweren Erkältung muß ich das leider verschieben. Somit kann ich aber bereits heute meine alljährliche Kino-Jahresbilanz ziehen.
Die Regeln haben sich nicht geändert: Es zählt nicht - wie bei "offiziellen" Bestenlisten - das Startdatum der Filme, sondern schlicht und ergreifend, wann ICH den Film im Kino gesehen habe. Daher ist z.B. auch "Narnia" vertreten.
Außerdem sind die Listen wie immer rein subjektiv und müssen daher auch nicht zwangsläufig mit der Reihenfolge meiner Punktwertungen übereinstimmen (bei denen ich stets eine gesunde Mischung aus Objektivität und Subjektivität zu finden versuche). Here we go:
Die Top15 2006:
1. "Flug 93" - eindeutige Sache, der mit Abstand bewegendste Film des Jahres, der zudem das vorher nicht für möglich gehaltene Kunststück geschaffen hat, den Opfern des 11. September vollauf gerecht zu werden - anstatt sie für kommerzielle Zwecke zu mißbrauchen. Chapot, Regisseur Paul Greengrass!
2. "V wie Vendetta" - die vielleicht beste Comic-Verfilmung aller Zeiten besticht mit einer intelligenten Handlung um eine faschistoide Gesellschaft in der nahen Zukunft, herausragenden Darstellern und einer beeindruckenden Optik. Top!
3. "Children of Men" - gleiche Thematik wie "V wie Vendetta", objektiv betrachtet sogar noch besser umgesetzt. Doch "Vendetta" ist wesentlich mitreißender, daher bleibt für den bewußt nüchtern inszenierten "Children of Men" "nur" Platz 3.
4. "Brick" - geniale Highschool-Film-noir-Version des Regiedebütanten Rian Johnson.
5. "Syriana" - faszinierender, hochkomplexer Episodenfilm über die Machenschaften der Ölindustrie und das Entstehen von Terrorismus.
6. "Casino Royale" - der beste Bond seit langem.
7. "Das Leben der Anderen" - der Stasi-Thriller von Regiedebütant Florian Henckel von Donnersmarck sorgt zurecht selbst in Hollywood für Furore.
8. "Walk the Line" - mitreißender Johnny-Cash-Biofilm mit den bekannten Genre-Schwächen.
9. "Wie sehr liebst du mich?" - hinreißend überdrehte und extrem surreale Tragi-Komödie mit Monica Bellucci in einer Glanzrolle.
10. "Apocalypto" - Mel Gibsons Abenteuer-Epos läßt eine lange vergangene Welt brutal, aber überzeugend (wenn auch nicht in jeder Hinsicht historisch genau) wiederauferstehen.
11. "Das Schloß im Himmel" - das erst in diesem Jahr in Deutschland veröffentlichte Frühwerk des japanischen Animations-Gurus Hayao Miyazaki beweist einmal mehr, warum der Mann in Japan so erfolgreich und beliebt ist wie in Hollywood nur Steven Spielberg ...
12. "München" - apropos Spielberg: sein historisch ausgewogener Rache-Thriller ist seine beste Arbeit der letzten Jahre.
13. "Inside Man" - Spike Lees erster Mainstream-Film überzeugt als einer der fesselndsten Thriller der jüngeren Vergangenheit
14. "The New World" - Terrence Malicks Pocahontas-Geschichte ist alles andere als Mainstream, aber ein Fest für Anhänger seines minimalistischen, aber beinahe magischen Filmstils.
15. "Departed - Unter Feinden" - ein guter Scorsese-Thriller, der jedoch den Vergleich zum Hongkong-Vorbild "Infernal Affairs" unbedingt zu übertrumpfen versucht und dabei scheitert.
Damit direkt zu den Flop5 - dabei spielen auch die Erwartungen, die ich vorher an einen Film hatte, eine Rolle. Es sind also nicht unbedingt die schlechtesten, sondern eher die enttäuschendsten Filme des Jahres:
1. (mit weitem Abstand!) "Hard Candy" - ein ärgerliches, manipulatives, pseudo-intelligentes Machwerk, das dem ernsten Thema "Pädophilie" in keinster Weise gerecht wird!
2. "Black Dahlia" - Brian DePalma hat mal so gute Filme gemacht, aber diese Film-noir-Gurke bestätigt seinen scheinbar unaufhaltsamen Abwärtstrend ...
3. "Final Destination 3" - nach zwei ausgesprochen unterhaltsamen Vorgängern enttäuscht der dritte Teil auf ganzer Linie, weil er schlicht und ergreifend unglaublich mittelmäßig ist.
4. "Die Chroniken von Narnia: Der König von Narnia" - schön anzusehendes, aber auch ziemlich langweiliges Fantasy-Epos mit teilweise fragwürdiger Moral.
5. "Tristan & Isolde" - auch hier: Wunderschön anzusehen, aber erschreckend langweilig.
Und abschließend zur Kategorie "Best Guilty Pleasure", die Filme beinhaltet, die objektiv betrachtet keineswegs überragend sind, aber trotzdem einfach Spaß machen:
1. "The Producers" - Die von Mel Brooks geschriebene und produzierte Verfilmung der von Mel Brooks geschriebenen und produzierten Broadway-Version des von Mel Brooks geschriebenen und inszenierten 60er-Jahre-Hits "Frühling für Hitler" ist genau so herrlich durchgedreht und hemmungslos albern wie seine Entstehungsgeschichte.
2. "X-Men: Der letzte Widerstand" - ein dritter Teil
3. "Fluch der Karibik 2" - leider kommt die Fortsetzung des Piraten-Spektakels weitgehend ohne Handlung aus, ist aber - nicht zuletzt dank Johnny Depp - immer noch sehr unterhaltsam.
4. "Silent Hill" - in einem schwachen Horror-Jahr der mit Abstand beste Genrevertreter, auch wenn er erwartungsgemäß nicht die hohe Qualität der Spiele-Vorlagen erreicht.
5. "Casanova" - eine klassische romantische Komödie, nicht herausragend, aber dank Top-Besetzung sehr spaßig!
6. "Slither" - endlich mal wieder eine gelungene Horror-Komödie.
Fazit des Jahres: Es ist mehr als offensichtlich, daß in Hollywood und Europa eine Re-Politisierung des Kinos stattfindet. So ist es auch kein Wunder, daß meine Top3 sich komplett aus "politischen Filmen" zusammensetzen und sich weitere drei Filme in den Top15 befinden, denen man auch dieses Etikett anheften kann. Dafür kamen klassische Thriller, Horrorfilme sowie Komödien in diesem Jahr eindeutig zu kurz (was die Qualität betrifft).
Ich persönlich hoffe, daß sich dieser Trend hin zu einem kritischeren Kino weiter fortsetzt, dabei jedoch auch die übrigen Genres im Jahr 2007 und danach wieder echte Highlights hervorbringen!
Die Zahl der nicht englisch-sprachigen Filme in meinen Top15 hat sich im Vergleich zum Vorjahr übrigens von zwei auf vier erhöht.
Insgesamt war das Kinojahr 2006 aus finanzieller Hinsicht ein deutlich erfolgreicheres als das Jahr 2005. Gerade in Deutschland profitierten die Kinos zudem von der unerwarteten Stärke der heimischen Kinoindustrie mit Hits wie "Das Parfum", "Deutschland. Ein Sommermärchen", "Das Leben der Anderen" und ungezählten Kinderfilmen.
Offizielle Zahlen über die erfolgreichsten Filme des Jahres in Deutschland, den USA und weltweit werde ich in den nächsten Wochen nachreichen - sobald sie veröffentlicht werden.
Edited by Ralf (12/27/06 06:38 AM)
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#8173 - 12/30/06 05:57 AM
Re: Och, Ralfi...
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Archmage
Registered: 03/10/03
Posts: 5510
Loc: Germany
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THE DEPARTED
Ich weiß nicht, was ich zu dem Film sagen soll... vorab muß ich gestehen, daß ich "Infernal Affairs" immer noch nicht komplett angeschaut habe... das wird aber alsbald nachgeholt, damit ich den Vergleich wenigstens ziehen kann.
Handwerklich ist Departed in der Tat ein außerordentlich guter Film. Kamera, Schnitt, Sound, Musik, Schauspieler... alles erste Klasse. Im Gegensatz zu manch anderem gefällt mir Jack Nicholson ausgesprochen gut und wirkt nicht zu überdreht, wie man hie und da mal gehört hat. Matt Damon mag ich ganz einfach nicht, insofern gebe ich recht, daß ein anderer besser gepaßt hätte. Aber er macht seine Sache dennoch gut. Alec Baldwin, Martin Sheen und Mark Wahlberg sind hingegen Klasse.  Und natürlich Leo DiCaprio, der wieder eine Klasse Leistung abliefert.
Gegen die Gewalt und das Fluchen habe ich nichts... sie passen meiner Meinung nach in das Setting sehr gut... eben Boston, da geht es anders zu als irgendow.
Aber es gibt auch eine Reihe von Sachen, die mich gestört haben... deswegen
SPOILERGEFAHR!!!!!
Ganz besonders das Ende... was zum Teufel hat sich Scorsese bei diesem Ende in dieser Form gedacht? Der Film schreit doch geradezu nach einem Directors Cut, in dem Madolyn, die in der Tat vollkommen überflüssige Psychonalaytikerin, die mehr Berufsverbote bricht, als Jack Nicholson Knochen, den Umschlag von Costigan aufmacht, die ganzen Geschichte liest und das alles dann Dignam erzählt.
Das geschieht aber nicht... also was soll das dann? Es kann sich um keinen Fehler in der Regie handeln, dennn dafür ist Scorsese wohl zu gut... dementsprechend kann es nur Absicht sein, diesen Umschlag in dieser Version zu ignorieren. Und das regt mich auf...
Des weiteren... als Sullivan am Ende in seine Wohnung geht, begegnet er einer alten Damen mit einem Hund. Als er den Hund streicheln will, zieht die Frau den Hund entrüstet zurück, als ob sie Sullivan nicht mag oder irgendwas vorgefallen ist. Warum?
Nachdem Delahunt, Costellos Mann, nach dem "Sturz" von Queenan erschossen wird, sagt er zu Costigan, daß er ihm die falsche Adresse gegeben hätte, dieser aber an der richtigen aufgetaucht wäre - richtig. Aber warum hat er dies niemandem verraten? War er wirklich ein Cop, wie es dann später in den Nachrichten heißt? Costello meint, daß sie das nur sagen würden, damit er denkt, der Maulwurf wäre tot und er müßte nicht mehr weitersuchen... aber ob das so richtig ist? Ich zweifle vor allem deshalb daran, daß Delahunt ein Bulle war, weil dies bis dahin überhaupt nie erwähnt wurde... natürlich könnte man sagen, daß es so geheim war, daß niemand etwas darüber wissen durfte. Aber das ist zum einen ein sehr billiger dramaturgischer Kniff, den Scorsese nicht nötig haben sollte... und zum anderen hätte er doch zumindest Queenan kennen müssen, wenn er schon undercover bei Costello arbeitet... und ob er ihn dann einfach so vom Dach stürzen würde?
Dann das gleiche Spiel mit dem anderen Costello-Verräter bei den Cops - Barrigan, der Costigan am Ende erschießt... was zum Teufel? Klar unerwartet, aber vollkommen sinnlos, meiner Meinung nach, und wenn das im Original auch so "Hase-aus-dem-Hut-zaubern"-mäßig ist, werde ich mir das wohl nicht anschauen. Nix dagegen, daß Costigan stirbt... das war echt sehr überraschend und heftig, aber zumindest OK. Nur WIE das ganze gemacht wurde... mit diesem zweiten Verräter, der ebenfalls aus dem Nichts auftaucht... vor allem: WARUM zum Teufel würde er auftauchen? Warum die Deckung auffliegen lassen, um mit Sullivan jemanden zu retten, der offensichtlich aufgeflogen ist? Warum nicht schön bedeckt halten? Es wäre doch perfekt gewesen... Sullivan wäre als Maulwurf in den Knast gegangen oder so, und Barrigan hätte unbehelligt seiner Arbeit nachgehen können. Aber nein... der Herrerschießt einen Unschuldigen Cop... und redet dann wirr irgendetwas davon, daß Costello sie beim FBI verraten hätte.
Hinzu kommen noch kleinere Regiefehler... vor allem mit den Zigaretten.
Gleich am Anfang, als Costello mit dem noch kleinen Sullivan spricht, hat er in einer Einstellung von schräg hinten eine Kippe im Mund - dann harter Schnitt auf Einstellung von vorne - und die Kippe ist wundersamerweise weg.
Ähnlicher Fehler: Nach dem "Rattengespräch" zwishen Costello und Costigan, schleicht sich Costello nochmal an Costigan heran und holt dann seine Zigarette vom Tisch. In dieser Szene hat Costigan in der Einstellung von vorne, als sich Costello anschleicht, keine Zigarette im Mund, als dann umgeschwenkt wird auf von schräg hinten auf Costigan, hat er plötzlich eine Zigarette im Mund.
Das sind Kleinigkeiten, nichts Schlimmes... aber sie unterstützen den faden Beigeschmack, den ich von dem Film hatte. Hinzu kommen noch die ganz großen angesprochenen Schnitzer....
[EDIT]
Eine Sache ist mir noch eingefallen: Die Verfolgungsjagd nach dem Pornokino. Wie lächerlich ist es, daß Costigan eine genaue Anleitung braucht in der Form von "Umschlag verfolgen", "Gesicht erkennen", "Verhaften"...?
[/EDIT]
ENDE DER SPOILERGEFAHR!!!
Alles in allem muß ich sagen, daß der Film zwar grandios gespielt ist, aber durch die genannten Schwächen eindeutig abgestuft wird... ich würde eine 7,5 vergeben.
Edited by elgi (12/30/06 08:39 AM)
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Nigel Powers: "There are only two things I can't stand in this world. People who are intolerant of other people's cultures... and the Dutch!"
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#8175 - 12/30/06 02:51 PM
Re: Och, Ralfi...
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Archmage
Registered: 03/10/03
Posts: 6879
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Ja da! Vera Farmiga ist ja doch nicht ganz so unbekannt. Naja, zumindest hat sie ein paar "A-List"-Produktionen vorzuweisen. Sogar den "Manchurian Candidate". Und eben "Es begann im September", der gerade auf RTL II läuft. Dort spielt sie die Tochter von Richard Geres Charakter, die er offensichtlich in der Vergangenheit vernachlässigt hat, bis sie ihn ausfindig machte (soweit ich das verstanden habe - erst in der Mitte eingeschaltet.  ). Und nun eben nutzt sie dieselbe Fähigkeit um einen Herzchirurgen für Winona Ryders Figur aufzutun. Das spielt sie ganz gut. Recht hübsch auch. Gruß, Ragon
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#8176 - 12/30/06 03:57 PM
Re: Och, Ralfi...
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Orc Chief
Registered: 09/17/05
Posts: 2503
Loc: Ruhrpott :(
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Ich habe gelesen, das in den USA grade ein Film namens "The Good German" läuft.  Worum geht's denn da? Ist die Übersetzung "Der gute Deutsche", was so viel heissen soll wie, dass es nur einen guten Deutschen gibt?  (Wenn ja: Bin ich gemeint?  )
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#8177 - 12/31/06 05:02 AM
Die gute Deutsche
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Archmage
Registered: 03/11/03
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Loc: Franken
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Nein, in dem Fall ist wirklich EIN guter Deutscher (unter vielen) gemeint.
In der Tat handelt es sich um - nicht sabbern, Daedalus! - eine weitere Film-noir-Hommage im Stil von "Der dritte Mann", die im Nachkriegs-Deutschland spielt und im Vorfeld angesichts der prominenten Macher (Regisseur: Steven Soderbergh, Hauptdarsteller: George Clooney, Cate Blanchett, Tobey Maguire) als heißer OSCAR-Kandidat gehandelt wurde. Leider sind die Kritiker jedoch zum Schluß gekommen, daß der Film zwar perfekt aussieht (eben so, als wäre in den 40ern gedreht wurde), dabei aber die Handlung extrem vernachlässigt ... Ich bin trotzdem gespannt darauf.
Übrigens könnte mit dem Filmtitel auch einE gute Deutsche gemeint sein, denn von den Hauptdarstellern spielt lediglich Cate Blanchett eine Deutsche, wenn die Rollennamen nicht täuschen.
Edited by Ralf (12/31/06 05:07 AM)
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#8178 - 01/07/07 05:44 AM
Re: Och, Ralfi...
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Archmage
Registered: 03/24/03
Posts: 2955
Loc: Basel - CH
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In Antwort auf:
Ist die Übersetzung "Der gute Deutsche", was so viel heissen soll wie, dass es nur einen guten Deutschen gibt? (Wenn ja: Bin ich gemeint? )
Sogar ich bin der Meinung, dass es unter 80 Millionen mindestens 2 gute Deutsche geben sollte...
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#8179 - 01/12/07 11:50 AM
Stanley Kubrick - da scheiden sich die Geister
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Archmage
Registered: 03/10/03
Posts: 6879
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Hey, Ralfi (und andere cineastisch Interessierte), ist jetzt kein neuer Film, aber macht einen herrlichen Aufhänger für eine kontroverse Diskussion her (so sich denn entsprechend gegenläufige Meinungen finden  ). Schau mal diese Kritik von "2001: Odyssee im Weltraum": "Um nun strukturiert an die Sache heran zu gehen, will ich keine größeren Phrasen schwingen und gleich zur Sache kommen.
Punkt 1: Kubrick und seine Vorliebe für Klassik
Ein Film wie 2001 der schon von langsamen und langatmigen Kameraeinstellungen geprägt ist, sollte nicht auch noch mit klassischer Musik untermalt werden. Der fehlende schnellere Rhythmus schlägt jede Spannung tot.
Bester Beweis dafür ist der Anfang. Es ist einer der größten Fauxpas die ich jemals gesehen habe. Es handelt sich um einen Film und nicht um ein Hörspiel. Wie kann man also zu der Idee kommen, den Anfang mit einem schwarzen Bildschirm und Musik zu beginnen??
Warum wurde diese Idee nicht mal Ansatzweise in anderen Filmen (die etwas Bekannt sind) benutzt? Richtig, weil diese Idee nicht für einen Film geeignet ist.
Punkt 2: Die ewigen Kamerafahrten durchs All
Spielort des Filmes ist das Weltall, doch was hat es für einen Sinn, minutenlang durchs All zu fliegen? Es ist definitiv in diesen sehr langen Minuten keine Handlung vorhanden. Keine Eindrücke, die den Zuchauer endlich mal in die Handlung mit einbeziehen.
Vielmehr dienen diese Fahrten dazu, die Musik in den Vordergrund zu stellen. Aber wie gesagt, die Musik ist nicht das Mittel für die Handlung, sondern die Schauspieler. Diese geraten in diesem Film absolut in den Hintergrund.
Punkt 3: Handlung
Damals vermag der Computer noch eine mysteriöse Einheit gewesen zu sein, doch wenn man dieses Thema wählt, dann sollte man auch das Thema tiefgründiger behandeln. Wenn allerdings keine 50 % des Films das Thema behandeln, dann ist auch am Ende kein bleibender Eindruck für den Zuschauer vorhanden, der aus dem Film irgendein Fazit ziehen kann, oder dieser bleibende Eindrücke hinterlässt.
Die Schauspieler sind nur reines Inventar, die nie richtig zum Zuge kommen.
Doch obwohl dieser Film so offensichtliche Fehler seitens Kubricks aufweist, wird er als so grandios bezeichnet, genau so wie Clockwerk Orange. Vielmehr versuchen möchtegernsozialkritische Rezensenten in diese beiden pseudointellektuelle Filme Sachen reinzuinterpretieren, die einfach nicht vorhanden sind.
Wer also meint, diese beiden Filme hätten etwas absolut revolutionäres, der möge in ewig schweigen. Schaut euch eine Menge guter und schlechte Filme aus heutiger und vergangener Zeit an und dann könnt ihr nochmals eure Kritik abgeben. Denkt darüber nach, welche zentralen Elemente einen Film zu einem guten oder schlechten machen und dann könnt ihr mal einige vergleichen. Ihr werdet sehen, dass 2001 und Clockwerk Orange beide weder grandios noch revolutionär sind."Ich hatte anläßlich der Meldung aus dem anderen Thread mal gecheckt, welche DVD-Versionen überhaupt verfügbar sind - und bin dabei über diese Rezension dort gestolpert. Gruß, Ragon
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#8180 - 01/12/07 12:26 PM
Re: Stanley Kubrick - da scheiden sich die Geister
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Archmage
Registered: 03/10/03
Posts: 5510
Loc: Germany
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Ausnahmsweise habe ich nach den ersten drei Sätzen das Lesen abgebrochen... ich bin mir jedoch sicher, daß der eine oder andere der Abhandlung zustimmen wird. Für mich bleibt 2001 ein großartiger Film! (Vielleicht noch übertroffen von Solaris...  )
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Nigel Powers: "There are only two things I can't stand in this world. People who are intolerant of other people's cultures... and the Dutch!"
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#8181 - 01/12/07 12:59 PM
Re: Stanley Kubrick - da scheiden sich die Geister
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Orc Chief
Registered: 09/17/05
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Loc: Ruhrpott :(
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